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Literatur

Den Opfern einen Namen geben - Neues Buch über die NS-Opfer der Kummenberg-Gemeinden
Literatur
21.10.2019 Markus Barnay

Der Psychiater und Leiter einer „Heil- und Pflegeanstalt“ war gerade 39, als seine Frau ihr zweites Kind zur Welt brachte. Seiner Diagnose zufolge litt das kleine Mädchen unter einer „vererbten Gehirnkrankheit“, was in seinen Augen gleichbedeutend mit einer „angeborenen Minderwertigkeit“ war. Und „Minderwertigkeit“ hieß für ihn „lebensunwert“. Der Psychiater zog die Konsequenzen: Er ließ seine Tochter durch eine Spritze töten. Schon kurz zuvor hatte er auch seine Schwiegermutter in den Tod geschickt – er wählte sie für einen Transport aus, von dem er wusste, dass die Insassen ermordet werden würden. Die beiden Verwandten waren nicht die einzigen, die der Arzt in den sicheren Tod schickte. Insgesamt sind über 300 Patienten der Anstalt ums Leben gekommen, die meisten von ihnen wurden ermordet.

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Very Special - Christoph Keller entwirft in seinem Roman „Der Boden unter den Füßen“ eine sachte Utopie des Abschieds
Literatur
15.10.2019 Ingrid Bertel

Lion steht in seinem Garten und hört Musik: Duke Ellington am Klavier, Charlie Mingus am Bass, Max Roach hinter dem Schlagzeug, „Very Special“ – besseren Upbeat-Blues kann es nicht geben. Der Nachbarsjunge Andri mit der „vogelleichten Stimme“ betrachtet Lions lädierten Holunder. „Das Gewicht des Schnees hat ihn gebrochen und entwurzelt, und dennoch wachsen immer neue Äste aus ihm heraus“, sagt Lion. Das kann Andri wirklich nicht beeindrucken: „Du hast einfach zugeschaut, wie es den Baum vollgeschneit hat, bis er brach“, sagt er – und damit ist das Thema des Romans angeschlagen, federleicht, elegant perlend wie die Klavierläufe von Duke Ellington.

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„Eigentlich bin ich kein Schimpfer und Flucher!“ - Wolfgang Berchtold präsentiert Vorarlbergs erstes Schimpfwörterbuch
Literatur
08.10.2019 Annette Raschner

Es gibt bekanntlich Menschen, die Witze erzählen, die man ihnen nie zugetraut hätte. So oder so ähnlich verhält es sich bei der Wahl der Schimpfwörter und Flüche. Sie, die mit starken Emotionen verknüpft sind, erzählen viel über denjenigen, der sie benutzt. Der pensionierte AHS-Lehrer und frühere Vizebürgermeister von Götzis, Wolfgang Berchtold, hat sich in die Kultur oder auch die Unkultur des Schimpfens, Fluchens und Spottens in Vorarlberg gestürzt und sich dabei Gedanken darüber gemacht, wie viele solche Ausdrücke es in unserer Region gibt, woher sie kommen und was sie bedeuten. Das Ergebnis ist ein schön aufbereitetes, populärwissenschaftliches Nachschlagewerk mit originellen Karikaturen von Silvio Raos. „Das Vorarlberger Schimpfwörterbuch“ ist in der Edition V erschienen.

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Märchen, Mythen, Westernhelden - Michael Köhlmeier präsentiert zum 70er viel Neues
Literatur
29.09.2019 Ingrid Bertel

Zu seinem 70. Geburtstag zieht Michael Köhlmeier Bilanz. Seine neuen Bücher und CD-Editionen sind Spiegel einer lebenslangen Leidenschaft. Das Lächeln von Keith Richards fasziniere ihn, hat Michael Köhlmeier einmal erzählt, dieses zutiefst entspannte Lächeln eines Überlebenden. Möglicherweise faszinieren ihn darüber hinaus all die Riffs und Licks, die Richards in den Tiefen der Blues-Tradition gefunden hat, diese skelettierten, ungeheuer einprägsamen Gitarren-Vignetten. Und vielleicht inspiriert ihn auch der Piratenlook – die kajal-umrahmten Augen, die Rabennest-Frisur, die Totenkopf-Ringe. „It’s Only Rock ‘n‘ Roll, But I Like It“, dieses Spiel mit den Bildern, die unsere Kindheit so aufregend machten. Ziemlich sicher steckt eine gehörige Portion Keith Richards in Michael Köhlmeier. Das hat mit seinem Witz und Pragmatismus zu tun. Köhlmeier lässt sich jedenfalls so wenig zur Biederkeit verdammen wie der alte Rolling Stone. Davor bewahren ihn Telecaster und Stratocaster und eine unendliche Hingabe an das, was ihm gegeben ist, die Lust am Erzählen.

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14. Harder Literaturpreis ausgeschrieben
Literatur
23.09.2019 Manuela Schwaerzler

Seit 1983 wird der Harder Literaturpreis für deutschsprachige, unveröffentlichte Texte vergeben, zunächst alle drei, ab 2012 alle zwei Jahre. 2020 ist es wieder soweit und dafür können ab sofort Texte zum Thema "Am Wasser" eingereicht werden. Die Preisverleihung findet dann im Rahmen des Literaturfestivals HardCover (15. bis 17. Mai 2020) statt.

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Dionysische Revolte der reinen Kunst - Jens Dittmar: „Baby Palazoles – ein Reigen“
Literatur
11.09.2019 Arno Löffler

Seit sich Jens Dittmar vor einigen Jahren aus dem klassischen Erwerbsleben verabschiedet hat, widmet sich der Liechtensteiner Germanist ganz der Literaturproduktion. Seine Bücher, von denen mittlerweile schon eine stattliche Anzahl erschienen ist, sind nicht immer leichte Kost, obwohl oder vielleicht gerade weil Dittmars Schreiben von einer ausgesprochenen und gerne wild ausufernden Fabulierlust geprägt ist, verbunden mit viel Freude an der Sprache an sich.

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Schloss Werdenberg: Poesie zum Kuscheln, Lachen und Staunen 
Die DichterInnen v.l.n.r: Nathalie Schmid, Freienwil, Andri Perl, Chur, Manuel Beck und Mathias Ospelt, Liechtenstein, Angelika Overath, Sent GR, Elsbeth Maag, Buchs
Literatur
07.09.2019 Anita Grüneis

Literatur für eine Nacht – oder doch für länger? Bei der Literaturnacht im Schloss Werdenberg war so viel Spannendes zu hören, dass viele Nächte damit gefüllt werden könnten. Letztes Jahr war es eine „Literaturnacht am Kachelofen“, die das Thema der damaligen Schlossmediale „Wild“ einläutete. Dieses Jahr, passend zum Thema „Gold“, gab es literarische Fundstücke zu entdecken. Die Auswahl der sechs AutorInnen wurde von der Journalistin Doris Büchel und Schlossdirektor Thomas Gnägi getroffen. Im Anschluss lasen: Manuel Beck und Mathias Ospelt aus Liechtenstein, Elsbeth Maag, Angelika Overath, Andri Perl, und Nathalie Schmid aus der Schweiz. Anja Nora Schulthess performte zusammen mit der E-Bassistin Martina Berther. Den Schlusspunkt setztedie Reggae-Dancehall-Band Pitika Nation aus Buchs/Feldkirch/Basel.

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Von Tennyson zu Cohen - englischsprachige Lyrik im Originalton und in deutscher Übersetzung
Literatur
04.09.2019 Kurt Bracharz

„The Poets‘ Collection“ versammelt englischsprachige Lyrik von 94 Autorinnen und Autoren im Originalton und in deutscher Übersetzung in einer Box mit 13 CDs plus einer Begleitbroschüre, in der die Herausgeber Christiane Collorio und Michael Krüger das Projekt beschreiben, das ihre Reihe der bereits erschienenen, aber deutschsprachigen Originalton-Editionen „Lyrikstimmen“ und „Erzählerstimmen“ fortsetzt und erweitert.

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StadtLesen in Bregenz
Buchgenuss im urbanen Raum (Fotos: Innovationswerkstatt)
Literatur
02.08.2019 Manuela Schwaerzler

Als Maßnahme gegen die Entphantasierung der Gesellschaft bezeichnet der Initiator Sebastian Mettler das Projekt, das Jahr für Jahr gemütliches Schmökern, lustvoll vertieftes Lesen, lebhaftes Diskutieren, entspanntes Stöbern, aber auch gespanntes Zuhören unter freiem Himmel ermöglicht. StadtLesen wandert heuer zum elften Mal von Stadt zu Stadt – insgesamt sind es 29 Städte – und macht erneut Halt in Bregenz: Von 8. bis 11. August verwandeln Lesemöbel, Büchertürme und eine kleine Lesebühne die Seepromenade in ein Lesewohnzimmer und laden zum Verweilen ein. Bei freiem Eintritt stehen ab 9 Uhr und bis zum Sonnenuntergang über 3000 Bücher bereit – aus allen Genres und für alle möglichen Interessen.

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Eintopf bis zur Vergasung - Sprachkritische Neuerscheinung von Matthias Heine
Literatur
03.07.2019 Kurt Bracharz

Ein neues Buch beschäftigt sich mit den Relikten der LTI, der „Lingua Tertii Imperii“ (Victor Klemperer), also des Sprachgebrauchs der Nationalsozialisten, in unserer Alltagssprache: „Verbrannte Wörter. Wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht“ von Mattias Heine im Dudenverlag, Berlin. Matthias Heine ist ein Berliner Journalist, der sprachkritische Bücher verfasst, zuletzt „Seit wann hat geil nichts mehr mit Sex zu tun?“ (2016) und „Letzter Schultag in Kaiser-Wilhelmsland. Wie der erste Weltkrieg die deutsche Sprache für immer veränderte“ (2018) und „Mit Affenzahn über die Eselsbrücke“ (2019).

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