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21.06.2019 |  Gunnar Landsgesell

Pets 2

Fortsetzung der animierten Abenteuer von Max, dem schlauen Terrier, der allein zu Hause ein Eigenleben entwickelt. Witziger, bleibt aber auch einige zündende Ideen schuldig.

Ein bisschen bieder wirkt es schon, wenn ein aufgeweckter Terrier anstatt Chaos in der New Yorker Wohnung anzurichten ganz besorgt um den Nachwuchs in der Familie ist und deshalb sogar einen nervösen Tick entwickelt. Die Welt, denkt Max, ist viel zu gefährlich für den kleinen Liam, der am Gehsteig sorglos dahinkrabbelt, zwischen Autos, Skateboards und unappetitlichen Flecken. Also versucht Max ihn zu beschützen, was von der Besitzerin freilich missverstanden wird – der Hund landet beim Tierpsychologen. „Pets 2“ entfaltet seine unterhaltsamsten Szenen wie schon im Originalfilm ganz nach dem Motto: Wenn der Hund auf den Menschen kommt. Der Witz des Films liegt auch bei der Fortsetzung im Perspektivwechsel: Menschen erscheinen oftmals recht einfältig, weil sie keine Ahnung vom Leben und den Gedanken ihres vierbeinigen Erzählers haben. So wird auch deutlich, dass der ausgesprochen würdelose Plastiktrichter um den Kopf eines Hundes zu einer der dümmsten Ideen des Menschen gehört – einfach aus einem glatten Unverständnis heraus. Frag nach bei Max.

Konzeptlos, dennoch unterhaltsam 

„Pets 2“ wirkt dramaturgisch eigentlich recht planlos. Max und sein dicker Buddy Duke geraten neuerlich in ein Abenteuer, das ohne äußere Logik abläuft. Auf einem Bauernhof, wo die Familie Urlaub macht, treffen Max und Duke auf einen honorigen Herdenhund, der das Tierleben im Stil eines Westernhelden in Schach hält. Der Aufenthalt wird zur Lektion in Sachen Coolness für die urbanen Hündchen, die Rettung eines Schafes wird im Fall des neurotischen Max als Coming-of-Age-Story erzählt. Rein gar nichts haben zwei weitere Erzählstränge mit diesen Landabenteuern zu tun: Max’ Hundefreundin Daisy muss auf Max’ Lieblingsspielzeug Busy Bee aufpassen und landet in einer Horde griesgrämiger Katzen. Die Verkleidung des Hundes als Katze samt Verhaltenscodex (zuerst auf der Notebook-Tastatur herumtrampeln, danach den Kaffee darauf schütten) punktet einmal mehr damit, dass spezifische Vorlieben von Hund und Katz zielgenau ironisiert werden. In einem weiteren losen Handlungsstrang muss ein geschundener Zootiger befreit und vor einem Rudel bellender (!) Wölfe beschützt werden. Das alles zusammen ergibt zwar logisch keinen Film, reicht aber dennoch für eine Reihe unterhaltsamer Momente, die dann am stärksten sind, wenn das kniffelige Verhältnis zwischen Mensch und Hund auf die Schaufel genommen wird. Im Gegensatz zum ersten Film wurden die ins Fantastische bzw. Beliebige ausufernden Szenerien, in denen genaue Verhaltensforschung dramaturgisch unbedeutend wird, zurückgeschraubt. Das ist gut so. Dennoch bleibt der Eindruck, dass „Pets 2“ seine Möglichkeiten bei weitem nicht ausschöpft, denkt man etwa an die messerscharfen Bonmots eines Martin Rütters. Der Tierarzt, der durch Deutschland und Österreich tourt, schont in seinen kabarettreifen Programmen (z.B. die DVD „Nachsitzen“) weder Mensch noch Hund, wenn er das Tierische im Menschen und dessen Verhaltensstereotypien gnadenlos entlarvt. Im Original verleihen u.a. Harrison Ford, Lake Bell und Kevin Hart ihre Stimmen, in der deutschen Synchro spricht Max durch den Mund von Jan Josef Liefers.

Grummelig, doof, besorgt: Haustiere dürfen in "Pets 2" alles sein, vor allem aber sollten sie Witz haben. Das gelingt immer wieder.

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Der Hund auf den Menschen gekommen: Max, der smarte Terrier als Sorgenkind. "Pets 2" ist die Coming-of-Age-Story eines Hundes.

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