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Literatur

Bäume wie Rasierpinsel - neuer Roman von Christian Mähr
Literatur
18.05.2020 Annette Raschner

Als Autor hat man zwei Möglichkeiten, um eine spannende Geschichte zu erzählen, sagt der aus Feldkirch gebürtige Christian Mähr: Man schreibt über verrückte Menschen, die normale Dinge tun oder über normale Menschen, die verrückte Dinge tun. Alles andere sei entweder langweilig oder haarsträubend. Christian Mähr bevorzugt generell letztere der beiden genannten Möglichkeiten, und so konsequent, wie er dies in seinem neuen Roman „Carbon“ betreibt, ist er selten vorgegangen. „Carbon“ ist soeben im Wiener Verlag braumüller erschienen und behandelt ein Thema, das gerade jetzt in Zeiten der Corona-Krise von besonderem Interesse sein könnte.

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Der Datendiebstahl und ein Debütroman
Literatur
19.04.2020 Anita Grüneis

„Für immer die Alpen“ ist der erste Roman des 31-jährigen Benjamin Quaderer. Und es wurde gleich ein großer Wurf. Der junge Autor schreibt mit einer Lässigkeit und Selbstverständlichkeit, als hätte er schon Dutzende solcher Bücher geschrieben. Dabei umfasst sein Werk 592 Seiten, ist voller Überraschungen, liest sich spannend wie ein Kriminalroman und ist zugleich extrem tiefsinnig. Die Lektüre wird zum Sog, der einen mitnimmt in das Leben eines Mannes, der seine Umgebung mit großer Wachheit wahrnimmt und seine Hauptperson mit viel literarischem Freiraum durch das Leben gaunern lässt. Dabei schafft er manchmal Wortgebilde, die sich so mächtig auftürmen wie die Alpen, für immer.

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Tödlicher Rassismus - neues Buch über Roma und Sinti im Bodenseeraum
Literatur
14.04.2020 Markus Barnay

„Bei dem ihm eingewurzelten Hang zur Verübung von Diebstählen, seinem angeborenen Freiheitsbedürfnis und seiner unüberwindlichen Scheu von [sic!] einem geregelten Leben und Arbeit ist mit Sicherheit damit zu rechnen, dass der Angeklagte nach seiner Strafverbüssung alsbald rückfällig wird.“ Vielleicht können wir bald wieder solche, von Vorurteilen und Klischees strotzende Urteile lesen, wenn sich der türkise Teil unserer Bundesregierung (unterstützt vom schwarzen Teil der Landesregierung) mit der Forderung nach einer vorbeugenden „Sicherheitshaft“ durchsetzen sollte. 1940, als obiges Urteil verfasst wurde, hieß es noch „Sicherungsverwahrung“, und die wurde in diesem Fall gegen Georg August Reinhardt ausgesprochen. Der Sohn einer „Zigeunerfamilie“ war zuvor zu 15 Monaten Haft verurteilt worden, weil er in der Nähe von Stuttgart ein Fahrrad entwendet und ein paar Kilometer weiter abgestellt hatte. Jetzt wurde zudem noch die „Schutzhaft“ über ihn verhängt. Die endete für ihn mutmaßlich mit der Deportation in ein Vernichtungslager, wo er ziemlich sicher ermordet wurde.

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Neuerscheinung von Guntram Zoppel: Tödliche Absolution - ein Dornbirn-Krimi
Literatur
06.04.2020 Raffaela Rudigier

Isolation ist nichts Angenehmes, aber sie eignet sich ganz hervorragend für eine Sache: Lesen! Beim Blick auf die Vorarlberger Neuerscheinungen fällt auf, dass der Dornbirner Guntram Zoppel wieder einen Kriminalroman veröffentlicht hat. Es ist bereits sein dritter Vorarlberg Krimi. Nach dem Bregenzerwald und nach Lustenau spielt das neue Buch rund um die ermittelnden Polizisten Sandra Dorner und Friedl Natter nun in Dornbirn.

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Die offene Türe des Kinderzimmers
Literatur
04.04.2020 Annette Raschner

Wer Texte von Christian Futscher liest, sollte auf der Hut sein. Der Vorarlberger Schriftsteller ist mit allen Wassern gewaschen! Da wird mitunter auf Teufel komm‘ raus schwadroniert, kalauert und geschwindelt, was das Zeug hält, und dann passiert es! Die Pointe kehrt alles in sein Gegenteil. „Alles außer Lyrik ist Irrsinn“, zitierte Christian Futscher in seinem letzten Buch „Alles außer Lyrik“ den großen österreichischen Dichter Andreas Okopenko. „Das Pfeifen der Gräser“ heißt sein neuer Gedichtband.

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Liebenswürdiger Kauz, sehnsuchtsvolle Lichtgestalten und die Brise der Veränderung
Literatur
01.04.2020 Annette Raschner

Der Vorarlberger Schriftsteller Wolfgang Hermann hat seine Kindheit und Jugend in Dornbirn verbracht. Die Ferientage genoss er großteils auf dem Bödele. Für die Ausstellung „Wem gehört das Bödele?“ im Stadtmuseum Dornbirn und im Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg hat Wolfgang Hermann eine seiner Schubladen geöffnet und eine Erzählung mit dem Titel „Walter oder die ganze Welt“ hervorgeholt. Sie ist unlängst im Limbus Verlag erschienen und den Gefährtinnen und Gefährten von damals sowie seinem Sohn Felix gewidmet.

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Schönheit als Last - Monika Helfers neuer Roman „Die Bagage“ erzählt von einer Familie, die ziemlich viel zu tragen hat
Literatur
23.03.2020 Ingrid Bertel

Hoch in den Bergen, ganz am Ende eines Tals, das alle nur den „Wald“ nennen, lebt im Jahr 1914 eine Familie, deren Mitglieder alle schön sind. Die schönste aber ist Maria, und weil sie nichts hat außer ihrer Schönheit, ist ihr Leben gefährlich. Im Dorf unten wird die Familie „die Bagage“ genannt. „Das stand damals noch lange Zeit für ,das Aufgeladene‘, weil der Vater und der Großvater von Josef Träger gewesen waren, das waren die, die niemandem gehörten, die kein festes Dach über dem Kopf hatten, die von einem Hof zum anderen zogen und um Arbeit fragten und im Sommer übermannshohe Heuballen in die Scheunen der Bauern trugen, das war der unterste aller Berufe, unter dem des Knechtes.“ Bagage – das ist das französische Wort für Gepäck. Aber wenn jemand so schön ist wie Maria, kann und wird Mann sie dann als Gepäcksstück behandeln?

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Zwei grundverschiedene „Annäherungen“ an NS-Opfer
Literatur
16.03.2020 Markus Barnay

Gleich zwei Bücher wurden Anfang dieses Jahres präsentiert, die an aus Vorarlberg stammende NS-Opfer erinnern. Die beiden, Hugo Paterno und Georg Schelling, weisen interessante Gemeinsamkeiten auf – jedenfalls in Hinsicht auf die Ursachen ihrer Verfolgung durch die NS-Behörden: Beide waren sie tief gläubig, beide unterstützten sie vor 1938 aktiv die katholisch-konservative Diktatur, beide gerieten sie deshalb ins Visier der Nationalsozialisten. Dann hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon wieder auf, denn Georg Schelling überlebte die KZ-Haft in Dachau und Buchenwald, während Hugo Paterno 1944 in München-Stadelheim hingerichtet wurde. Keinerlei Gemeinsamkeit gibt es auch zwischen den jetzt erschienenen Büchern – die könnten unterschiedlicher nicht sein, obwohl in beider Untertitel von „Annäherungen“ die Rede ist.

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„Teilnehmen. Teilhaben. Teilsein. Von großen Kulturdampfern und kleinen kulturinitiativen Schinakeln“
Literatur
25.02.2020 Raffaela Rudigier

Ist „Kultur“ elitäre Schöngeisterei? Weshalb interessieren sich sehr viele Menschen überhaupt nicht für „Kultur“? Wo fängt „Kultur“ an und wo hört sie auf? Und wer bestimmt das? Diese grundlegenden Fragen werden im neuen Buch „Teilnehmen. Teilhaben. Teilsein. Von großen Kulturdampfern und kleinen kulturinitiativen Schinakeln“ von Peter Hörburger aufgeworfen.

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Neue Literaturreihe im Theater am Saumarkt: „Biographie – erforschen, erinnern, erfinden?“
Angela Steidele gestaltete den Auftakt zur neuen Literaturreihe im Theater am Saumarkt (© Ben Chislett / Matthes & Seitz Berlin).
Literatur
18.02.2020 Annette Raschner

Mit einer besonderen Matinee-Reihe möchte das Theater am Saumarkt in Feldkirch möglichst viele Literaturliebhaber und -liebhaberinnen ansprechen. Für das Projekt „Biographie - erforschen, erinnern, erfinden?“ hat Marie-Rose Rodewald-Cerha, langjähriges Mitglied der Literaturgruppe des TaS, Autorinnen und Autoren eingeladen, die spannende Biographien geschrieben haben. Bis Sommer soll an jedem ersten Sonntag im Monat eine Veranstaltung im Theater am Saumarkt stattfinden.

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