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CD-Tipp

SWR Big Band – Magnus Lindgren – John Beasley: Bird Lives. The Charlie Parker Project
CD-Tipp
19.12.2021 Peter Füssl

Am 29. August 2020 hätte in der Jazz-affinen Welt der 100. Geburtstag von Charlie „Bird“ Parker gefeiert werden sollen, die Corona-Pandemie hat aber vielerorts einen Strich durch die Rechnung gemacht. So auch dem schwedischen Saxophonisten/Flötisten Magnus Lindgren und dem amerikanischen Pianisten John Beasley, die zu diesem Anlass ein Großprojekt in der berühmten Hollywood Bowl geplant hatten. Der eine in Stockholm, der andere in Los Angeles stationiert, schickten sie via Internet Files mit Ideen und Entwürfen für Arrangements von Parker-Klassikern und gerne von Bird gespielten Standards hin und her, verfeinerten, spannen weiter und perfektionierten so lange, bis für beide das Ergebnis passte. Und das ist – nicht nur für Parker-Fans, Bebop-Gläubige und Big-Band-Fanatiker – schlicht und einfach fantastisch!

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Mareike Wiening: Future Memories
CD-Tipp
16.12.2021 Peter Füssl

Frauen haben längst erfolgreich hinter den Drums Platz genommen – von Terri Lyne Carrington bis Sheila E., von Marilyn Mazur bis Cindy Blackman –, von wo aus sie gerne gleich auch die Bandleaderschaft übernehmen. So nun auch die 34-jährige, aus dem fränkischen Erlangen stammende Schlagzeugerin und Komponistin Mareike Wiening, die in Mannheim, Kopenhagen und an der New York University unter anderem bei Stefon Harris, Guillermo Klein, Django Bates und Marilyn Mazur studierte. Mittlerweile lebt sie seit 2019 wieder in Deutschland, ihr Quintett stellte sie aber noch während ihres sechsjährigen Aufenthalts am Big Apple zusammen.

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Hiromi: Silver Lining Suite
CD-Tipp
14.12.2021 Peter Füssl

Und schon wieder ein aus der Not geborenes Meisterwerk! Als die japanische Pianistin Hiromi Uehara 2020 von Corona Knall und Fall aus ihrer Nordamerika-Tournee gerissen wurde und plötzlich ihre Kontakte zu Mitmusiker:innen und Freund:innen nicht mehr möglich waren, flog sie – auch von den katastrophalen Auswirkungen auf die Musikbranche völlig frustriert – nach Tokyo, um bei ihrer Familie die Pandemie auszusitzen. Dort aber ebenfalls im Lockdown gestrandet, tat sie, was sie in seelischen Notlagen immer tut: spielen und komponieren. Im „Blue Note Tokyo“, einem der renommiertesten Jazzclubs Japans, gab Hiromi im August und September 2020 an 16 Tagen 32 Livestream-Solokonzerte, die auf riesiges Interesse stießen.

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Joan As Police Woman / Tony Allen / Dave Okumu: The Solution Is Restless
CD-Tipp
09.12.2021 Peter Füssl

Ein Zufall? Ja, aber ein glücklicher! Denn eigentlich war dieses Album nie als solches geplant. Die amerikanische Singer-Songwriterin und Multiinstrumentalistin Joan Wasser, besser bekannt als Joan As Police Woman, lernte über Gorillaz-Chef Damon Albarn den legendären nigerianischen Schlagzeuger und musikalischen Langzeit-Direktor der Fela Kuti Band Tony Allen kennen, der als einer der Begründer des Afrobeat Berühmtheit erlangte. Anlässlich einer Tour-Pause von Joan traf man sich an einem Abend im November 2019 spontan zu einer völlig unvorbereiteten Jam-Session in einem Pariser Studio. Dritter im Bunde war der – übrigens in Wien geborene und aufgewachsene – in London lebende The Invisible-Frontman Dave Okumu, der als gefragter Musiker und Produzent unter anderem auch schon mit Jessie Ware, Amy Winehouse, Anna Calvi oder St. Vincent zusammengearbeitet hatte.

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Aimee Mann: Queens of The Summer Hotel
CD-Tipp
05.12.2021 Peter Füssl

Aimee Mann hatte immer schon ein goldenes Händchen für wunderschöne, melancholische, kluge, spitzzüngige Songs über psychische Krankheiten, seelische Verwerfungen und Borderline-Geschichten. Man erinnere sich etwa an ihre genialen Lieder zu Paul Thomas Andersons intensivem, ironisch-tragischen Episoden-Film über Schuld und Verzeihen „Magnolia“ (1999). Und natürlich an ihr letztes Album aus dem Jahr 2017, das programmatischerweise „Mental Illness“ hieß und sie mit viel Feingefühl, aber auch mit ironischer Distanz in verschiedene Rollen schlüpfen und über grenzwertige Bewusstseinszustände und existenzielle Notlagen bis hin zum Suizid singen ließ – Grammy-prämiert. Kein Wunder also, dass Mann mit den Songs für eine Bühnenfassung zum Stoff des Filmes „Girl, Interrupted“ („Durchgeknallt“) beauftragt wurde, der 1999 mit Winona Ryder und Angelina Jolie als schräge Psychopathinnen in den Hauptrollen einiges Aufsehen erregte.

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Eberhard Weber: Once Upon A Time - Live in Avignon
CD-Tipp
01.12.2021 Peter Füssl

Manchmal ereilen einen völlig unerwartet musikalische Erweckungserlebnisse an völlig unspektakulären Orten. So erging es dem Schreiber dieser Zeilen, der bis zu einem Konzert mit Volker Kriegels Spectrum 1973 im Schlossbräusaal in Dornbirn den Bass für ein nicht sonderlich spannendes Instrument gehalten hatte. Aber dort stand Eberhard Weber auf der Bühne mit seinem fünfsaitigen, irgendwie eigenartig fragmentiert wirkenden E-Kontrabass-Hybrid, den ihm ein Geigenbauer nach seinen Wünschen extra angefertigt hatte. Er erschien wie ein Wesen von einem anderen Stern – und er klang auch so. Experimentierfreudig, farbenreich, melodisch, ungezwungen zwischen Rock, Jazz und freien Improvisationen hin- und herpendelnd.

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Heiri Känzig: Travelin’
CD-Tipp
23.11.2021 Peter Füssl

Der Schweizer Kontrabassist Heiri Känzig liefert uns mit „Travelin‘“ ein wunderbares Gegenmittel gegen das durch die Corona-bedingten Lockdowns, Quarantänen und Reisebeschränkungen hervorgerufene Fernweh, ist doch der in New York als Sohn einer Argentinierin und eines Schweizers geborene Musiker quasi schon von Geburt an Weltenbummler. Mit seinen zehn neuen Eigenkompositionen führt uns der für sein melodisches, kraftvoll groovendes Spiel bekannte Tieftöner über alle Genregrenzen und Meere hinweg in den Nahen Osten, nach Südamerika, Kenia und in die Türkei.

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Mulo Francel: Mountain Melody
CD-Tipp
18.11.2021 Peter Füssl

Der am bayerischen Chiemsee aufgewachsene Saxophonist Mulo Francel, Bandleader des in Jazz- aber auch Weltmusik-Kreisen renommierten Quartetts Quadro Nueveo, war immer schon ein musikalischer Globetrotter, der sich an den unterschiedlichsten Destinationen von der lokalen Ethno-Musik inspirieren ließ, deren Elemente er dann in seinen eigenen musikalischen Kosmos integrierte. Dabei setzte er nie auf billige Effekte, sondern versuchte immer in die Tiefe zu gehen. Oder nun eben in die Höhe, wie bei seinem neuesten – im wahrsten Sinne des Wortes – schweißtreibenden Projekt „Mountain Melody“, das ihn auf elf über den Globus verteilte Berggipfel führte.

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Sinfonia de Carnaval: Sweeping Dragon
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16.11.2021 Peter Füssl

„Instrumental Art Pop & Jazz” nennen die im oberösterreichischen Gmunden lebende Cellistin Anna Lang und der Posaunist/Akkordeonist Alois Eberl, die als Duo unter dem Namen Sinfonia de Carnaval firmieren, ihre gleichermaßen einfallsreiche wie virtuose musikalische Mixtur. Beide haben ein klassisches Studium am Salzburger Mozarteum absolviert, sich aber auch die höheren Weihen des Jazz an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz erworben – ein fundierter Background, der sich in den elaborierten Kompositionen widerspiegelt.

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Ensemble Kuhle Wampe: Extended
CD-Tipp
11.11.2021 Peter Füssl

„Grenzen” heißt der mit explodierendem Saxophon und cool elektrifizierten Untertönen kontrastreich angelegte, sechsminütige Auftakt-Track des Debüt-Doppelalbums des Ensembles Kuhle Wampe, der auf intelligente Weise musikalisch die Zerrissenheit der verbalen Aussagen widerspiegelt. Dabei handelt es sich größtenteils um Wortspenden des nunmehr ehemaligen Gröbaz (Größten Bundeskanzlers aller Zeiten) zu Flüchtlingsströmen und Grenzkontrollen, was in Wortspielen zu Grenzen aller Art übergeht. Epizentrum des jegliche literarisch-musikalische Richterskala zu sprengen drohenden, jungen Wiener Ensembles – das nach einem unter Mitwirkung Brechts und Eislers entstandenen 1930-er Jahre Film zur Weltwirtschaftskrise und zur verzweifelten Situation der verarmten Arbeiterschaft benannt wurde – ist der 1970 in München geborene und nach einem längeren Zwischenspiel in Berlin nun in Wien lebende Schauspieler und Sprachkünstler Christian Reiner.

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Anna Gréta: Nightjar in the Northern Sky
CD-Tipp
09.11.2021 Peter Füssl

Das renommierte Münchner Jazz-Label ACT hat wahrlich keinen Mangel an exzellenten nordischen Sängerinnen (Josefine Cronholm, Rigmor Gustafsson, Janne Mark, Caecilie Norby, Ida Sand, Solveig Slettahjell, Victoria Tolstoy ...), dennoch gelingt es der 27-jährigen Anna Gréta Sigurðardóttir auf Anhieb, ihre ganz eigene Nische zu finden. Es ist Nachtmusik, aber keine düstere und bedrohliche, sondern eine warme und intime, in der die Dunkelheit Schutz und Geborgenheit bietet.

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Enrico Rava: Edizione Speciale
CD-Tipp
04.11.2021 Peter Füssl

Erfreulicherweise gelang es den Soundtechnikern Peter Préal und Maarten Heynderickx am 18. August 2019 das Konzert von Enrico Ravas Edizione Speciale beim Jazz Middelheim in Antwerpen perfekt auf Band zu bannen, was die Jazz-Fans nun in die glückliche Lage versetzt, damals Versäumtes im Nachhinein auf höchst angenehme Weise nachzuerleben. Denn der damals 80-jährige Trompeter und Flügelhornist aus Triest vereint auf ideale Weise die durch eigenes Mitwirken an den jeweiligen Hotspots erlangte Kenntnis der letzten sechzig Jahre Jazzgeschichte mit einem unverbrüchlichen musikalischen Forscherdrang, den er gerne durch weit jüngere Talente befeuern lässt. So finden sich in der Edizione Speciale mit Gitarrist Francesco Diodati, Bassist Gabriele Evangelista und Drummer Enrico Morello, also den Musikern seines derzeit aktuellen Quartetts, sowie Pianist Giovanni Guidi und Tenorsaxophonist Francesco Bearzatti ein paar der wichtigsten ehemaligen Protegés Enrico Ravas, die längst selber Riesenschritte auf ihren Karriereleitern gemacht haben.

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Terence Blanchard feat. The E-Collective and The Turtle Island Quartet: Absence
CD-Tipp
19.10.2021 Peter Füssl

Der aus New Orleans stammende, aber die meiste Zeit in Los Angeles lebende Trompeter Terence Blanchard hat sich in seiner rund vierzigjährigen Karriere nicht nur vom Neo-Traditionalisten zum experimentierfreudigen Jazzmusiker und -komponisten entwickelt, sondern auch mehr als vierzig Filmmusiken geschrieben – unter anderem für die meisten Spike Lee-Filme. Die brachten dem mit fünf Grammys dekorierten Multitalent auch zwei Oscar-Nominierungen (für „BlacKkKlansman“ und „Da 5 Bloods“) ein. Weniger bekannt war bislang, dass er auch Bühnenmusik für Broadway-Stücke und sogar zwei Opern geschrieben hat, was sich allerdings rasch ändern wird, weil Ende September die Metropolitan Opera in New York mit seinem „Fire Shut Up In My Bones“ die Saison eröffnen wird. Blanchard, der immer wieder auch gesellschaftspolitisch Stellung bezogen hat, ist somit der erste afroamerikanische Komponist überhaupt, der an diesem renommierten Operntempel aufgeführt wird – noch dazu mit einem Werk, in dem es unter anderem um Rassenfragen, Sexualität und Gewalt geht.

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Daniel García Trio: Vía de la Plata
CD-Tipp
12.10.2021 Peter Füssl

Der aus Salamanca stammende und in Madrid lebende Pianist Daniel García und seine exzellenten, langjährigen Trio-Partner, die beiden Kubaner Reinier Elizarde „El Negrón“ am Kontrabass und Drummer Michael Olivera, machen dort weiter, wo sie vor zwei Jahren mit ihrem ACT-Debüt „Travesuras“ begannen: einem eingängigen, im Detail aber durchaus auch experimentierfreudigen und mit Unerwartetem aufwartenden Mix aus zeitgenössischem Piano-Jazz und Einflüssen der spanischen Musiktradition. García ließ sich für dieses Album vor allem von der geschichtsträchtigen Bedeutung Salamancas inspirieren, bereits zur Römerzeit eine wichtige Station auf der Via de la Plata, der „Silberstraße“, die zur Hauptschlagader der iberischen Halbinsel wurde und sie zu einem Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen machte.

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Halsey: If I Can’t Have Love, I Want Power
CD-Tipp
05.10.2021 Peter Füssl

Den Song „More“ auf ihrem Anfang 2020 erschienenen Album „Manic“ richtete Halsey, die davor drei Fehlgeburten zu beklagen hatte, an ihr vorerst leider nur imaginäres Kind. Nun präsentiert sie sich auf dem Cover ihres aktuellen Albums in einer Madonna-lactans-Pose, die frappant an das berühmte Frührenaissance-Gemälde „Die thronende Madonna mit dem Jesuskind“ von Jean Fouquet aus dem Jahr 1456 erinnert. Oder Halsey in der Rolle der heiligen Hure? Für Verfechter:innen radikaler Sittlichkeit ist übrigens in den USA auch eine keusche Cover-Variante erschienen, auf der das Baby den rechten Arm computergeneriert in die Höhe streckt und damit wenigstens die Brustwarze verdeckt.

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Mathias Eick: When We Leave
CD-Tipp
30.09.2021 Peter Füssl

Mit seinem fünften ECM-Album schließt der norwegische Trompeter Mathias Eick musikalisch an das vor drei Jahren erschienene Album „Ravensburg“ an, eine wunderschöne Hommage an den Geburtsort einer seiner Großmütter. Nach dem Motto „never change a winning team“ hat er im August 2020 wieder Geiger Håkon Aase, Pianist Andreas Ulvo, Bassist Audrun Erlien und die beiden Drummer Torstein Lofthus und Helge Andreas Norbakken ins legendäre Osloer Rainbow Studio eingeladen, um gemeinsam mit Produzent Manfred Eicher sieben Eigenkompositionen einzuspielen. Neu dazugekommen ist ein weiterer alter Weggefährte Eicks, der Pedal-Steel-Gitarrist Stian Carstensen, der erwartungsgemäß einiges an zusätzlichen neuen Klangfarben einbringt.

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Little Simz: Sometimes I Might Be Introvert
CD-Tipp
27.09.2021 Peter Füssl

„Pressure makes diamonds“ lautet eine der Kernaussagen im umwerfenden, neuen Hip-Hop-Epos von Simbiatu Abisola Abiola Ajikawo, die als Little Simz seit rund zehn Jahren von London aus das Rap-Genre auf höchstem Niveau an ständig erweiterte Grenzen treibt. Pressure, also Druck, war von klein auf ein ständiger Begleiter der Tochter nigerianischer Einwanderer, die in einem Sozialbau im Nordlondoner Stadtteil Islington aufgewachsen ist. Soziale Unterdrückung und gesellschaftliche Missachtung gleich im Doppelpack – als Schwarze und als Frau. Mittlerweile hat die wortgewaltige Rapperin, Musikerin und Schauspielerin, ohne jegliche Abstriche an Glaubwürdigkeit oder irgendwelche Konzessionen an einen musikalischen Massengeschmack einen Status erreicht, wo sie sich nach vier Alben, doppelt so vielen EPs und Hauptrollen in erfolgreichen Fernsehserien als „diamond“ fühlen kann. „I’m a black woman, and I’m a proud one“ tönt sie selbstbewusst, „I get what I want when I want it” oder “Know it’s in my DNA to only be great”.

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Martin Tingvall: When Light Returns
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16.09.2021 Peter Füssl

„Vor einem Jahr schien die Welt plötzlich still zu stehen. Als würden die Menschen den Atem anhalten über den ersten Schock der Pandemie. Gleichzeitig war dieses Frühjahr in Nordeuropa ungewöhnlich schön. Wochenlang strahlte die Sonne vom Himmel, die Knospen der Pflanzen und die Insekten kamen früher als sonst nach dem langen skandinavischen Winter. Ich war in dieser Zeit viel draußen in der Natur. Während dieses menschlichen Stillstands erschien mir die Kraft der Natur umso stärker – wie ein Zeichen, welches uns Menschen zeigen wollte, dass wir nicht aufgeben sollen.“ So schildert der sowohl mit seinem Trio als auch allein höchst erfolgreiche Martin Tingvall den Entstehungsprozess der 13 neuen Stücke für sein viertes Solo-Album, die er im März 2020 innerhalb weniger Tage in seiner südschwedischen Heimat komponierte.

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KUU!: artificial sheep
CD-Tipp
09.09.2021 Peter Füssl

„It’s easier to believe fiction than real life“ lautet die erste Zeile des sechs Minuten lang nervös dahinpreschenden Openers „Crimes That Bring Me Joy“ – und das darf man ruhig als programmatisch verstehen. Der Albumtitel „artificial sheep“ verweist auf den 1968 erschienen Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep?” des genialen US-Science Fiction-Autors Philip K. Dick. Das Quartett KUU! wollte die Texte des neuen Albums zwar ohnehin dystopisch anlegen, die Vorgänge um die das gewohnte Leben abrupt ins Wanken bringende Corona-Pandemie machten Themen wie Machtausübung, das Implementieren von Ängsten, Zwang, Kontrolle, Überwachung, Infragestellen von gewohnten Rechten einerseits und Misstrauen, Paranoia, Verschwörungstheorien, Fake-News anderseits aber mit einem Mal alltagstauglich und sorgten für Verunsicherung.

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Torres: Thirstier
CD-Tipp
02.09.2021 Peter Füssl

„The more of you I drink, the thirstier I get“ singt Mackenzie Scott, die sich nach ihrem Großvater Torres nennt, im Titelsong ihres fünften Albums. Dieses – mitunter euphorisch wirkende – Gefühl von Begierde, Liebe und Leidenschaft zieht sich als Grundstimmung durch die zehn neuen Songs der mittlerweile Dreißigjährigen und ist der glücklichen und in der künstlerischen Wechselwirkung fruchtbaren Beziehung zu ihrer Frau, der Malerin Jenna Gribbon, zu verdanken.

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