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13.12.2018 |  Peter Füssl

Nils Landgren Christmas: With My Friends VI

Einmal im Jahr tauscht die Lichtgestalt der nordischen Funk-Music Nils Landgren seine berühmt-berüchtigte rote Posaune gegen eine güldene und seine Funk Unit gegen das seit 12 Jahren bestehende Ensemble „Christmas With My Friends“. Auch das sechste Album lädt wieder zum akustischen Entspannungsbad in wohltuenden Harmonien und melodienseliger Selbstvergessenheit. Keine spannende Reibung, kein ausgefuchstes Solo, keine unorthodoxe Instrumentenkombination, nichts stört die berauschende Schönheit, wie manche sie sich in ihren romantischen Vorstellungen von Weihnachten vielleicht wünschen.

Hier geht’s natürlich schon genreimmanent nicht um kreative Überschläge, sondern um Atmosphäre und Wohlklang, wobei gleich auch alle Beteiligten ihre speziellen Qualitäten und Klangfarben einbringen können. Die prominente Sopranistin Jeanette Köhn brilliert etwa im stimmungsvollen Traditional „Den signade dag“ oder in Felix Mendelssohn Bartholdys „Hark! The Herald Angels Sing“. Ida Sand übernimmt die Rolle der einfühlsam begleitenden Pianistin und lässt etwa im 1940-er Jahre-Standard „Merry Christmas Baby“, der von Chuck Berry, Otis Redding, Elvis Presley, B.B. King und Dutzenden anderen für Weihnachtsalben gecovert wurde,  ihren Vorlieben für Soul und Blues freien Lauf. Klassische Jazz-Vocals steuert Jessica Pilnäs mit ihrer warmen Stimme bei – besonders schön auf Frank Loessers „What Are You Doing New Year’s Eve?“ oder „When This Night Is Over“, das sie sich selbst auf den Leib geschrieben hat. In Blues und Gospel fühlt sich auch Sharon Dyall besonders wohl, die mit dem soulinfizierten „Come One, Come All“ gemeinsam mit Saxophonist Jonas Knutsson das mitreißendste Stück des Albums geschrieben hat. Längst zum Stammpersonal zählen auch Kontrabassistin Eva Kruse und Gitarrist Johan Norberg, die in nobler Zurückhaltung glänzen. Nils Landgren sorgt sowohl auf der Posaune als auch mit seiner kehligen Stimme für Glanzlichter – besonders witzig auf der swingenden Eigenkomposition „Oh No It’s Christmas Again“ oder im ausgesprochen lieblich interpretierten ABBA-Song „I Have a Dream“. Natürlich treten die vorzüglichen Stimmen auch vielfach in Interaktion miteinander oder vereinen sich für J. S. Bachs „Wie soll ich dich empfangen“ zum exzellenten Chorgesang. Das passende Weihnachtswetter lässt sich nicht herbeizaubern, aber der idyllische Soundtrack zu Christbaum, Keksen, Punsch und Kerzen ist schon mal gegeben.

(ACT)

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