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02.01.2020 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (3.1. - 9.1. 2020)

Das TaSKino Feldkirch startet mit Quentin Dupieux´ absurder Komödie „Au poste! – Die Wache“ ins neue Jahr. Das Skino Schaan zeigt unter anderem mit „Alles außer gewöhnlich – Hors normes“ einen ungeschönten und dennoch optimistischen Film über zwei Betreuer, die sich unermüdlich für ihre autistischen Schützlinge einsetzen.

Au poste! – Die  Wache: Weil ein Mann vor seinem Wohnblock eine Leiche gefunden hat, wird er spätabends ins Polizeirevier vorgeladen. Im Lauf des Verhörs wird aber aus dem Zeugen zunehmend ein Verdächtiger. Die Handlung klingt nach einem klassischen Krimi, in den Händen des Franzosen Quentin Dupieux wird daraus aber ein groteskes Kammerspiel. In dem mit Schreibmaschine, Kleidung und Ausstattung auf 1970er Jahre getrimmten Büro wird der scheinbar unbescholtene Bürger nämlich nicht nur vom Kommissar, der von Benoît Poelvoorde mit sichtlichem Vergnügen als knallharter Cop gespielt wird, zunehmend in die Enge getrieben, sondern erlebt auch eine verstörende Begegnung mit einem anderen Polizisten.
So entwickelt sich in 73 Minuten weitgehend auf einen Raum und wenige Schauspieler beschränkt beinahe in Echtzeit ein vor Wortwitz und Situationskomik sprühendes kleines Meisterstück der absurden Komödie, das nicht nur lustvoll mit Konventionen bricht, sondern mit seinen Wendungen auch immer wieder überrascht und Fragen nach der Realität aufwirft.
TaSKino Feldkirch im Kino Rio: Fr 3.1., 22 Uhr; Sa 4.1., 22 Uhr; Mo 6.1., 18 Uhr

Alles außer gewöhnlich – Hors normes: Mit „Ziemlich beste Freunde“ gelang Éric Toledano und Olivier Nakache vor acht Jahren ein Kassenschlager. Nun legen die beiden Franzosen mit „Alles außer gewöhnlich“ nach. Im Mittelpunkt stehen Bruno (Vincent Cassel) und Malik (Reda Kateb), die sich in verschiedenen, offiziell nicht anerkannten Vereinen um Autisten kümmern.
Schwere Themen verhandeln Toledano / Nakache in ihrem Film, dennoch gelingt es ihnen, daraus eine leichthändige Tragikomödie zu machen, die gleichwohl die Realität nie verharmlost. Ganz auf der Betreuungssituation fokussiert der Film, spart das Privatleben und Nebengeschichten konsequent aus. Ungeschönt und frei von jeder Sentimentalität ist die Erzählweise, vermittelt teilweise beklemmend die Weltwahrnehmung der Autisten und dennoch ist dies ein optimistischer Film.
Zu verdanken ist das zu einem wesentlichen Teil auch den beiden Hauptdarstellern Reda Kateb und Vincent Cassel. Vor allem Cassel strahlt immer Zuversicht aus und ein „Geht nicht“ gibt es für ihn nicht, sondern immer heißt es „Wir werden eine Lösung finden“ oder „Wir sind nah dran“. Da schließt sich dann am Ende auch der Bogen zum Anfang, wenn ein Autist wieder die Metro nimmt und die Betreuer an der Endstation bangend darauf hoffen, dass ihr Schützling dieses Mal nicht die Notbremse zieht.
Kein billiges Happy End gibt es hier, aber leichte – oder auch große  Fortschritte werden sichtbar. Erledigt ist die Aufgabe damit freilich nicht, sondern der Einsatz und das Bemühen werden weitergehen müssen.
Skino, Schaan: Mo 6.1., 18 Uhr

Au poste - Die Wache

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Alles außer gewöhnlich – Hors normes

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