Benutzerspezifische Werkzeuge

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Literatur

Späte Würdigung einer mutigen Frau
Maria Stromberger mit den Auschwitz-Überlebenden Tadeusz Szewczyk und Edward Pyś (rechts)  © Anna Pyś-Czechowicz, Rzeszów
Literatur
19.09.2021 Markus Barnay

„Ich bin mitten unter Nazis, SS, Gestapo!“, schrieb Maria Stromberger ihrem Vertrauten, dem ehemaligen KZ-Häftling Edward Pyś. Das war im Juli 1946, mehr als ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Diktatur. Die „Nazis, SS und Gestapo“ befanden sich damals mitten in Vorarlberg, nämlich im Anhaltelager Brederis, in dem führende Köpfe der heimischen Nationalsozialisten vorübergehend interniert wurden. Was Maria Stromberger besonders erregte, war die Art, wie sich die Täter an diesem Ort selbst zum Opfer stilisierten: „(Ich) muss ihre Redensarten täglich anhören, über die ‚Ungerechtigkeit’, höre Klagen, was die Menschen jetzt mit ihnen tun.“ Diese Klagen standen aus Strombergers Sicht in einem himmelschreienden Widerspruch zu dem, was die Nazis in den Jahren zuvor verbrochen – oder zumindest mitverursacht und geduldet hatten: „Dann stehen vor meinem geistigen Auge die Erlebnisse von Auschwitz!! Ich sehe den Feuerschein der Scheiterhaufen! Ich verspüre den Geruch verbrannten Fleisches in der Nase, ich sehe die Elendszüge der einrückenden Kommandos mit den Toten hinterher, (...) und ich könnte diesen hier ins Gesicht schreien und blind auf sie losgehen.“

zum Artikel >
„Wer warten kann, der hat Glück“
Literatur
13.09.2021 Annette Raschner

Vor drei Jahren ist die aus Hard stammende, in Augsburg lebende Autorin Christina Walker zum bereits zweiten Mal mit dem Literaturpreis des Landes Vorarlberg ausgezeichnet worden. Elf Jahre nach dem Gewinn des Literaturstipendiums, wie die Auszeichnung damals noch hieß, erhielt sie den ersten Preis für die ersten drei Kapitel eines Romanprojekts. Das Projekt ist nun zum Roman gereift und als solcher unter dem lapidaren Titel „Auto“ im Verlag braumüller erschienen. Es handelt sich um Christina Walkers Romandebüt.

zum Artikel >
Von Internet-Trollen und verunsicherten Frauen
Literatur
09.09.2021 Raffaela Rudigier

Der neue Roman „Die Nachricht“ von Doris Knecht ist ein „Pageturner“: spannende Story, aktuelles Thema, rasant geschrieben, gute Lektüre. Die Wahl-Wienerin und ursprünglich aus Vorarlberg stammende Autorin beweist einmal mehr, dass sie ihr Handwerk beherrscht. Der cineastische Roman hat die Spannung eines Krimis und erzählt gleichzeitig von der langsamen Veränderung seiner Hauptfiguren wie ein klassischer Entwicklungsroman.

zum Artikel >
Gemischter Satz: Die 15. Liechtensteiner Literaturtage sind eröffnet
Anya Schutzbach sprach über das Verhältnis zwischen LektorInnen und AutorInnen
Literatur
03.09.2021 Anita Grüneis

«Gemischter Satz» heißt das Programm der 15. Liechtensteiner Literaturtage. Der Titel bezieht sich auf das Spannungsfeld von AutorIn und Verlag. An drei Tagen lesen im Literaturhaus in Schaan mehrere AutorInnen aus ihren Werken, dazu ist mit «Steiner» eine musikalische Erzählung zu erleben, bei der die Texte von Roman Banzer mit Werner Hasler am Bass und Wilfried Marxer an der Gitarre musikalisch auf die Bühne gebracht werden. Bei der Eröffnung sprach Anya Schutzbach zum Thema «Betriebsverhältnis» zwischen Verlag/LektorIn und AutorIn. Zudem zeigte Helena Becker mit der Ausstellung «Rußige Brennstäbe» ihre Papierschnitte, die sie in den letzten drei Jahren geschaffen hat.

zum Artikel >
Der charismatische Kater
Literatur
02.09.2021 Ingrid Bertel

Sieben Leben als Erzähler, Prediger, Leser und Philosoph führt der Kater Matou in Michael Köhlmeiers neuem Roman – sieben Leben, die einem Menschenleben und 250 Jahren Geschichte entsprechen und die alles zusammenfassen, was Michael Köhlmeier geschrieben, gelesen, gedacht hat. Die Katerfragen dabei: Wie hälst Du’s mit der Wahrheit? Bringt Charisma ein gutes Leben? Und überhaupt: was ist der Mensch?

zum Artikel >
Das Literaturhaus Liechtenstein ist 20 Jahre alt: Literatur ist die Wissenschaft vom Ich
Festredner Paul Jandl und der Präsident des Literaturhauses Roman Banzer
Literatur
22.08.2021 Anita Grüneis

Das Literaturhaus Liechtenstein feierte seinen 20 Geburtstag. Jahrelang ein Vagabund, der von Ort zu Ort zog, ist es nun seit 2019 in Schaan zuhause. Der Mitgründer und Präsident des Literaturhauses Roman Banzer verlas in seiner Ansprache auch die Grußbotschaft von Regierungsrat Manuel Frick, in der es unter anderem hieß: «Von allen Weiten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.» Dieses Zitat von Heinrich Heine widerspiegelt den Stellenwert von Büchern und Worten. Sie haben sich dieser Welt angenommen und entwickeln sie weiter. Dafür haben sie einen besonderen Ort in Liechtenstein geschaffen, das Literaturhaus.

zum Artikel >
Wie lange lässt sich Vergangenheit bewältigen, indem man sie vergessen macht? - Zu Severin Holzknechts Studie über Hans Nägele (1884–1973)
Literatur
07.07.2021 Werner Bundschuh

Als deutsch-völkischer „Vorarlberger Tagblatt“-Chefredakteur, als fanatischer Publizist des „Alemannen-Mythos“ und NS-verharmlosender Firmenbücherschreiber prägte der Chemiker Hans Nägele die Medienlandschaft. Severin Holzknecht hat diesem „Heimatforscher“ eine Biographie gewidmet. Heute würde Nägele unter die Rubrik Fake-News-Produzent fallen. Den historischen Faktencheck übersteht er nicht.

zum Artikel >
Anfang und Ende - "The ever-living ghost"
Schriftsteller Stefan Feinig erhielt den Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autor*innen nichtdeutscher Erstsprache, Foto: Verlag ZALOŽBA, Jennifer Freund
Literatur
28.06.2021 Annette Raschner

Der 34 Jahre alte Schriftsteller, Übersetzer und Philosoph Stefan Feinig ist mit dem diesjährigen, mit 7.000 Euro dotierten "Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autor*innen nichtdeutscher Erstsprache" ausgezeichnet worden. Sein preisgekrönter, autobiografischer Essay trägt den Titel "The ever-living ghost - a new kind of landscape". Stefan Feinig ist in Klagenfurt/Celovec geboren und publiziert seine Texte in Slowenisch und Deutsch.

zum Artikel >
Sehr spezieller Gedenkort für den „Meister des Kreuzstiches“ Ferdinand Nigg
Gedenkort Ferdinand Nigg in Vaduz
Literatur
15.06.2021 Karlheinz Pichler

Inmitten einer bedeutsamen städtebaulichen Konstellation, eingebettet zwischen Kathedrale und Regierungsgebäude samt Landesarchiv, vor dem Standesamt und gegenüber der Musikschule, steht seit rund eineinhalb Jahren in Vaduz eine begehbare Skulptur, die dem großen Liechtensteiner Textilkünstler Ferdinand Nigg gewidmet ist. Bereits im Dezember 2019 wurde dieser Erinnerungsort ganz in der Nähe der Gedenkstätte für den Musiker Joseph Gabriel Rheinberger ohne großes Trara eröffnet. Jetzt, mit dem Erscheinen einer vom Architekten Florin Frick und dem Künstler Martin Frommelt in Zusammenarbeit mit dem Buchkünstler Hansjörg Quaderer erarbeiteten Publikation zu diesem Ort, erhält das Ganze sozusagen Öffentlichkeitscharakter und die Würdigung, die dem Ort gebührt.

zum Artikel >
Die Atmosphäre einer Stadt
Edgar Eller "Die Stadt als Anlass"
Literatur
10.06.2021 Ingrid Bertel

„Die Stadt als Anlass“ nennt sich ein Feldkirch-Buch, das als Beginn einer Reihe gedacht war. Wenn es jetzt erscheint, bedeutet das allerdings Bilanz, denn die „Stadtkultur Feldkirch“ (SKF), die die darin dokumentierten Projekte anstieß und begleitete, gibt es nicht mehr. Das Buch wird so zum Dokument eines Prozesses, der bedauerlicherweise abgebrochen wurde.

zum Artikel >
Artikelaktionen