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11.05.2009 |  Silvia Thurner

Anna, Otto und Guntram im Clowncerto

Guntram Simma ist seit Jahrzehnten ein Pionier in Sachen Musikvermittlung. Dieses Schlagwort ist seit einiger Zeit ein Lieblingsthema derer, die junge Leute in den Konzertsaal bringen und sie für die klassische Musik begeistern wollen. Nicht selten erhalten die jungen KonzertbesucherInnen jedoch eine musikalische Wissensvermittlung, anstatt eines unmittelbar wirkenden musikalischen Erlebnisses. Kürzlich trat Guntram Simma mit dem Jugendsinfonieorchester sowie der Clownfrau Tanja Simma und dem Clown Georg Wacks auf die Bühne des Dornbirner Kulturhauses. Viele sind gekommen, und alle waren begeistert.

Das Jugendsinfonieorchester spielte gewohnt professionell mit einem erstaunlich homogenen Gesamtklang und einer guten Balance zwischen den Stimmgruppen. Ihre Aufgaben verfolgten die jungen MusikerInnen mit einer spielerischen Ernsthaftigkeit. Eröffnet wurde das Jeunesse „Clowncerto“ mit der Ouvertüre aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß - doch die Clowns waren noch nicht da. Mit Tohuwabohu stürmten sie in den Konzertsaal, anstatt durch die Gänge nahmen sie ihren Weg über die Sitzreihen, erreichten endlich ihr Ziel und begannen ihre Instrumente auszupacken. Dringend wurde eine Kuckuckspfeife gesucht, doch bis Anna und Otto diese fanden, kramten sie zahlreiche andere Instrumente aus ihrem Koffer. Alle wurden ausprobiert, und jedes für sich wirkte gut zu den Orchesterklängen von Strauß’ „Im Krapfenwaldl“.

Melodie und Tiere

Um den „Indianischen Kriegstanz“ von H. Chr. Lumbye auch wirkungsvoll spielen zu können, war der Orchesterleiter auf die Mitwirkung des Publikums angewiesen. Große und kleine Indianer unterstützten ihn mit lauter und leiser werdendem Geschrei. Gleich anschließend waren für L. Andersons „Waltzing Cat“ die Mädchen als miauende Katzen gefragt, während die Jungen als bellende Hunde konterten. Als vier kleine Solisten aus dem Publikum als Esel, Pferd, Eule und Wolf das Orchester ergänzten, war der Spaß perfekt.

Taktstock mit magischen Kräften

Anna, die Clownfrau, ergatterte sogar den Dirigentenstab, den sie augenblicklich gut gebrauchen konnte, um sich den Rücken zu kratzen. Nachdem der Taktstock endlich nach einigen Unwägbarkeiten wieder im Ausschnitt ihres Kleides auftauchte und sie damit herumfuchtelte, bemerkte sie, dass von diesem Zauberkräfte ausgingen. Denn auf einen Streich folgten ihr alle OrchestermusikerInnen und spielten einen Tusch. Auch auf andere Bewegungen reagierte das Orchester, und sogar einzelne Instrumentengruppen spielten, wenn sie ihnen zuwinkte. Begeistert füllte das Energiebündel Anna ihre Rolle als Dirigentin aus. Mit der singenden Säge spielte sie das „Ave Maria“ nur für Otto, der an ihrer Seite sehr gerührt war. Eine gute Stunde Musik und Unterhaltung vergingen wie im Flug, auch die kleinsten ZuhörerInnen folgten dem „Clowncerto“ gebannt und mit viel Vergnügen.

Gedanken

Hinter diesem Ereignis stehen viele Überlegungen, die musikalische Sinnzusammenhänge ohne lange Belehrungen erfahrbar machen. Beispielsweise lassen sich alle Geräuschmacher in einen wirkungsvollen musikalischen Zusammenhang integrieren. Tierlaute können eine Melodie tragende Funktion einnehmen, und verschiedene Lautstärken wirken ganz unterschiedlich. Auch die Rolle des Dirigenten wurde höchst amüsant und anschaulich dargestellt.

Anna und Otto spielen mit

Anna und Otto spielen mit

Guntram Simma mit den vier Solisten

Guntram Simma mit den vier Solisten

Anna und Otto im Duett

Anna und Otto im Duett

Ein Indianer schleicht durchs Orchester

Ein Indianer schleicht durchs Orchester

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