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11.02.2022 |  Annette Raschner

Wer hat Angst vor dem schwarzen Hund?

Eigentlich wollte Tobias Fend von der freien Kompanie Café Fuerte eine Komödie über die Pandemie schreiben. Doch da ihm nach der zweijährigen Dauer schon selbst das Lachen im Halse stecken geblieben ist, haben er und Regisseurin Danielle Fend-Strahm anders entschieden. Auf Basis des Kinderbuchs „Der schwarze Hund“ des britischen Autors und Illustrators Levi Pinfold entwickelten sie mit dem Café Fuerte-Team ein Stück für vier Schauspieler:innen mit Puppen, Liedern, vielen choreografischen Elementen und Textpassagen zum Thema Angst. Die Premiere von „Der schwarze Hund“ fand im ehemaligen Gasthaus zur Brauerei in Alberschwende statt.

Seit zwei Jahrzehnten wird das Gasthaus zur Brauerei nicht mehr bewirtschaftet, seit einigen Jahren wohnt auch niemand mehr darin. Die Kompanie Café Fuerte wählt für ihre Produktionen stets ungewöhnliche, aber zum Thema passende Spielorte aus. In jüngerer Vergangenheit war dies etwa ein Bus, eine Schneelandschaft oder ein Hinterhof. Diesmal sollten Räume gefunden werden, die den Besucherinnen und Besuchern ein klaustrophobisches Gefühl vermitteln. In Alberschwende ist es das besagte Gasthaus, in dem nun gespielt wird; in Feldkirch ein Antiquariat, in Urnäsch eine Werkstatt und in Lauterach die Alte Seifenfabrik.

Wohnzimmeratmosphäre

Wohnzimmeratmosphäre war gefragt, und die ist im Gasthaus zur Brauerei in Alberschwende sehr speziell. Die Decken hängen tief, das Mobiliar ist sehr alt, und die Räume sind nach der langen Abwesenheit von Menschen nicht so einfach zu beheizen. Seis drum! Die Fans von Café Fuerte sind etwas unwirtlichere Bedingungen gewöhnt, dafür erhalten sie ein Theatererlebnis der etwas anderen Art, und das ist auch diesmal so.

Die Flucht ins Private

Die Basisgeschichte ist in wenigen Sätzen erzählt. Eine vierköpfige Familie wohnt friedlich in ihrem eigenhändig erbauten Haus, bis sie eines Tages beim Blick aus dem Fenster einen schwarzen Hund erblickt. Er ist groß, ziemlich groß sogar, „wie ein Elefant“, sagt der eine, „wie ein Tyrannosaurus Rex“, der andere. Was also tun? Voller Panik treten die vier die Flucht ins Private an, verriegeln Tür und Tor und beschließen, sich zu wehren, indem sie sich schützen. Nur das Kind Klein wagt den Weg nach draußen, und während die anderen fürchten, dass es vom schwarzen Hund gefressen, zerquetscht und zermalmt wird, macht Klein die Erfahrung, dass der Hund eigentlich gar nicht groß ist. Ängste sind dazu da, erkannt und angenommen zu werden, nur dann können sie wieder verschwinden …

Unterhaltsame Aufführung mit Fragezeichen

Eignet sich ein derartiger Stoff als Vorlage für ein abendfüllendes Theaterstück? – Jein. Zwar hat Tobias Fend den vorliegenden Text während des Probenprozesses deutlich erweitert, aber die schlichte Kindergeschichte wird dadurch nicht maßgeblich komplexer. Sie wird jedoch humorvoller. Knapp sechzig Minuten dauert die Aufführung, und man spürt, dass die Regie – etwa bei den vielen choreografischen Einlagen – nicht nur aus Notwendigkeit, sondern manchmal auch aus der Not heraus zum dramaturgischen Mittel der Wiederholung gegriffen hat. Und die üppig eingesetzte Musik (Florian Wagner) tut dem Ganzen gut, ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Stück zwar unterhaltsam und von den Darsteller:innen Tobias Fend, Meda Banciu, Stefan Weigelin und Gregor Weisgerber auch ansprechend umgesetzt wurde, dass es aber letztlich doch die Frage aufwirft, ob es die richtige Wahl für eine Erwachsenenproduktion war.
Vom anwesenden Premierenpublikum jedenfalls gab es kräftigen Applaus.

weitere Vorstellungen:
11./23./24.2, 2./5./6.3 Gasthaus zur Brauerei, Alberschwende
12./17.2, 3.3 Antiquariat Chybulski, Feldkirch
18.2 Marburger Haus, Hirschegg
19./20.2 Rösslisaal,Trogen
25./26.2 Werkstatt Saienbrücke, Urnäsch
4.3. Alte Seifenfabrik, Lauterach

www.cafefuerte.ch = www.cafefuerte.at 

Auf Basis des Kinderbuchs „Der schwarze Hund“ des britischen Autors Levi Pinfold entwickelte Café Fuerte ein Stück für vier Schauspieler:innen mit Puppen, Liedern, vielen choreografischen Elementen und Textpassagen zum Thema Angst. (alle Fotos: Nadine Schütz)

Auf Basis des Kinderbuchs „Der schwarze Hund“ des britischen Autors Levi Pinfold entwickelte Café Fuerte ein Stück für vier Schauspieler:innen mit Puppen, Liedern, vielen choreografischen Elementen und Textpassagen zum Thema Angst. (alle Fotos: Nadine Schütz)

Eine vierköpfige Familie wohnt friedlich in ihrem eigenhändig erbauten Haus, bis sie eines Tages beim Blick aus dem Fenster einen schwarzen Hund erblickt. Die Familie beschließt, alles abzuriegeln.

Eine vierköpfige Familie wohnt friedlich in ihrem eigenhändig erbauten Haus, bis sie eines Tages beim Blick aus dem Fenster einen schwarzen Hund erblickt. Die Familie beschließt, alles abzuriegeln.

  Doch Ängste sind dazu da, erkannt und angenommen zu werden, nur dann können sie wieder verschwinden …

Doch Ängste sind dazu da, erkannt und angenommen zu werden, nur dann können sie wieder verschwinden …

(alle Fotos: Nadine Schütz)

(alle Fotos: Nadine Schütz)

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  • Auf Basis des Kinderbuchs „Der schwarze Hund“ des britischen Autors Levi Pinfold entwickelte Café Fuerte ein Stück für vier Schauspieler:innen mit Puppen, Liedern, vielen choreografischen Elementen und Textpassagen zum Thema Angst. (alle Fotos: Nadine Schütz) Auf Basis des Kinderbuchs „Der schwarze Hund“ des britischen Autors Levi Pinfold entwickelte Café Fuerte ein Stück für vier Schauspieler:innen mit Puppen, Liedern, vielen choreografischen Elementen und Textpassagen zum Thema Angst. (alle Fotos: Nadine Schütz)
  • Eine vierköpfige Familie wohnt friedlich in ihrem eigenhändig erbauten Haus, bis sie eines Tages beim Blick aus dem Fenster einen schwarzen Hund erblickt. Die Familie beschließt, alles abzuriegeln. Eine vierköpfige Familie wohnt friedlich in ihrem eigenhändig erbauten Haus, bis sie eines Tages beim Blick aus dem Fenster einen schwarzen Hund erblickt. Die Familie beschließt, alles abzuriegeln.
  •   Doch Ängste sind dazu da, erkannt und angenommen zu werden, nur dann können sie wieder verschwinden … Doch Ängste sind dazu da, erkannt und angenommen zu werden, nur dann können sie wieder verschwinden …
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