Ulf Wakenius: Vagabond
Der schwedische Gitarrist Ulf Wakenius ist seit mehr als dreißig Jahren rund um den Globus unterwegs – sei es mit eigenen Projekten, oder mit Stars wie Niels-Henning Ørsted Pedersen, Ray Brown oder mit Oscar Peterson, in dessen Trio er 11 Jahre lang bis zu dessen Tod spielte. Das berufsbedingte „Vagabundieren“ hat natürlich eine beschwerliche Seite, einem offenen Geist wie Wakenius ist es aber auch steter Quell der Inspiration.
So hat der Saitenzauberer, der sich auf dieser Produktion ausschließlich auf die akustische Gitarre beschränkt, ein wahres Feuerwerk an musikalischen Impressionen zusammengestellt, die zum Teil auch ethnische Musikelemente einbinden, etwa den fernöstlichen Touch des solo eingespielten „Song for Japan“ oder die orientalisch gewürzten Nummern „Vagabond“ und „Breakfast in Baghdad“. Wakenius greift aber auch auf Fremdkompositionen zurück, denen er seinen unverkennbaren Stempel aufdrückt, etwa Lyle Mays brasilianisch angehauchte Komposition „Chorinho“, „Witchi-Tai-To“ des indianischen Saxophonisten Jim Pepper oder zwei Kompositionen seines Landsmannes und Wegbegleiters Lars Danielsson, der auch auf „Vagabond“ seine profunden Bass- und Cello-Klänge beisteuert. Aufsehen erregende Beiträge kommen aber vor allem von Vincent Peirani, dem vielseitigen, aufstrebenden, jungen französischen Akkordeonisten, dem zurecht eine große Karriere prophezeit wird. Die musikalischen Dialoge und Unisono-Passagen, die er mit Ulf Wakenius bestreitet, zählen zu den absoluten Glanzlichtern dieses begeisternden Albums. Weitere Höhepunkte sind die von der grandiosen koreanischen Sängern Youn Sun Nah gesungene Balladen-Version des „Police“-Klassikers „Message In A Bottle“ samt Gastauftritt von Nguyên Lê, oder die Duette von Ulf Wakenius mit seinem ebenfalls Gitarre spielenden Sohn Eric. Diese CD ist mit soviel Lust und Leidenschaft eingespielt worden, dass man „Vagabond“ gerne auch einmal live auf der Bühne erleben möchte.
(ACT/Vertrieb: juergen@rottensteiner-pr.at)