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03.07.2009 |  Peter Füssl

Joachim Kühn – Majid Bekkas – Ramon Lopez: Out of the Desert

Vor drei Jahren veröffentlichte der ungeheuer vielseitige und innovationsfreudige, auf Ibiza lebende deutsche Pianist Joachim Kühn mit dem marokkanischen Guembri-Spieler und Sänger Majid Bekkas und dem spanischen Perkussionisten Ramon Lopez das wunderbare Album „Kalimba“, das eine besonders reizvolle Variante der Verschränkung von westlich geprägter Improvisationsmusik mit der nordwestafrikanischen Musiktradition präsentierte. Nun ist es Joachim Kühn, der sich seine ersten Sporen in den 1960ern als Freejazzer verdiente, gelungen, dieses Album mit „Out of the Desert“ noch zu toppen.

Anlässlich seines 64. Geburtstag reiste er letztes Jahr im Frühling in die Sahara, wo er in einer winzigen Oase nahe der algerischen Grenze mit marokkanischen Berbern jammte. Vom Ergebnis angetan, verlegten Kühn, Bekkas und Lopez die ausgedehnten Sessions in das Espace Bleu Studio in Rabat und holten sich auch noch Gnawamusiker und den Talking Drum-Meister Kouassi Bessan Joseph an Bord. „Out of the Desert“ ist zu einer beispielhaften Produktion für völlig klischeefreien Ethno-Jazz geworden, denn der Wunsch nach echter musikalischer Kommunikation und der wechselseitig respektvolle Umgang mit den fremdartigen Kulturen sind jederzeit spür- und hörbar. Und es ist immer wieder verblüffend, welche kreative Kraft und ursprüngliche Schönheit sich aus der Befruchtung von scheinbar Gegensätzlichem ergibt. Hier hat Joachim Kühn nicht nur sich selbst, sondern auch der Musikwelt ein tolles Geburtstagsgeschenk gemacht. 
(ACT 9475-2 / Vertrieb: edel)

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