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19.01.2012 |  Karlheinz Pichler

„Kunst.Vorarlberg“ mit neuem Vorstand

Im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung hat die Künstlervereinigung Kunst.Vorarlberg am Mittwochabend ein neues Führungsgremium gewählt. Dies nachdem der alte Vorstand, wie bereits in einem Schreiben an die Mitglieder des Vereins sowie an das Land, die Stadt Feldkirch und die Sponsoren angekündigt, geschlossen zurückgetreten ist.

Dass die Chemie zwischen dem alten Vorstand und den Mitgliedern des Vereins überhaupt nicht mehr stimmig war, offenbarte sich auch im Rahmen der außerordentlichen Generalversammlung, die auf Wirtshausniveau stattgefunden habe, wie mehrere Teilnehmer berichteten. Zu Vereinsaustritten ist es aber nicht gekommen. Nach sehr emotional geführten Diskussionen wurde letztlich doch ein neuer Vorstand auf die Beine gestellt. Neuer Präsident ist der 38-jährige Konzeptkünstler und Architekt Tobias Maximilian Schnell. Sein Stellvertreter wird künftig der Lustenauer Bildhauer Albrecht Zauner sein. Die weiteren Mitglieder des Vorstands, der ab 20. Jänner operativ tätig wird, sind Oliver Bischof (Kassier), Kirsten Helfrich (Kassierstellvertreterin), Ursula Dorigo (Schriftführerin) sowie Claudia Mang (Schriftführerstellvertreterin).

Mangelnde Wertschätzung

Der alte Vorstand machte in erster Linie die mangelnde Wertschätzung seitens der Vereinsmitglieder für den Abgang verantwortlich. Die Ausstellungseröffnungen und Jour-fixe-Veranstaltungen seien in letzter Zeit regelrecht boykottiert worden. Die Mitglieder bestritten dies auch gar nicht und erklärten ihrerseits, die teils untergriffige und menschenverachtende Einweg-Kommunikation, die der Vorstand von oben herab vollzogen habe, sei für ihr Fernbleiben ausschlaggebend gewesen. Im Gebälk des Vereins hat es sozusagen ordentlich gekracht.

Gräben zuschütten

Wie der neue Präsident, Tobias Maximilian Schnell, gegenüber der KULTUR-Zeitschrift betont, will er so schnell wie möglich die Wogen zwischen den zerstrittenen Parteien glätten. Der Verein stehe gut da, ökonomisch habe der alte Vorstand gut gearbeitet, nun gelte es, die Kommunikationskultur auf eine neue Basis zu stellen. Er sehe sich hier vor allem als Integrator, der die Gräben zuschütten und nicht noch weiter aufreißen wolle. Er stellt sich in Zukunft eine Kommunikation vor, die auf Augenhöhe und nicht vertikal stattfinde, die offen sei und bei der jedes Mitglied zu Wort kommen solle. Für ihn sind die Mitglieder die Stärke des Vereins. Folglich sollen die Interessen des Vereins, sprich die Repräsentation der Kunstschaffenden und ihrer Werke in der Öffentlichkeit, künftig im Vordergrund stehen. Eine Streitkultur, die auf Sachlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung beruhe, könne da durchaus eine gute Basis darstellen, so der neue Präsident.

Der Sitz von Kunst.Vorarlberg: Die Villa Claudia in Feldkirch (Foto: Stadt Feldkirch)

Der Sitz von Kunst.Vorarlberg: Die Villa Claudia in Feldkirch (Foto: Stadt Feldkirch)

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  • Der Sitz von Kunst.Vorarlberg: Die Villa Claudia in Feldkirch (Foto: Stadt Feldkirch) Der Sitz von Kunst.Vorarlberg: Die Villa Claudia in Feldkirch (Foto: Stadt Feldkirch)