Tobias Grabher, die Camerata Musica Reno und Michael Köhlmeier bescherten dem Publikum ein „österliches Cineastenfest“.
Annalena Ruppe · 30. Mär 2024 · Musik

Wiener Schmäh in Dornbirn

Leichtigkeit und Witz – Der Nino aus Wien und Die AusWienBand im Spielboden

Der Nino aus Wien und die AusWienBand waren zu Gast im Spielboden Dornbirn und haben mit ihrem Schmäh das Publikum begeistert.

Bereits vor dem Eingang ist die Vorfreude auf das Konzert deutlich zu spüren, die gute Stimmung lässt sich auch von der 18-minütigen Verspätung nicht beirren. Um 20:48 geht es (endlich) los und die Band und Nino betreten die Bühne. Seit 15 Jahren spielt Der Nino aus Wien mit der gleichen Besetzung der AusWienBand, das heißt mit Raphael Sas (Gitarre, Keys, Gesang), David Wukitsevits (Schlagzeug, Gesang) und pauT (Bass, Klarinette, Gesang), und man merkt die Vertrautheit untereinander, die Performance wirkt stimmig.

Ehrliche Musik – wenig Firlefanz

Eröffnet wird das Konzert mit „Schnackerl“, einer ruhigen Solo-Nummer des Leadsängers. Aber obwohl ein Großteil der Lieder als eher ruhig eingestuft werden könnte, kommt während des Konzerts doch sehr viel Fahrt auf und innerhalb kürzester Zeit wippen alle Köpfe zum Takt der Musik. Im Gegensatz zu anderen Musik-Shows spielen die Musiker ein aufrichtiges Konzert, in dem gute Musik im Vordergrund steht und das mittlerweile übliche Animationsprogramm für das Publikum zweitrangig ist. Der Sound ist gut, die Lieder besser und die Lichtshow unterstreicht die Musik, ohne von ihr abzulenken. 

Ein klein(st)er Schwank aus dem Leben

Trotzdem darf die ein oder andere Anekdote natürlich nicht fehlen, so erfahren wir zum Beispiel, dass Nino Bob Dylan zwar gefragt hat, ob er eine wienerische Version von „Simple Twist of Fate“ machen darf, seine E-Mail aber leider unbeantwortet blieb. Er ließ sich davon nicht beirren und veröffentlichte das Lied trotzdem, mit dem Titel „Der Mai ist vorbei“. Seine Verbindung zu Bob Dylan geht aber noch weiter, so teilt er sich nicht nur den Geburtstag mit dem Sänger, sondern wurde auch von Falter-Journalist Gerhard Stöger als „Bob-Dylan vom Praterstern“ gekürt. Auch erwähnt er seine wöchentlichen Fußballabende, er schaue zwar jede Woche Fußball, „aber das Leben ist schwer als Rapid-Fan.“ 

„Irgendwo gibt’s ah no so an Merch-Stand“

Die musikalischen Höhepunkte des Abends waren zahlreich und die Klarinettenbegleitung bei „Es geht immer ums Vollenden“ gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Sonst-Bassist pauT begleitet auf der Klarinette das ruhige Lied und verleiht ihm so eine neue Dimension. Das Publikumshighlight war auf jeden Fall das „Praterlied“, das nach vielfachen Wunschrufen als vorletztes Lied angestimmt wurde. In einer kurzen Zwischenmoderation bedankt sich Nino noch beim Publikum, bevor überraschend noch eine allerletzte Nummer gespielt wird. Mit „Bevor du schläfst“ hört das Konzert so mit den Worten „Und du weißt du siehst die Sonne noch bevor du schläfst“ auf.

Nächste Live-Konzerte: 
30.3. Treibhaus, Innsbruck
4.4. Cinema Paradiso, St. Pölten