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19.02.2022 |  Silvia Thurner

Eine erfrischende Reisetour – das Barockensemble Apollo’s Cabinet begeisterte auf allen Linien

Apollo’s Cabinet nennt sich ein Barockensemble rund um die Vorarlberger Blockflötistin Teresa Wrann und die aus Feldkirch stammende Violinistin Karoline Wocher. Im Quartett mit dem Gitarristen Jonatan Bougt und Thomas Pickering am Cembalo folgten die Musiker:innen den Spuren des Reiseschriftstellers und Musikhistorikers Charles Burney. Die inspirierende Atmosphäre in der Evangelischen Kirche in Feldkirch bot einen hervorragenden Rahmen für die feinsinnigen und bewundernswert farbenreichen Werkdeutungen. Ausgehend von französischer Musik unter anderem von de Visée und Marin Marais über Vivaldis Kammerkonzert „La Notte“ bis hin zu schottischen Traditionals führte die kurzweilige Reise.

Die Musiker:innen des Ensembles „Apollo‘s Cabinet“ trafen sich vor vier Jahren in der Londoner Guildhall School of Music. Seither erarbeiteten sie spezifische Konzertprogramme, in denen die Musik in Beziehung zu anderen Kunstsparten gestellt wird. Mit seinen der historischen Aufführungspraxis verpflichteten Werkdeutungen hat das Ensemble bereits viel Anerkennung gefunden. Nun präsentierten die Musiker:innen erstmals in Vorarlberg „Charles Burney – Barocker Reiseblogger“. Informativ und sympathisch erzählte Teresa Wrann von Burneys Reiseroute mit Stationen in Paris, Venedig, Leipzig, Hamburg und London.
Die Besetzung von „Apollo’s Cabinet“ erklang wunderbar vielseitig eingesetzt. Die große Palette der Blockflöten in unterschiedlichen Tonlagen und Stimmungen verlieh sämtlichen Werken eine individuelle Farbe. Feinsinnige Charakteränderungen ergaben sich auch durch den abwechslungsreichen Einsatz von Barockgitarre und Theorbe. Darüber hinaus spielte Thomas Pickering neben dem Cembalo auch die Blockflöte. In gut austarierten Wechselspielen ergänzten sich die Blockflötistin Teresa Wrann und Karoline Wocher mit der Barockvioline. Sensibel und spielfreudig, höchst virtuos und mit Bedacht auf die Tonqualitäten stellten sie die musikalischen Themen in den Raum, kraftvoll und gelenkig unterstützt von ihren Partnern im Basso Continuo.

Spaß und Dramatik

Das musikalisch klug aufgebaute Konzertprogramm bot eine abwechslungsreiche Dramaturgie. Amüsant war die Paraphrase „Les saisons amusantes“, die Nicolas Chédeville in enger Anlehnung an Vivaldis vier Jahreszeiten gesetzt hat. Aufhorchen ließ auch die Suite in D-Moll von Robert de Visée, in der das Ensemble seine erfrischende Ausdruckskraft schön zur Geltung brachte. Die Allemande wirkte durch die parallel geführten Stimmen von Blockflöte und Violine verbindlich, das Sopranino gab der Gavotte viel Sprungkraft und fein musiziert erklang die Chaconne. Die Masquerade erhielt, verstärkt durch Schellenkränze und virtuose Linienführungen, ein markantes Profil. Beste Unterhaltung bot auch der facettenreiche Reigen der Maskentänze von Purcell, Coperario, Rameau und Johnson, insbesondere „Witches“ mit zwielichtigen Tonqualitäten in der Geige und Luftgeräuschen in der Flöte imponierte.
Einen großen Eindruck hinterließ auch das Kammerkonzert RV 104 von Antonio Vivaldi. Der Unheil verkündende Beginn und die wirre Harmonik mit den chromatischen Wendungen wurden dramatisch ausgedeutet. In Erinnerung blieb auch die Triosonate in D-Moll des aus Hamburg stammenden Komponisten Pierre Prowo. Im Allegro traten die Violine und Blockflöte in einen mitreißenden Wettstreit miteinander, den cantablen Charakter unterstrichen die Musiker:innen im Adagio und dem abschließenden Presto verliehen sie einen perkussiven Touch.
Den Welt- und Liebesschmerz wie er mitunter nach ein paar Guiness Bier im Alehouse aufkommt, fasste „Apollo’s Cabinet“ im schottischen Traditional „Bonnie Jean of Aberdeen“ mit einem feinen Arrangement in Musik. Zum Schluss gaben die Musiker:innen mit dem virtuos gespielten Traditional „Paul’s Steeple, or the Duke of Norfolk“ einen richtigen Rausschmeißer.

www.apolloscabinet.com

Teresa Wrann (Blockflöte), Karoline Wocher (Barockvioline), Jonatan Bougt (Theorbe und Barockgitarre) und Thomas Pickering (Cembalo und Blockflöte) musizieren im Ensemble "Apollo's Cabinet". Bei ihrem Auftritt in der Evangelischen Kirche in Feldkirch wurden sie herzlich gefeiert.

Teresa Wrann (Blockflöte), Karoline Wocher (Barockvioline), Jonatan Bougt (Theorbe und Barockgitarre) und Thomas Pickering (Cembalo und Blockflöte) musizieren im Ensemble "Apollo's Cabinet". Bei ihrem Auftritt in der Evangelischen Kirche in Feldkirch wurden sie herzlich gefeiert.

Variantenreiche Klangfarben brachten die unterschiedlichen Instrumente aus der "Familie der Blockflöten" ein.

Variantenreiche Klangfarben brachten die unterschiedlichen Instrumente aus der "Familie der Blockflöten" ein.

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  • Teresa Wrann (Blockflöte), Karoline Wocher (Barockvioline), Jonatan Bougt (Theorbe und Barockgitarre) und Thomas Pickering (Cembalo und Blockflöte) musizieren im Ensemble "Apollo's Cabinet". Bei ihrem Auftritt in der Evangelischen Kirche in Feldkirch wurden sie herzlich gefeiert. Teresa Wrann (Blockflöte), Karoline Wocher (Barockvioline), Jonatan Bougt (Theorbe und Barockgitarre) und Thomas Pickering (Cembalo und Blockflöte) musizieren im Ensemble "Apollo's Cabinet". Bei ihrem Auftritt in der Evangelischen Kirche in Feldkirch wurden sie herzlich gefeiert.
  • Variantenreiche Klangfarben brachten die unterschiedlichen Instrumente aus der "Familie der Blockflöten" ein. Variantenreiche Klangfarben brachten die unterschiedlichen Instrumente aus der "Familie der Blockflöten" ein.