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08.07.2019 |  Anita Grüneis

Manuel Barrueco an den Ligita – der Meister der feinen Töne

Der aus Kuba stammende Manuel Barrueco ist eine feste Größe bei den Liechtensteiner Gitarrentagen, schon 2007 war er zu Gast. Im Gemeindesaal Gamprin gab er erneut ein Konzert der Extraklasse. „A superb instrumentalist with a seductive sound and uncommon lyrical gifts”, schrieb die Dallas Morning News über Manuel Barrueco. Und nun saß er mit seiner Gitarre im Gemeindesaal Gamprin, der hervorragende Musiker mit seinem verführerischen Klang und der ungewöhnlichen lyrischen Begabung, der große Künstler, der überall auf der Welt in den wichtigsten Konzertsälen gastiert und mit namhaften Künstlern der Musikwelt arbeitet.

Die Luft im Saal wirkte schwül und feucht, draußen hatte es kurz davor heftig geregnet, hin und wieder wehte ein kühler Luftzug durch den Raum. Kein gutes Klima für so ein sensibles Instrument wie die Gitarre des Meisters, die er denn auch an diesem Abend häufiger als sonst nachstimmen musste. Auf dem Programm standen, neben dem Eröffnungswerk „Three Pieces from the Renaissance“ von Luis de Narváez, vor allem Werke von Komponisten aus den Zeiten der Jahrhundertwende und dem 20. Jahrhundert.
Dabei wurde Manuel Barrueco zu einem Märchenerzähler aus 1001 Nacht, der die Noten zu Gold spann, in einem wunderbaren melodischen Fluss Geschichten von Sehnsucht und Träumen, von Liebe und Verrat, von Heiterkeit und tänzerischer Leichtigkeit erzählte. Und das Publikum folgte ihm atemlos. So war es bei Héctor Angulos „Yoruban Chants from Cuba“ mucksmäuschenstill im Saal, sogar nach dem Ende des letzten Tons brauchte es ein paar Sekunden, bis der Applaus einsetzte und das Tongespinst damit verjagte. Auch bei den folgenden „Cuban Dances“ von Ignacio Cervantes tönte es, als wolle Barrueco seiner Heimat ein Denkmal setzen. Heiter und beschwingt klangen seine Gitarrentöne, immer gedämpft, nie laut oder fordernd, immer mit einem Hauch Melancholie. Er ist ein Meister des schönen Klangs, Belcanto auf der Gitarre. Dabei kann seine Gitarre manchmal auch wie ein Hackbrett tönen oder wie eine Harfe. Das Spektrum seiner Tonsprache ist weit und tief.    

La Paloma fein ziseliert

Nach der Pause bewies Manuel Barrueco wie feinfühlig er das für Klavier geschriebene Stück „A la Cubana“ von Enrique Granados für die Gitarre transkripierte. Es klang, als würde er das Stück just in diesen Moment mit seinem Instrument komponieren und gleichzeitig darüber berichten. Seine Musik perlte und floss, war zurückhaltend und dann doch wieder zupackend. Und immer war da im Untergrund ein Hauch Wehmut und Sehnsucht. Besonders deutlich wurde dies bei Manuel Barruecos Interpretation von Sebastián de Yradiers „La Paloma“. Diese vielfach interpretierte Komposition, die nicht nur in Deutschland, verbunden mit Seemannsromantik, zu einem Volkslied wurde, klang bei Manuel Barrueco wieder wie ein Kunstlied von Franz Schubert, voller Zartheit, Virtuosiät und Sensibilität.
Der Künstler schenkte seinem Publikum zwei Zugaben mit dem er nach fast zwei Stunden sein Konzert beendete.

Tipp: Am Montag, den 8. Juli, gibt seine ehemalige Meisterschülerin Ana Vidović ihr Debüt bei den 27. Liechtensteiner Gitarrentagen im Gemeindesaal Eschen.

Die Ligita dauern bis 13. Juli.
www.ligita.li

Berühmt für sein virtuoses und leises Gitarrenspiel: Manuel Barrueco

Berühmt für sein virtuoses und leises Gitarrenspiel: Manuel Barrueco

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