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Kritiken

Poesievoller Blick nach innen – Elisabeth Kulman bot bei der Schubertiade eine erlesene Liedauswahl und zog die Zuhörenden in ihren Bann
Die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman gestaltete bei der Schubertiade in Schwarzenberg einen eindrücklichen Liederabend. Eduard Kutrowatz begleitete die exzellente Sängerin am Klavier. (Foto: Schubertiade)
Musik / Konzert
24.06.2015 Silvia Thurner

Nachdem die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman im vergangenen Jahr bei der Schubertiade Schwarzenberg debütiert hatte, warteten viele auf einen Soloabend der vielschichtigen Sängerin. Das Warten hat sich gelohnt. Im Angelika Kauffmann-Saal führte die Sängerin die Zuhörenden in das romantische Empfinden rund um den Tod, die Todessehnsucht und den Schmerz des Abschieds ein. Natur- sowie Wiegenlieder bildeten einen weiteren Anker. Eine große innere Ruhe ausstrahlend und mit einer tiefsinnig timbrierten Stimme belebte Elisabeth Kulman die Lieder. Sowohl bekannten als auch vergessenen Werken verlieh sie einen gebührenden Stellenwert innerhalb des abgerundeten Ganzen. Der Pianist Eduard Kutrowatz fand erst allmählich jene Ausgeglichenheit, die ihm die Klavierparts abverlangten.

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Out now!
Kritiken
24.06.2015 Christina Porod

In der Juli/August-Ausgabe der KULTUR finden Sie u.a. Artikel zu folgenden Themen:

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Eine Hälfte war mäßig, die andere herrlich – Der Pianist Lars Vogt musizierte solo und im Trio
Antje Weithaas an der Violine, Lars Vogt am Klavier und Tanja Tetzlaff am Violoncello zogen mit ihrer Werkdeutung des Es-Dur Trio von Schubert die Zuhörenden in ihren Bann. (Foto: Schubertiade)
Musik / Konzert
23.06.2015 Silvia Thurner

Die Ankündigung eines Klavierrecitals mit Lars Vogt weckt hohe Erwartungen, doch diese wurden bei der Schubertiade Schwarzenberg nur teilweise erfüllt. Schuberts c-Moll Sonate (D958) erklang zwar kantig konturiert, im Detail jedoch etwas unscharf ausgeformt. Bereits im Vorfeld wurde eine Besetzungserweiterung angekündigt, weil der Pianist die Deutung der A-Dur Sonate (D959) von Franz Schubert wegen Zeitmangels „nicht auf Schubertiadeniveau“ bringen konnte, wie er selbst sagte. Dies war eine kluge Entscheidung, denn im Zusammenwirken mit Antje Weithaas (Violine) und Tanja Tetzlaff (Violoncello) erlebten die Zuhörenden im Angelika Kauffmann-Saal eine berührende Interpretation des Klaviertrios (D929).

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Auf dem Weg zum „Petrenko-Klang“ – Kirill Petrenko wird als Nachfolger von Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko wird Chefdirigent der Berliner Philharmoniker - eine wegweisende Entscheidung, die große Zustimmung findet.
Musik / Konzert
23.06.2015 Silvia Thurner

Mit einer Überraschung warteten die Berliner Philharmoniker am vergangenen Sonntag auf. Die Musikerinnen und Musiker wählten in einer demokratischen Abstimmung Kirill Petrenko als neuen Chefdirigenten des weltberühmten und traditionsreichen Orchesters. Die Wahl kam überraschend, weil der aus Russland stammende, eng mit Vorarlberg verbundene Kirill Petrenko in der Öffentlichkeit bislang nicht in der engeren Auswahl für diese Berufung gestanden hatte. Die Fußstapfen sind groß, denn er folgt in drei Jahren Simon Rattle nach. Wer den bescheidenen Dirigenten kennt und vor allem alle Musikerinnen und Musiker, die mit ihm zusammen gearbeitet haben, sind sich einig, dass er das Format hat, die Berliner Philharmoniker und ihren berühmten Orchesterklang weiterzuentwickeln und individuell zu prägen. Bis zur Übernahme im Jahr 2018 bereichert Kirill Petrenko als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper das Haus und das Orchester in München.

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Algiers
CD-Tipp
23.06.2015 Peter Füssl

Diese Wucht und Dringlichkeit, mit der das Debutalbum des aus Atlanta/Georgia stammenden und in London lebenden Trios Algiers daherkommt, nimmt einen vom ersten Ton an gefangen. Sänger Franklin James Fischer erinnert in seiner düsteren Leidenschaftlichkeit und Inbrunst an Soul-Heroen wie James Brown oder Screamin’ Jay Hawkins.

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Ein Entertainer mit Leib und Seele – Karl Frierson im Zeughaus Lindau
Nicht ohne meinen Strohhut: Karl Frierson setzte auch in Lindau modische Zeichen.
Musik / Konzert
22.06.2015 Thorsten Bayer

Ein begeisterndes Heimspiel feierte Karl Frierson am gestrigen Sonntagabend im ausverkauften Zeughaus Lindau. Der US-Amerikaner, der bereits seit 25 Jahren in Deutschland lebt, wohnte eine Zeitlang auch in Lindau. Viele kennen ihn als Stimme von DePhazz. Stilistisch hatte sein Solo-Auftritt nichts mit diesem Lounge-Bandprojekt gemeinsam. In Lindau setzte er auf klassischen Soul und beschwor den Geist von Marvin Gaye.

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Von einem, der auszog, das süße Leben zu lernen - „Die Kunst des unterirdischen Fliegens“ - Der neue Roman von Wolfgang Hermann
Literatur
22.06.2015 Klaus Lutz

In seinem neuen Roman „Die Kunst des unterirdischen Fliegens“ erzählt Wolfgang Hermann die Geschichte eines Mannes, der sich den „realen“ Herausforderungen eines bürgerlichen Lebens zu entziehen trachtet, sich lieber seinen Tagträumen überlässt und entsprechend planlos in den Tag hinein lebt. Damit ist der namenlose Ich-Erzähler eine zeitgenössische Abwandlung eines literarischen Typus, wie er seit Joseph von Eichendorffs Taugenichts immer wieder porträtiert worden ist. Allerdings wissen wir heute um die Instanz des Über-Ich, etwa in der Person eines übermächtigen Vaters, die das ungebrochene Ausleben eines derartigen Lebensentwurfs empfindlich stört. So bezeichnet sich der Erzähler einerseits als „Taugenichts der alten Schule“, andererseits – wenn auch mit einem ironischen Augenzwinkern – als „Nichtsnutz und Tunichtgut“, und er erhält karikierende Züge.

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Immer dichter in das Geschehen hineingeführt – Sylvia Schwartz, Mauro Peter, Benjamin Appl liefen erst allmählich zur Hochform auf
Sylvia Schwartz, Mauro Peter und Benjamin Appl, am Klavier begleitet von Helmut Deutsch, eröffneten die Schubertiade Schwarzenberg. Stimmlich und im Ausdruck passten die Sopranistin, der Tenor und der Bariton hervorragend zusammen. (Foto: Schubertiade)
Musik / Konzert
21.06.2015 Silvia Thurner

Den Frühsommerzyklus der Schubertiade Schwarzenberg eröffneten die Sopranistin Sylvia Schwartz, der Tenor Mauro Peter und der Bariton Benjamin Appl mit einer vielseitigen Werkauswahl. Souverän spielte Helmut Deutsch die stilistisch sehr unterschiedlichen Klavierparts. Von unbekannten Liedvertonungen nach Texten von Friedrich Schlegel über Gebrauchsmusik bis hin zu frühen Prosavertonungen und einer opernhaften Szene reichte die Palette der Schubertvertonungen. Während die erste Konzerthälfte etwas sperrig wirkte, begeisterten die Sängerin und die Sänger im zweiten Teil das Publikum mit stimmigen und humorvollen Darbietungen.

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Big Game
Dem 13-jährigen Oskari fehlt die Kraft, Pfeil und Bogen zu bedienen.
Film / Kino
19.06.2015 Gunnar Landsgesell

Ein kleiner Bub in Finnland soll zum Mann werden und einen Hirsch erlegen. Stattdessen stolpert ihm Sam Jackson als US-Präsident vor die Füße, gejagt von einer Gruppe von Attentätern. Eine eigentümliche Buddy-Komödie, in der die Anti-Heroen den Sieg davontragen.

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Gebrauchter Tampon zum Dessert - Teresa Vittucci sprengte beim tanz ist Festival am Spielboden jegliche Geschmacksgrenzen
Teresa Vittucci bittet zum Lunch - zwischen Lust und Ekel, Blödelei und Tiefsinn (alle Fotos © Stefan Hauer)
Tanz
18.06.2015 Peter Füssl

Sie gibt in ihrer nach heutigen Vorstellungen eher barocken Leibesfülle nicht unbedingt das Idealbild einer Tänzerin ab, und auch ihr saloppes, bauchfreies Teddy-Plüsch-Top, pinkfarbener Pulli und Straß-Slip samt dazu passender silberner Langhaarperücke entsprechen nicht unbedingt den gängigen Modevorschriften. Aber Teresa Vittucci ist auch nicht gekommen, um zu gefallen, sondern sie will das Publikum genau dort treffen, wo es besonders weh tut: am Geschmacksnerv. Selten liegen Lust und Ekel, Blödelei und Tiefsinn so nah beieinander wie in ihrer Performance "Lunchtime".

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