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02.01.2020 |  Andreas Feuerstein

Ein Bussi Riot vor Silvester

Stereo Ida, Nu Jargon und das SkiSchuhTennisOrchestra feierten im Spielboden die diesjährige PreSilvesterParty. Vor ausverkauftem Haus und mit vollen Taschen für den guten Zweck.

Kann man ruhig zum Neujahrsvorsatz machen: Nicht mehr den Jahreswechsel feiern, dessen allgemeine Begleiterscheinungen, blickt man sich an Neujahr um, eh alles andere als eine Freude sind, sondern Vorsilvester. Und was bei der Party reinkommt, geht raus an ein sozial nachhaltiges Projekt. Das Beste: Wer das für eine gute Idee hält, muss auf Gelegenheit nicht mal warten: Im Spielboden hat PreSilvester für den guten Zweck bereits Tradition.
Das Jahresfinale zu Gunsten der Somaro-Sozialmärkte-Romania sorgte am Montagabend für ein ausverkauftes Haus. Das Line-up mit Stereo Ida, Nu Jargon und dem SkiSchuhTennisOrchestra darf man als divers gelungene Mischung für einen höchst tanzbaren Abend bezeichnen: von den schönen, zum Mitwippen einladenden Liedern mit Stereo Ida über den das Tempo anziehenden Crossover-Swing von Nu Jargon bis zum finalen Reggae-Ska-Feuerwerk des SkiSchuhTennisOrchestras spannte sich ein sich zum Schluss hin verdichtender Bogen.

Schön aus der Zeit fallen
Mona Ida (Gitarre, Gesang), Patrick Fahser (Gitarre, Gesang), Alex Vonach (Kontrabass) und Marco Festini (Mandoline, Gitarre) eröffneten die PreSilvesterParty mit einer Hommage an das Chanson. Als Zuhörer fühlte man sich um mehrere Jahrzehnte zurückversetzt, der Sound, und das ist keine Kritik, wirkt völlig aus der Zeit gefallen. In ihren eigenen Worten beschreibt die Band ihre Songs als „voll ruhig und schön – zum Schmusen und so“. Nur „ruhig und schön“ heißt aber auch: begrenzt spannend. Persönliche Vermutung: Einen kräftigen Schuss Derbheit dazu, das Ganze klänge viel aufregender.

Im Setzkasten der Stile
Eine neue Sprache möchte Nu Jargon mit ihrem Mix aus swingenden Lines und jazzigen Vibes etablieren. Dass sich die Band im Setzkasten der Stile auskennt, hört man sofort. Da wirkt nichts erzwungen, jedes Element sitzt am richtigen Ort und alle Elemente fügen sich zum stimmigen Ganzen. Ein Wermutstropfen: Kerstin Türtscher (Gesang), Adrian Baldauf (Gitarre, Komposition) Jonathan Frick (Keyboard), Marcello Girardelli (Bass) und Florian Salzinger (Schlagzeug) versuchen viel. Vielleicht etwas zu viel. Alle glänzen am Instrument, leider meist zur selben Zeit. Das macht es schwer, den einzelnen Stimmen und dem Ganzen zu folgen. Mut zur Lücke würde dem Sound mehr Transparenz verleihen.

Und alle miteinander
Was die beiden ersten Acts deutlich von den Lokalmatadoren unterschied, wurde schnell klar, als Christoph Kutzer (Gesang, Gitarre, Ukulele), Hanno Ölz (Akkordeon, Keys), Thomas Hämmerle (Saxophon), Andreas Grabher (Bass), Oliver Rath (Gitarre), Jojo Strickner (Schlagzeug) und Kofi Quarshie (Percussion) zu vorgerückter Stunde die Bühne betraten. Mit „Puma“ hat das SkiSchuhTennisOrchestra einen Frontman, der schon vor dem ersten Ton mit allen Anwesenden in Resonanz geht. Sofort hat man hier das gute Gefühl: Bei SkiSchuhTennis ist niemand allein. Und so entfaltet sich bis nach Mitternacht ein Bussi Riot der verbindendsten Sorte, mit feinstem home-grown Reggae/Ska. Drei neue Songs feierten an diesem Abend Bühnenpremiere: Schatten und Licht, Chillax und Fluach odr Seaga. Die SunShineBackings Philomena Juen und Kerstin Türtscher verfeinerten zum Schluss mit einer feinen Gesangsnote. Naa naa nana na naaa…

Home-grown Reggae/Ska für den guten Zweck: Das SkiSchuhTennisOrchestra im Spielboden. (Foto: Jeremy Mathis)

Home-grown Reggae/Ska für den guten Zweck: Das SkiSchuhTennisOrchestra im Spielboden. (Foto: Jeremy Mathis)

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  • Home-grown Reggae/Ska für den guten Zweck: Das SkiSchuhTennisOrchestra im Spielboden. (Foto: Jeremy Mathis) Home-grown Reggae/Ska für den guten Zweck: Das SkiSchuhTennisOrchestra im Spielboden. (Foto: Jeremy Mathis)