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26.03.2019 |  Silvia Thurner

Leo McFall wird neuer Chefdirigent des Symphonieorchesters Vorarlberg

Die vergangene Saison des Symphonieorchesters Vorarlberg bot einige spannende Begegnungen mit herausragenden Dirigenten. Seit dem Abschied von Gérard Korsten war die Chefstelle am Pult des Orchesters vakant. Rasch bildete sich eine Shortliste mit Künstlern heraus, die für diese bedeutende und verantwortungsvolle Aufgabe in Frage kommen. Einer davon war bereits nach seinem ersten Zusammenwirken mit dem SOV der britische Dirigent Leo McFall. Heute wurde die mit Spannung erwartete – aber wenig überraschende – Entscheidung bekannt gegeben.

Das Symphonieorchester Vorarlberg wirkte beim „Salzburg Festival Young Conductors Award“ mit, bei dem Leo McFall im Jahr 2014 als Finalist für Furore sorgte. Nachdem in diesem Zusammenhang eine erste Begegnung stattgefunden hatte, war klar, dass Leo McFall auch das SOV dirigieren sollte. „Ich war bei dem Konzert anwesend, und auch meine ehemaligen Musikerkollegen von der Camerata Salzburg haben mir mitgeteilt, dass sie sehr von McFalls Probenarbeit angetan waren. Gérard Korsten und McFall kennen sich auch sehr gut, so war uns allen klar, dass wir Herrn McFall unbedingt einmal zu uns nach Vorarlberg einladen wollten“, erzählte der nun in Salzburg tätige, ehemalige SOV-Geschäftsführer, Thomas Heißbauer, im September 2017.
Im Jänner 2018 war es dann soweit und Leo McFall musizierte mit dem SOV Kompositionen von Benjamin Britten, Edward Elgar und Sergej Prokofjew. Seine feinsinnige und elegante Art zu dirigieren und die auf eine nuancierte Tongebung bedachte Spielart waren bei diesem Auftritt wesentliche Qualitätsmerkmale. Als Leo McFall knapp ein Jahr später, Ende 2018, unter anderem mit den Werkdeutungen von Haydns Sinfonie Nr. 98 sowie der dritten Symphonie von Mendelssohn-Bartholdy aufhorchen ließ, war mitzuerleben, dass die Probenarbeit und die Chemie zwischen Leo McFall und den Orchestermusikerinnen und -musikern stimmt. Auch bei diesem Konzert kamen der gut ausbalancierte Gesamtklang und die plastisch ausgeformten Themengestalten besonders zur Geltung und Leo McFall am Pult gefiel mit seiner eleganten Dirigierart.
Der 38-jährige, als freischaffender Dirigent wirkende Künstler, zeigte sich hoch erfreut über den Auftrag, das SOV in den nächsten fünf Jahren zu leiten. Er habe von Beginn an eine unmittelbare Verbundenheit mit den Musikern verspürt, vermerkte er in seinem ersten Statement.
Leo McFall hat eine Ausbildung als Pianist, als Dirigent umfasst sein Repertoire sowohl Orchester- als auch Opernwerke. Im Jahr 2015 gewann er den Deutschen Dirigentenpreis, ein Jahr zuvor war er Finalist beim „Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award“ gewesen. Als Gastdirigent arbeitete er bei renommierten Klangkörpern wie dem City of Birmingham Symphony Orchestra, BBC Philharmonic und beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Bernhard Haitink assistierte er beim Chicago Symphony Orchestra und den Wiener Philharmonikern. In diesem Frühjahr folgen mit der NDR Radiophilharmonie und der Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern seine ersten CD-Einspielungen.

Erwartungen und Vorfreude

Innerhalb des Abonnementzyklus des Symphonieorchesters Vorarlberg wird Leo McFall ab der Saison 2020/21 drei Konzerte sowie die Festspielmatinee leiten. Abgeschlossen wurde vorerst ein Fünf-Jahres-Vertrag. Mit der Neubesetzung betonte der Geschäftsführer Sebastian Hazod, dass er neben der Übergabe der künstlerischen Leitung von Gerárd Korsten an Leo McFall unter anderem für Kontinuität sorgen wolle.
Dass sich aus dieser Kontinuität möglichst zahlreiche interpretatorische Highlights – hoffentlich vermehrt auch mit Musik unserer Zeit – herauskristallisieren mögen, darf man mit optimistischer Vorfreude erwarten.

 

Der britische Dirigent Leo McFall wird als Nachfolger von Gérard Korsten das Symphonieorchester Vorarlberg in den nächsten Jahren als Chefdirigent künstlerisch leiten.

Der britische Dirigent Leo McFall wird als Nachfolger von Gérard Korsten das Symphonieorchester Vorarlberg in den nächsten Jahren als Chefdirigent künstlerisch leiten.

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