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27.07.2022 |  Silvia Thurner

In Freundschaft verbunden – Martin Schelling, Paul Moosbrugger, Jessica Kuhn, und Rudi Spring verbreiteten eine euphorische Stimmung

Zum 60. Geburtstag machte der hierzulande bestens bekannte und geschätzte Klarinettist Martin Schelling sich selbst und vielen anderen ein besonderes Geschenk. Er bat seinen Freund und Jahrgänger Rudi Spring um ein neues Werk und lud die Cellistin Jessica Kuhn sowie seinen ehemaligen Schüler Paul Moosbrugger zum gemeinsamen Musizieren ein. Im Rahmen der Schattenburg Konzerte erklangen Triokompositionen von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy und Brahms. Im Mittelpunkt stand die Uraufführung des fantasievollen Werkes mit dem maßgeschneiderten Titel „PrisM ART INvention“. Das gute Gefühl, Kammermusik unter Freunden, auf höchstem musikalischem Niveau und in allerbester Spiellaune zu erleben, übertrug sich sogleich auf die Zuhörenden im Rittersaal.

Martin Schelling stellte für sein Geburtstagskonzert Werke zusammen, die allesamt in Freundschaft entstanden sind. Ganz der Wesensart des Klarinettisten entsprechend waren sie einesteils virtuos angelegt und bestachen andernteils durch ihre klangsinnliche Poesie. Überdies zeichneten sich das Finale von Beethovens Gassenhauer-Trio“ sowie einige Passagen in Mendelssohn Bartholdys Konzertstücken durch ihren Humor aus. Sämtliche Ausdrucksqualitäten brachten die Musikerin und Musiker wunderbar locker und beschwingt zur Geltung.
Der Klarinettist Martin Schelling musizierte mit einer voluminösen, aber stets wandlungsfähigen Tongebung über alle Klangregister hinweg und begeisterte mit atemberaubenden Läufen und seinem vielgerühmten Pianissimo.
Ihre Musikalität am Cello spielte Jessica Kuhn voll aus. Sie stellte sich auf ihre Kammermusikpartner ein und artikulierte ihre Themen und Motive prägnant. Auf diese Weise entwickelte sich in allen Werkdeutungen ein vielgestaltiges musikalisches Geben und Nehmen.
Ein Ereignis für sich war Rudi Spring am Klavier. Er führte die Klavierparts mit Elan und sehr präsent aus, nahm sich nobel zurück, bot eine starke Stütze und legte sich mächtig ins Zeug, wenn er in den Klangvordergrund trat.
Das Bassetthorn spielte Paul Moosbrugger, ein ehemaliger Schüler von Martin Schelling. Höchst beeindruckend startete der knapp 20-Jährige bereits seine Karriere. Auftritte mit den Wiener Symphonikern und nun ein Einjahresvertrag bei den Nürnberger Symphonikern sind nur zwei Marksteine des aufstrebenden Musikers. Nuanciert phrasierte Paul Moosbrugger die melodischen Linien und bot vor allem in Mendelssohn Bartholdys Konzertstücken der Klarinettenstimme geistesgegenwärtig und humorvoll Paroli. Alle vier waren durchdrungen von der Freude des gemeinsamen Gestaltens und so entfaltete sich ein heißer, aber freudvoller Kammermusikabend, der Bewunderung hervorrief.
Den Rahmen bildeten die intensiv musizierten Trios für Klarinette, Violoncello und Klavier, op. 11 von Ludwig van Beethoven sowie das Opus 114 von Johannes Brahms. Während die Werkdeutung des Beethoventrios viel Energie und Leidenschaft verströmte, zelebrierten die Musikerin und Musiker den melancholischen Grundcharakter und die sensible Tongebung im Brahmstrio mit einem gut austarierten Gesamtklang. Im aufmerksamen Zusammenspiel formten Martin Schelling, Jessica Kuhn und Rudi Spring das Suchen und Finden, das Ausspielen von melodischen Bögen und deren Anknüpfungspunkte mitreißend aus.
Virtuose Spielfreude entfalteten die beiden Konzertstücke op. 113 und op. 114 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Mendelssohn Bartholdy hat die Konzertstücke theatralisch und unterhaltsam angelegt, in dem er die Klarinetten- und die Bassetthornstimme teilweise in einen regelrechten Wettlauf treten lässt. Martin Schelling und Paul Moosbrugger füllten dieses furiose Feuerwerk an aberwitzig schnellen, teilweise auch parallel geführten Tongirlanden mit viel Vergnügen und musikalischer Intensität aus. Zusammen mit dem ebenfalls spritzig phrasierenden Rudi Spring am Klavier entwickelte sich daraus ein enormer Drive. Ruhe und Raum gewährten die Musiker den langsamen Sätzen und den in schönen Dialogen geführten melodischen Bögen.
Im Mittelpunkt des inspirierenden Kammerkonzertabends in der Feldkircher Schattenburg stand das neueste Werk von Rudi Spring. Früher war der Pianist und Komponist öfters in Vorarlberg präsent. In den vergangenen Jahren gerieten die Werke des in München lebenden Künstlers jedoch etwas aus dem Blickfeld. Umso erfreulicher war das Wiederhören mit seiner feinsinnig verwobenen neuesten Komposition. Ausgehend von Schuberts Sonatenfragment in fis-Moll (D 571), das der Pianist wunderbar klangsinnlich in den Raum stellte, schuf Rudi Spring ein lyrisch tänzerisches Werk, das einige Motive des Fragments weiterführte und in Beziehung zueinander setzte.

Poesie- und fantasievolle Uraufführung

Der Werktitel „PrisM ART INvention“ verriet einiges über die Werkanlage, denn die Klangfarbenspiele der ungewöhnlichen Besetzung mit Klarinette, Bassetthorn, Violoncello und Klavier kamen vor allem in den schwebenden Klangflächen schön zur Geltung. Den nachfolgenden Abschnitten verliehen die in unterschiedlichen Tempi erklingenden Dreiertakte einen tänzerischen Ausdruck. Spannend wirkten dabei die korrespondierenden Motivgestalten, in denen musikalisch fragende und rufende Gesten ausformuliert und vielgestaltig von den wechselnden Stimmen beantwortet wurden. Schön zur Geltung kam überdies der Ausdrucksgehalt der musikalischen Linien, die an Schubert anknüpfend, aus der Stille kamen und in die Stille geführt wurden. Das feinsinnig verwobene Werk wurde mit großer Zustimmung aufgenommen.
Für den herzlichen Applaus dankten Martin Schelling, Paul Moosbrugger, Jessica Kuhn und Rudi Spring mit einer weiteren Be- und Verarbeitung aus der Feder von Rudi Spring. Kreativ komponierte er im Werk „Und schwindet wie ein Hauch“ das Brahmslied „Wie Melodien zieht es“ weiter.

Konzerttipp: Schattenburg Konzerte
Montag, 1. August, Rittersaal Schattenburg, 19:30 Uhr
Das Benewitz Streichquartett, spielt Werke von Joseph Haydn, Erwin Schulhoff und Antonín Dvořák

Im Rahmen der Schattenburg Konzerte spielten Martin Schelling (Klarinette), Rudi Spring (Klavier), Paul Moosbrugger (Bassetthorn) und Jessica Kuhn (Violoncello) ein inspirierendes Konzert auf allerhöchstem musikalischem Niveau.

Im Rahmen der Schattenburg Konzerte spielten Martin Schelling (Klarinette), Rudi Spring (Klavier), Paul Moosbrugger (Bassetthorn) und Jessica Kuhn (Violoncello) ein inspirierendes Konzert auf allerhöchstem musikalischem Niveau.

Martin Schelling machte zu seinem Geburtstag sich selbst und vielen musikalischen Freund:innen eine Freude.

Martin Schelling machte zu seinem Geburtstag sich selbst und vielen musikalischen Freund:innen eine Freude.

Im Auftrag von Martin Schelling schuf der deutsche Komponist und Pianist Rudi Spring ein vielgestaltiges neues Werk mit dem speziellen Titel "PrisM ART INvention" für die ungewöhnliche Besetzung mit Klarinette, Bassetthorn, Violoncello und Klavier.

Im Auftrag von Martin Schelling schuf der deutsche Komponist und Pianist Rudi Spring ein vielgestaltiges neues Werk mit dem speziellen Titel "PrisM ART INvention" für die ungewöhnliche Besetzung mit Klarinette, Bassetthorn, Violoncello und Klavier.

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  • Im Rahmen der Schattenburg Konzerte spielten Martin Schelling (Klarinette), Rudi Spring (Klavier), Paul Moosbrugger (Bassetthorn) und Jessica Kuhn (Violoncello) ein inspirierendes Konzert auf allerhöchstem musikalischem Niveau. Im Rahmen der Schattenburg Konzerte spielten Martin Schelling (Klarinette), Rudi Spring (Klavier), Paul Moosbrugger (Bassetthorn) und Jessica Kuhn (Violoncello) ein inspirierendes Konzert auf allerhöchstem musikalischem Niveau.
  • Martin Schelling machte zu seinem Geburtstag sich selbst und vielen musikalischen Freund:innen eine Freude. Martin Schelling machte zu seinem Geburtstag sich selbst und vielen musikalischen Freund:innen eine Freude.
  • Im Auftrag von Martin Schelling schuf der deutsche Komponist und Pianist Rudi Spring ein vielgestaltiges neues Werk mit dem speziellen Titel "PrisM ART INvention" für die ungewöhnliche Besetzung mit Klarinette, Bassetthorn, Violoncello und Klavier. Im Auftrag von Martin Schelling schuf der deutsche Komponist und Pianist Rudi Spring ein vielgestaltiges neues Werk mit dem speziellen Titel "PrisM ART INvention" für die ungewöhnliche Besetzung mit Klarinette, Bassetthorn, Violoncello und Klavier.