Wenn Solidarität ins Rollen kommt
Interaktive Ausstellung „weltbewegt“ im WirkRaum Dornbirn
Das Welthaus Vorarlberg und seine sieben Mitgliedsorganisationen laden ab sofort in eine Erlebnisausstellung, die auf spielerische Weise zeigt, dass Entwicklung keine Einbahnstraße, sondern ein gemeinsamer Prozess ist. Dafür haben Ausstellungsmacher und Welthaus-Geschäftsführer Martin Strele und sein Team den WirkRaum in monatelanger Arbeit zu einer Kugelbahn umgebaut, die rund um die Welt führt. Besucher:innen können nach Voranmeldung die Kugel der globalen Solidarität ins Rollen bringen.
Aktuell laufen Mitglieder von Naturschutzorganisationen gegen das geplante Naturschutzgesetz der Vorarlberger Landesregierung Sturm. Sie beklagen unter anderem eine Aufweichung von Ufer- und Moorschutz und sorgen sich um Bodenversiegelung. So auch Martin Strele, Geschäftsführer von Welthaus Vorarlberg und Kairos, dem Institut für Wirkungsforschung und Entwicklung in Bregenz. Er ist der Ideengeber und Ausstellungsmacher der interaktiven Erlebnisausstellung „weltbewegt – Entwicklung neu denken“ im WirkRaum der Caritas Vorarlberg in Dornbirn, einem Ort für Begegnung, Vernetzung und gesellschaftliches Engagement. Genau darum zielen er und sein Team mit „weltbewegt“ ab; keine klassische Ausstellung zu bieten, sondern einen Ort, an dem Menschen erfahren, dass Entwicklung keine Einbahnstraße ist, sondern ein Prozess, an dem wir alle beteiligt sind.
Wie aus Entwicklungshilfe Entwicklungszusammenarbeit wird
Bereits bei der inatura-Sonderschau „Wir essen die Welt“ hat Martin Strele gezeigt, wie man ein hochkomplexes Thema wie jenes der globalen Solidarität in eine alle Sinne ansprechende Ausstellung packen kann. Diesmal wurden die Räumlichkeiten des WirkRaum Dornbirn in eine begehbare Kugelbahn verwandelt. Die Ausstellungsbesucher:innen werden Teil der Schau, indem sie mit einer Kugel in der Hand folgenreiche Entscheidungen treffen können. Gleich zu Beginn werden drei mögliche Wahlstrategien im Umgang mit der Welt angeboten: Ich will mich verwirklichen. Mir ist wichtig, dass ich mich um mein Umfeld kümmere und in der Gemeinde aktiv bin. Ich will alles tun, um die Welt zu einem gerechteren, friedlicheren Ort zu machen. Die Kugel wird geworfen, und die kleine Bewegung setzt die nächste in Gang. Als Besucher:in folgt man seiner eigenen Kugel quer durch die ganze Ausstellung.
Wie kommen wir wieder ins Tun?
Die globale Solidarität werde zurzeit rund um den Erdball nationalistischen Machtbestrebungen geopfert, sagte Caritasdirektor Walter Schmolly anlässlich der Ausstellungseröffnung. Dabei gelte es anzuerkennen, dass wir aufeinander angewiesen seien und alle zusammengehörten. Genau diese Erfahrung des „Wir sitzen alle im selben Boot“ macht man beim Besuch der interaktiven Erlebnisschau „weltbewegt“ und sieht zugleich Bilder realisierter Projekte, die die Mitgliederorganisationen des Welthaus Vorarlberg in Ländern wie Bolivien, Armenien, Indien oder Peru bereits realisiert haben. „Wir sind Teil eines Ökosystems, das nur darum funktioniert, weil tausende Dinge, fein austariert, seit Jahrmillionen im Gleichgewicht sind“, sagt Ausstellungsmacher Martin Strele. „Heute sind wir, die Kinder der 1970er Jahre, Zeitzeugen einer Explosion menschlicher Überheblichkeit.“ Die Ausstellung „weltbewegt“ regt dazu an, Entwicklung neu zu denken und selbst wirksam zu werden. Weil ein Element das nächste anstößt und am Ende alles miteinander verbunden ist.
Digitales Live-Fenster
Im Keller des WirkRaum Dornbirn wartet eine freudige Überraschung. Die Ausstellungsbesucher:innen treffen auf echte Menschen in einem Jugendausbildungszentrum in Nairobi. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten!
Interaktive Erlebnisausstellung „weltbewegt – Entwicklung neu denken“
bis 20. November 2026
WirkRaum Dornbirn
Besuch nur nach Voranmeldung unter www.weltbewegt.at