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05.04.2022 |  Peter Füssl

Tone of Voice Orchestra: Tone of Voice Orchestra

Manchmal kann es ein spannendes Vergnügen sein, eine unbekannte Band ohne jegliche Vorinformation aufzulegen. Hurdy-Gurdy und Dudelsack zum Auftakt. Schottisch? Irisch? Dann kommen perfekt aufeinander abgestimmte Frauenstimmen und ein seltsam groovender Bass dazu. Mittelalter-Rock? Avant-Folk? Aber schon wendet ein energiegeladenes Sax das musikalische Geschehen in Richtung Jazz, und die anfängliche Verblüffung schlägt in Begeisterung um.

Denn das war erst der Opener „He Loves Her For It“ auf dem Debütalbum des zehnköpfigen Tone Of Voice Orchestra aus Kopenhagen, das auch auf den weiteren neun Titeln permanent für Überraschungen sorgt. Vier Sängerinnen, Geige, Drehleier, Cister, Saxophone, Flöten, Kontrabass und zwei Schlagzeuger – so außergewöhnlich wie das Instrumentarium der fünf Männer und fünf Frauen klingt auch der unorthodoxe Musik-Mix, der von skandinavischer Roots-Music, osteuropäischen Gesangstraditionen, Jazzimprovisationen, Indie- und Alternative-Folk, Americana und unterschiedlichsten Weltmusik-Einflüssen inspiriert ist. Der in der skandinavischen Jazz-Szene tief verwurzelte Saxophonist Frederik Lundin und seine Frau, die Singer-Songwriterin Trinelise Vaering schreiben ihren MitstreiterInnen – in ihrer Heimat allesamt in den unterschiedlichsten Genres top unterwegs – die Musik (Letztere auch die Lyrics) auf den Leib. Die exzellent arrangierten Stücke überzeugen mit gefangennehmenden Hooklines, lässigen Grooves, schamanistischen Beats, außergewöhnlichen Soundkombinationen und vor allem natürlich durch die Sängerinnen, die ihr Können auch einzeln präsentieren, aber ganz besonders im Viererpack mit kraftvoll Archaischem unter die Haut gehen oder mit geschmeidigen Jazz-Harmonien bezaubern. Manches strahlt pure Kraft und Energie aus, anderes beschwingt mit lässiger Leichtfüßigkeit, stets spürbar ist aber die Spielfreude aller Beteiligten. Das faszinierende Tone of Voice Orchestra klingt schon beim Debüt einzigartig und unverwechselbar. Kein Wunder also, dass diese offenbar süchtig machende CD seit Tagen nicht mehr aus dem Player herauszubekommen ist. Und hoffentlich gibt es das Tentett bald einmal live zu erleben!

(Stunt Records)

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