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19.10.2018 |  Annette Raschner

Spannende Grenzüberschreitungen mit Kunst im öffentlichen Raum

Zwei Jahre lang haben Brigitte Walk und ihre freie Kompanie walktanztheater.com für ihr neues Projekt „Am Zug“ gekämpft. Um – unter anderem – in einem von Lehrlingen der ÖBB eigens umgebauten Sonderzug spielen zu können, mussten im Vorfeld zahlreiche Genehmigungen eingeholt werden. Der lange Atem hat sich ausgezahlt! „Am Zug“ bietet neben einem wahren Theaterevent spannende Texte zu den Themen Reisen, Grenzen, Migration und Identität, sowie beeindruckende Darbietungen von Profi- und knapp 80 (!) LaiendarstellerInnen aus vielen Ländern.

Drei AutorInnen, drei Waggons, drei Länder – schon in der Eingangshalle des Feldkircher Bahnhofs erwartet die BesucherInnen die erste von vielen Überraschungen. Ein Sprechchor aus LaiendarstellerInnen präsentiert sich als ebenso sehnsüchtiger wie aufmüpfiger Pulk geflügelter Wesen. Der Vorarlberger Schriftsteller Maximilian Lang hat hierfür einen Text geschrieben, der Individuen, die sich im Aufbruch befinden, Wünsche formulieren lässt. Die Akustik ist in der Halle zwar herausfordernd, aber wer die Sätze nicht versteht, der kann sich an den tollen Kostümen von Sandra Münchow erfreuen.

Nach einer weiteren Performance in der Unterführung geht es in drei Gruppen ab in den wunderschön umgebauten und durch einen Sprayer umgestalteten Sonderzug. Auf dem Weg ins liechtensteinische Nendeln lassen etwa Schauspielerin Helga Pedross und Klarinettist Levent Ivov das Schicksal slowakischer Juden wiederaufleben (Text: Stefan Sprenger), die sich während des zweiten Weltkriegs unter Kohlestücken versteckt hielten, um nach zwölf Stunden im Zug die Rettung verheißende Schweiz zu erreichen. Es gelang längst nicht allen…

In einem weiteren Waggon telefoniert ein junger, verzweifelter Mann mit niemand Geringerem als mit Ausnahmeschriftsteller Peter Handke (Text: Maximilian Lang), der ihm bei der Lösung seiner Problem helfen soll. Wo stehe ich? Wie komme ich in Bewegung? – Das sind nur zwei von vielen Fragestellungen, die hier zur Sprache kommen. Eingebettet in eine stimmige Komposition von Marcus Nigsch, der erst unlängst mit dem Kompositionspreis des Landes ausgezeichnet wurde. Und eine spannende Beziehungsgeschichte bietet die Schweizer Autorin Rebecca C. Schnyder in einem weiteren Waggon…

Feldkirch – Nendeln – Buchs heißen die Stationen, zwei Grenzen werden mühelos überschritten, ohne dass man es merkt, und an den einzelnen Bahnhöfen warten zahlreiche Überraschungen. Sogar die Rheinbrücke ist Schauplatz einer zauberhaften Intervention. Anschauen, mitfahren, staunen, es lohnt sich!

walktanztheater.com: "Am Zug"
weitere Termine: 19./20./23./24./25.10.2018
jeweils 19.45 Uhr
Bahnhof Feldkirch

Die erste Überraschung: der Sprechchor in der Eingangshalle des Feldkircher Bahnhofs

Die erste Überraschung: der Sprechchor in der Eingangshalle des Feldkircher Bahnhofs

Performances, Darbietungen, Interventionen finden im Sonderzug ...

Performances, Darbietungen, Interventionen finden im Sonderzug ...

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... und an unterschiedlichen Schauplätzen statt (alle Fotos: Mark Mosman).

... und an unterschiedlichen Schauplätzen statt (alle Fotos: Mark Mosman).

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  • Die erste Überraschung: der Sprechchor in der Eingangshalle des Feldkircher Bahnhofs Die erste Überraschung: der Sprechchor in der Eingangshalle des Feldkircher Bahnhofs
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