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02.05.2019 |  Peter Füssl

Aldous Harding: Designer

Die 29-jährige Aldous – bürgerlich: Hannah – Harding hat es mit zwei Alben vom Insider-Tipp zur fixen Größe am Indie-Folk-Pop-Himmel geschafft, einige Konzerte der Präsentationstour für die neue Scheibe „Designer“ waren schon ausverkauft, als noch kaum ein Ton daraus bekannt war. Ihre seltsam bizarren Auftritte – als Beispiele mögen ihre neuesten Videos „The Barrel“ und „Fixture Picture“ dienen – dürften ein Grund dafür sein.

Tatsächlich ragt die Neuseeländerin aber aus mehreren Gründen weit aus der Masse an vergleichbaren Talenten heraus. Einmal verfügt die Singer-Songwriterin über eine variantenreiche, auf geheimnisvolle Weise hypnotisierend wirkende, klare Stimme – von kindlich unsicher über eigenartig introspektiv bis abgebrüht selbstsicher – und ein sicheres Gefühl für fesselnde Melodien und eingängige Hooks. Im PJ Harvey-erfahrenen John Parish hat sie den idealen Produzenten gefunden, um ihre verstörenden, düsteren, oftmals enigmatisch verschlüsselten Texte über Liebesleid, Enttäuschung, Ängste und Hoffnungslosigkeit in bisweilen komplett entgegengesetzte und trotzdem perfekt passende musikalische Gewänder zu kleiden. Dabei wird auf Reduktion gesetzt – besonders eindrucksvoll leidet Harding etwa zur schlichten Akustikgitarre („Heaven Is Empty“) oder zu Solopiano-Klängen („Pilot“). Letztlich laden alle neun neuen Songs auf „Designer“ zu einer äußerst intensiven emotionalen Achterbahnfahrt ein, manchmal möchte man zur Apokalypse am liebsten tanzen.

(4AD/Beggars Group)

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