„weltbewegt“ – Eine Ausstellung über Entwicklung und globale Zusammenarbeit
Silvia Thurner · 23. Sep 2013 · Musik

Prunkvolle musikalische Monumente – Mit Trompeten, Posaunen, Pauke und Orgel wurde das 20-Jahr-Jubiläum des Festivals „Symphonische Orgelkunst“ gefeiert

Bereits zum 20. Mal organisierte Rudl Berchtel die Konzertreihe „Symphonische Orgelkunst“ in der Stadtpfarrkiche Dornbirn. Diesen Anlass wollte der Organisator mit festlicher Bläser- und Orgelmusik gebührend feiern. Eingeladen waren die Vorarlberger Musiker Reinhard Schäfer, Raphael Rebholz, Simon Gmeiner (Trompete) sowie Stefan Kühne, Volker Bereuter und Bernhard Kurzemann (Posaune), Matthias Schmid (Pauke) und der Organist Michael Schwärzler. Sie bespielten den gesamten Kirchenraum mit bombastischen Werken vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Die Blechbläser, der Paukist und Michael Schwärzler an der Chororgel eröffneten die Feierstunde im Altarraum mit dem Werk „Präambulum Festivum“ des deutschen Komponisten und Kirchenmusikers Johannes M. Michaels. Die musikalische Anlage mit modalen Stimmen, die sich einesteils homophon wirkungsvoll entfalteten und andernteils in einem Wechselspiel zwischen Bläser- und Orgelpart in Stimmenverdoppelungen und rhythmisch steigerten, erregte Aufmerksamkeit. Auch die Suite Nr. 1 von Jean P. Rameau fügte sich gut in den akustisch sehr heiklen Kirchenraum. Fanfarenartig wurde die „Air de Triomphe“ eingeleitet. Vorsichtig artikulierten Reinhard Schäfer, Raphael Rebholz und Simon Gmeiner an den Trompeten ihren Part, um Imitationen und Echowirkungen sowie Forte- und Pianokontraste möglichst transparent in den Raum zu stellen.

Den Kirchenraum mit einbezogen


Daniel Speers „Sonata“ für 3 Posaunen musizierten Stefan Kühne, Volker Bereuter und Bernhard Kurzemann am Hauptaltar. Auffallend war, dass die Musiker zueinander musizierten und so den Gesamtklang fokussierten. Die chorische Anlage des Werkes kam auf diese Weise schön zum Ausdruck.

Im Konzertmittelteil erklangen Werke der französischen Orgelsymphonik, für die die große Behmannorgel prädestiniert ist. Mit dem kantig artikulierten Intermezzo aus Charles-Marie Widors sechster Orgelsymphonie begeisterte Michael Schwärzler, der seit 2011 als hauptamtlicher Kirchenmusiker in Lustenau-Rheindorf tätig ist. Prägnant bildete er einen perspektivischen Vorder- und Hintergrund aus und setzte mit den Bassgängen ein gutes Fundament.

Klangfarbenpracht


Etwas krass waren jedoch die Lautstärkenverhältnisse bei den Registerwechseln. Dies betraf auch das Werk „Salvum fac populum tuum“ für Blechbläser, Pauken und Orgel von Charles-Marie Widor. Teilweise wirkte der musikalische Fluss etwas unschlüssig.

Höhepunkt der Werkgruppe mit Kompositionen von Louis Vierne war der „Marche Triomphale, du Centenaire de Napoleon I.“ für Blechbläser, Pauken und Orgel. Pompös und monumental wurden die aufsteigenden Klangsäulen an der Orgel und die blockartig dargebotenen Bläserstimmen, unterstrichen von den Pauken, modelliert. Passend dazu erklang danach das Finale aus der sechsten Orgelsymphonie von Louis Vierne. In diesem Werk lotete Michael Schwärzler die bombastischen Klangmöglichkeiten der großen Orgel mit dicht geführten chromatischen Linien und Tonschichtungen gut aus. Ebenso stimmgewaltig wurde Eugène Gigouts „Grand Chouer Dialogué“ geformt, das zum Abschluss erklang.

 

5.10.2013, 20 Uhr, "Orgel-Kino" - Stummfilm "Die 10 Gebote", Joost Langeveld, Orgel.
20.10.2013, 17 Uhr, Benefizkonzert "Albert Schweitzer-Spital", Rudolf Berchtel, Orgel.