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CD-Tipp

Kurt Vile: Bottle it in
CD-Tipp
13.11.2018 Peter Füssl

Der Bürgermeister von Philadelphia hat den 28. August offiziell zum „Kurt Vile Day“ ernannt, eine Idee die man global vielleicht als „Weltentschleunigungstag“ durchaus weiterspinnen könnte. Denn gerade mit seinem siebten Studioalbum schenkt uns der unermüdliche Workaholic aus der „City of Brotherly Love“ fast achtzig Minuten zumeist gemütlich dahinmäandernden Country-Psychedelic-Roots-Rock in allen möglichen Schattierungen.

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Ibrahim Maalouf: Levantine Symphony N° 1
CD-Tipp
08.11.2018 Peter Füssl

In seiner zweiten Heimat Frankreich ist der gebürtige Libanese Ibrahim Maalouf längst ein die Stadions füllender Superstar, in den letzten Jahren hat er aber – besonders für seine wunderbaren Hommagen an die ägyptische Kultsängerin Oum Kalthoum und an die französisch-italienische Sängerin/Schauspielerin Dalida – auch jenseits der Grande Nation große Anerkennung gefunden.

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Cat Power: Wanderer
CD-Tipp
06.11.2018 Peter Füssl

Zwischen „Sun”, dem neunten, elektronischsten, optimistischsten und kommerziell erfolgreichsten Album von Charlyn Marie „Chan“ Marshall, und ihrer zehnten, an akustischem Folk orientierten Studioproduktion „Wanderer“ liegen nicht nur sechs lange Jahre, sondern Absturz in Alkoholismus, depressive Zusammenbrüche, zerbröckelte Beziehungen und zuletzt Zerwürfnisse mit der langjährigen Plattenfirma, die Hits wollte. Aber auch die Geburt ihres Sohnes, der nun – wenn auch nur andeutungsweise – neben einer Gitarre das aktuelle Plattencover ziert.

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Wolfgang Muthspiel: Where The River Goes
CD-Tipp
01.11.2018 Peter Füssl

Zwei Jahre nach „Rising Grace“ präsentiert Wolfgang Muthspiel in fast unveränderter Besetzung – wieder gemeinsam mit Pianist Brad Mehldau, Kontrabassist Larry Grenadier und Trompeter Ambrose Akinmusire, aber mit Drummer Eric Harland anstelle Brian Blades – sein viertes ECM-Album. Das hochkarätige Quintett hat sich einen elaborierten Gruppensound erarbeitet, in den sensible Soli, brillante Dialoge und Gruppenimprovisationen organisch eingebettet sind.

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Ambrose Akinmusire: Origami Harvest
CD-Tipp
30.10.2018 Peter Füssl

“Was ist die verrückteste Idee, die du auf Lager hast?“ – mit dieser Frage gaben die Kuratoren von Manhattans Ecstatic Music Festival und der Liquid Music Series in St. Paul/Minnesota die Marschrichtung vor, als sie Ambrose Akinmusire mit einer Auftragskomposition bedachten. Das ließ sich der 36-jährige Trompeter aus Oakland nicht zweimal fragen und stellte in sechs Stücken mit einer knappen Stunde Spieldauer unter dem Motto „Extremes (masculine/feminin, high/low arts, passivity/aggression, free improvisation/controlled calculation, American ghettos/American affluence, HipHop/classical ...)“ extreme Positionen nebeneinander, ließ sie sich aneinander reiben, sie verschmelzen und sich wieder separieren.

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Sophie Hunger: Molecules
CD-Tipp
23.10.2018 Peter Füssl

Elektronisch generierte Rhythmen, Drumcomputer, wabbernde Synthesizer-Klangwolken, geloopte Handclaps, 80er-Jahre-Sounds, nur spärlich eingesetzte Akustikgitarre - "Minimal Electro Folk" tauft die Schweizer Singer-Songwritern Sophie Hunger die Musikrichtung ihres sechsten Albums "Molecules", das ihre zahlreichen Fans wohl in zwei Lager spalten dürfte.

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Lars Danielsson & Paolo Fresu: Summerwind
CD-Tipp
16.10.2018 Peter Füssl

ACT-Chef Siggi Loch hat wieder einmal ein sicheres Händchen für perfekte musikalische Konstellationen bewiesen, als er den schwedischen Bassisten/Cellisten Lars Danielsson und den sardischen Trompeter Paolo Fresu zum ersten gemeinsamen Projekt zusammenbrachte. Dabei liegt der Reiz nicht im Kontrast zwischen Nordischem und Mediterranem, was bei den zweitausend Kilometern Luftlinie zwischen den Geburtsorten der beiden Protagonisten vielleicht zu erwarten wäre, sondern in der perfekten Seelenverwandtschaft musikalisch Gleichgesinnter.

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José James: Lean On Me
CD-Tipp
09.10.2018 Peter Füssl

Obwohl Bill Withers drei Grammys im Regal stehen hat und einige seiner Songs in unzähligen Coverversionen erschienen sind und gerne gesamplt werden, wäre sein 80. Geburtstag im Juli vermutlich ohne viel Aufhebens über die Bühne gegangen, weil er sich schon vor mehr als 30 Jahren von der Bühne verabschiedet hat. Nun wird sich – dank der ihm gewidmeten Hommage des exakt 40 Jahre jüngeren José James – das Interesse an der Soul-Funk-Legende, die in den 1970er-Jahren ihre Höhepunkte erlebte, wohl wieder gewaltig steigern.

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Mark Turner / Ethan Iverson: Temporary Kings
CD-Tipp
04.10.2018 Peter Füssl

Von "magical confluences" und "happy surprises" spricht Pianist Ethan Iverson, wenn es um die konzentrierte und von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Zusammenarbeit mit dem Tenorsaxophonisten Mark Turner geht. Die beiden kannten sich zwar schon von Jam-Sessions im New York der 1990-er Jahre und als Mitglieder des Billy Hart Quartets, konnten nun aber erstmal im Duo-Format ihre musikalischen Vorstellungen perfekt umsetzen.

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Rebekka Bakken: Things You Leave Behind
CD-Tipp
02.10.2018 Peter Füssl

"Little Drop of Poison" hieß das 2014 erschienene Bigband-Album, in dem Rebekka Bakken die schrägen Songs des genialen Tom Waits über all die Säufer, Misanthrophen und Liebeskranken verblüffend originell ganz zu ihren eigenen machte. Dieser Gifttropfen wirkt wohl noch immer - und zwar äußerst belebend!

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Wayne Shorter: Emanon
CD-Tipp
26.09.2018 Peter Füssl

Wayne Shorter hat seit den späten 1950-er Jahren bei Art Blakey's Jazz Messengers, in der zweiten Hälfte der 60-er Jahre im Miles Davis Quintet und ab 1970 mit Weather Report und mit einer ganzen Reihe prominent besetzter Bands unter eigenem Namen die Jazz-Geschichte maßgeblich mitgeschrieben. Im Alter von 85 Jahren lernen wir ihn nun von einer ganz anderen Seite her kennen: als eingefleischten Fan von Graphic Novels und Science Fiction Stories. Und das gleich in einem opulenten Ausmaß, denn sein jüngstes Werk "Emanon" erscheint in Buchform und besteht aus 3 LPs bzw. 3 CDs und einer vom amerikanischen Graphiker Randy DuBurke gestalteten, rund 80 Seiten starken Bildergeschichte.

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NES: Ahlam
CD-Tipp
22.09.2018 Peter Füssl

Der Name des Trios „NES“ leitet sich vom Spitznamen der in einer algerischen Familie in Frankreich aufgewachsenen Nesrine Belmokh ab, die als Vokalistin naturgemäß im Epizentrum des vielfältigen musikalischen Geschehens steht. Genregrenzen interessierten die auch als exzellente, klassisch ausgebildete Cellistin erfolgreiche Musikerin noch nie. So übernahm sie in der Cirque du Soleil-Produktion „Amaluna“ eine Hauptrolle, tourte in Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra und spielte unter Lorin Maazel im Opernorchester von Valencia.

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Sungjae Son: Near East Quartet
CD-Tipp
18.09.2018 Peter Füssl

Tenorsaxophonist und Bassklarinettist Sungjae Son und Gitarrist Suwuk Chung haben beide in Boston ihr Handwerk perfektioniert – ersterer am Berklee College of Music mit einem besonderen Interesse an Bebop, Zwölftonmusik und Ornette Coleman, letzterer am New England Conservatory mit Schwerpunkt Fusion und Third Stream. Damals lagen die Interessen der beiden Koreaner zu weit auseinander, aber Jahre später und in die Heimat zurückgekehrt, gründeten sie das Near East Quartet, das seit 2009 in Südkorea Furore macht.

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KUU! Lampedusa Lullaby
CD-Tipp
11.09.2018 Peter Füssl

Wenig ist spannender als das uneitle Zusammenspiel einzigartiger Individualisten in einem ernstgemeinten Kollektiv! Die beiden Gitarristen Frank Möbius, Mastermind des Trios „Der Rote Bereich“, und Kalle Kalima, seit Jahren die Berliner Szene kreativ aufmischender Finne, duellieren sich nicht in altbackener Manier, sondern bündeln ihre schrägen Ideen zu einem gigantischen, detailreichen Powersound.

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Georg Breinschmid: Breinländ
CD-Tipp
06.09.2018 Peter Füssl

Wäre Breinländ ein realer Staat, würden wohl die Massen der Von-Türkis-Blau-die-Nase-aber-sowas-von-voll-Habenden dort unverzüglich um Asyl ansuchen, denn Breinländ ist so kunterbunt wie sein Cover, und Phantasie, Kreativität und Individualismus sind keine Einreisehindernisse, sondern geradezu Voraussetzungen für die Aufnahme. Darauf lassen zumindest die auf zwei CDs mit mehr als zwei Stunden Spielzeit verteilten 23 Stücke schließen, die Georg Breinschmid nun in der Nachfolge der beiden Doppler „Double Brein“ (2014) und „Old & New Stuff“ (2016) vorgelegt hat.

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mose: film musik
CD-Tipp
03.09.2018 Peter Füssl

Es müsste für einen kreativen Regisseur eigentlich extrem reizvoll sein, zu den 26 Titeln des achten Mose-Albums den passenden Film zu drehen. Allerdings würde dies großen Einfallsreichtum und einen außergewöhnlich ausgeprägten Hang zum Schrägen voraussetzen, wenn das Bild gegenüber dem Ton nicht furchtbar abstinken sollte.

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Trygve Seim: Helsinki Songs
CD-Tipp
29.08.2018 Peter Füssl

Es sind zum Niederknien schöne 63 Minuten und 49 Sekunden, die uns Trygve Seim mit seinen elf größtenteils in der finnischen Hauptstadt komponierten „Helsinki Songs“ beschert. Seine von Zeit und Raum losgelösten Melodien schmeicheln sich in ihrer puren Schönheit – ohne jegliches Kalkül, unbedingt schön sein zu wollen – in die Gehörgänge. Es ist Erntezeit, die jahrelange Beschäftigung des Osloers mit der nordischen Tradition, mit ägyptischer, indischer und armenischer Musik und natürlich auch mit den unterschiedlichsten Phänomenen der Jazzgeschichte trägt nun ihre Früchte.

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Tomberlin: At Weddings
CD-Tipp
23.08.2018 Peter Füssl

Irgendwie scheint sie aus der Zeit gefallen zu sein, die 23-jährige Sarah Jane Tomberlin, die nun beim renommierten, von Conor Oberst mittlerweile auch schon vor 25 gegründeten Indie-Label Saddle Creek in Omaha/Nebraska ihr Debütalbum vorgelegt hat. Produziert wurden die 10 Songs vom unkonventionellen kanadischen Sänger und Violinisten Owen Pallett, der Tomberlin in ihrem Bestreben um Einfachheit, Reduktion und unverstellte Ehrlichkeit perfekt unterstützt hat. Fern jeglichen musikalischen Bombastes reichen ein paar simple, wirkungsvoll verhallte Gitarren, ein dezentes Piano und ebensolcher Background-Gesang, um Tomberlins klare, warme und auf Anhieb gefangennehmende Stimme optimal in den Mittelpunkt zu stellen.

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Neko Case: Hell-On
CD-Tipp
07.08.2018 Peter Füssl

Auf dem Cover ist Neko Case mit einer äußerst eigenartigen, aus Zigaretten bestehenden Perücke abgebildet, aus ihrer Schulter lodern von dunklem Rauch umfangene Flammen empor. Ein ironischer Hinweis auf die Tatsache, dass ihr Farmhaus in Vermont just in jenem Moment niederbrannte, als sie in Stockholm mit ihrem Ko-Produzenten Björn Yttling den Song „Bad Luck“ aufnahm. Case meinte aber auch in einem Interview, dass sie bei der Cover-Gestaltung mit der Graphikerin darüber feixte, dass die Zigarette das passend Symbol in einem imaginären Familienwappen für jene Unterschichtsfamilie wäre, aus der sie stamme.

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Emile Parisien Quintet: Sfumato live in Marciac
CD-Tipp
31.07.2018 Peter Füssl

Das 2016 erschienene Album “Sfumato” des wegweisenden französischen Sopransaxophonisten Emile Parisien wurde vielfach ausgezeichnet, von Presse und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommen und bescherte dem 35-jährigen Ausnahmemusiker und -komponisten 2017 einen vollen Kalender mit mehr als 150 Konzerten und Auftritten bei prominenten Festivals. Bei „Jazz in Marciac“ im Südwesten Frankreichs, wo einst der junge Emile in „Masterclasses“ sein Handwerk erlernte, wurde Parisien zum „Artist in Residence“ ernannt.

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