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04.04.2019 |  Manuela Schwaerzler

Der 6. Hohenemser Literaturpreis geht an Karosh Taha

Seit 2009 wird im Zwei-Jahres-Rhythmus der „Hohenemser Literaturpreis an deutschsprachige AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache“ verliehen. Dieses Jahr konnte die gebürtige Irakerin Karosh Taha aus Essen überzeugen.

Im anonymen Verfahren wurde ihr Manuskript „Körpersprache“ von der Jury (Sudabeh Mohafez, Vladimir Vertlieb, Zafer Senocak) aus 111 Einreichungen als Siegertext ausgewählt. Es handelt sich um einen Auszug aus einem Romanprojekt der Autorin, die 1987 in der kurdischen Kleinstadt Zaxo (Irak) geboren wurde. Seit 1997 lebt Karosh Taha im Ruhrgebiet, sie hat Anglistik und Geschichte studiert und letztes Jahr ihren Debütroman „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ veröffentlicht. Dieser wurde nicht nur vom Publikum, sondern auch von der Literaturkritik gefeiert und mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfahlen ausgezeichnet.

„Körpersprache“: Unerwartete Perspektiven ohne Klischees

Der eingereichte Text „Körpersprache“ überzeugte die Jury in mehrfacher Hinsicht: „In hochpoetischer und präziser Sprache zeichnet Karosh Taha ein Geflecht aus fragilen Beziehungen, Sehnsüchten und Einsamkeiten urbaner Milieus, die von zahlreichen Sprachen, vielfältigen kulturellen Eigenheiten und der Überlieferung längst in Frage gestellter Selbstgewissheiten geprägt sind. Ihr literarischer Blick richtet sich von innen auf das nur scheinbar alltägliche Geschehen zwischen den Geschlechtern, den kulturellen Bezügen und den Generationen. Er eröffnet unerwartete Perspektiven und kommt ganz ohne voyeuristische Klischees über Migration aus.“

Die Verleihung des mit 7.000 Euro dotierten 6. Hohenemser Literaturpreises findet am 22. Juni, um 19 Uhr im Salomon-Sulzer-Saal statt, dabei wird die Autorin ihren Siegertext lesen.

Karosh Taha erhält den „Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autoren nicht-deutscher Muttersprache 2019“ (Foto: Havin Al-Sindy)

Karosh Taha erhält den „Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autoren nicht-deutscher Muttersprache 2019“ (Foto: Havin Al-Sindy)

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