„Ginger“ - ein Tanztheater für Kinder ab vier Jahren im TAK Theater Liechtenstein (Foto: Jeroen Doise)
Manuela Schwärzler · 30. Apr 2026 · Aktuell

Out now: Mai-Ausgabe

Von Menschenhand geschrieben

Das aktuelle Weltgeschehen schlägt täglich Monsterwellen – in den Medien, aber auch in der Wirklichkeit der Betroffenen. Berichte von Angriffen – im Großen wie im Kleinen –, Drohungen und Beschimpfungen sowie deren Konsequenzen füllen die (Web-)Seiten aller Nachrichtenkanäle.

Wie gut, dass wir in Vorarlberg von den großen Angriffen nur lesen müssen. Wie gut, dass uns Künstler:innen und Expert:innen verschiedene Wirklichkeiten vor Augen führen, Perspektivenwechsel ermöglichen und damit verhärteten Fronten entgegenwirken. Von all diesen künstlerischen Positionen, aber auch von gesellschaftlichen Herausforderungen berichten wir in der KULTUR seit 40 Jahren.
Nicht ganz so lange, aber immerhin schon drei Jahrzehnte ist es her, dass die erste Großauflage realisiert wurde. Allen Sparzwängen zum Trotz schicken wir auch die diesjährige Mai-Ausgabe wieder an alle Vorarlberger Haushalte – um Sie, liebe Leser:innen, über die vielfältigen Kulturangebote zu informieren, aber auch um zu zeigen, wie wichtig unabhängiger Journalismus ist. Denn was passiert, wenn nur mehr jede:r selbst über sich, seine Meinung und Aktionen berichtet? Was passiert, wenn Berichterstattung käuflich ist? Was passiert, wenn KI den Journalismus übernimmt und fröhlich vor sich hin halluziniert?
Unsere Zeitschrift ist Monat für Monat ein Statement: für unabhängigen (auch vom Vbg. Medienhaus unabhängigen) Qualitätsjournalismus, der ohne KI-Texte auskommt. Das ist nicht mehr oft der Fall, die meisten Medienhäuser setzen inzwischen auf „effiziente KI-Tools“, die Journalist:innen ersetzen und damit die Fixkosten senken. So kann viel gespart werden. Dass damit aber nicht nur die Kosten, sondern auch Qualität und Glaubwürdigkeit sinken, vor allem wenn nirgends deklariert ist, welche Teile der Berichterstattung von Softwareprogrammen generiert wurden, ist klar. Und dass Leser:innen über kurz oder lang kein Abo für automatisch erstellte Texte zahlen wollen, nur verständlich. Bei uns werden sämtliche Artikel von Menschenhirn erdacht und Menschenhand geschrieben. Bei uns, liebe Leser:innen, fließt Ihr Geld für Abo oder Inserat nicht an Tech-Firmen, die vor allem den eigenen Profit vor Augen haben, sondern weiter an erfahrene und engagierte Menschen, die sich für Kultur einsetzen.

Möglich machen diese Großauflage und deren Versand an alle Haushalte vor allem Personen und Organisationen, die genau diese Haltung und unsere Zeitschrift schätzen und sie mit einem Inserat unterstützen. Ihnen gebührt an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Dass zusätzliche Ausgaben vor allem für Kulturveranstalter und gemeinnützige Vereine kaum mehr möglich sind, ist allseits bekannt. Der drastische Sparkurs der Regierung hat bereits verheerende Konsequenzen und wir zücken den Hut vor allen, die sich nicht unterkriegen lassen, neue Wege finden und weiter mit voller Energie außergewöhnliche Kulturprogramme zusammenstellen.
So auch das Vorarlberger Landestheater unter der Führung von Stephanie Gräve. Die knapp formulierte Presseaussendung des Landes mit der Nachricht, dass Gräves Vertrag nach der Spielzeit 2027/28 nicht verlängert wird, hat im März für viel Aufruhr gesorgt. Im Mittelpunkt stand dabei leider nicht die positive Entwicklung, die das Landestheater durch ihre Intendanz genommen hat: von der Einbindung lokaler historischer Stoffe über Kooperationen mit freien Theatermacher:innen aus Vorarlberg und internationalen Ensembles bis hin zur Vermittlungs- und Jugendarbeit. Das alles auf höchstem Niveau und neben den Klassikern auf dem Spielplan, versteht sich. In all dem Wirbel nach der offiziellen Mitteilung über die Nichtverlängerung ihres Vertrags ging es jedoch plötzlich um die Anzahl von Unterschriften, um angebliche Differenzen und möglicherweise inoffizielle Gründe. Emotional aufgeladene Argumente und Vorwürfe machten sich breit und verdrängten eine sachliche und korrekte Betrachtungsweise. Kommunikation ist ein großer und weiter Begriff, aber sie ist auch ein nie zu unterschätzendes Feld – und eine Kunst. Eine, bei der es bei den Verantwortlichen des Landes durchaus noch Luft nach oben gibt. 

Bleiben Sie mit uns stets auf dem Laufenden und über die Fülle an Veranstaltungen informiert: Vorberichte mit Hintergrundinformationen, Interviews, Künstler:innenporträts und Kommentare in den monatlichen Ausgaben (Print & E-Paper) werden mit täglich aktuellen Kritiken und Meldungen auf unserer Webseite ergänzt. Dort finden Sie auch den frei zugänglichen Veranstaltungskalender, der Konzerte, Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen, Ausstellungen und vieles mehr auflistet. Kein anderer kultureller Veranstaltungskalender in Vorarlberg ist so umfassend. Unsere digitalen Services sind kostenlos, und seit Anfang des Jahres um einen Newsletter reicher: Zum wöchentlichen Newsletter mit aktuellen Kritiken, Jobbörse und Ausschreibungen hat sich der Newsletter „Kultur für Kinder“ gesellt, in dem wir einmal im Monat redaktionelle Tipps zu kommenden Kinderveranstaltungen verschicken.
Und vielleicht sind Sie uns inzwischen schon auf Instagram begegnet. Mit unseren 40 Jahren bleiben wir jung und am Puls der Zeit. Wie finden Sie das?

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Dieses Editorial ist bereits in der KULTUR 4/2026 (Mai) erschienen. Hier geht's zum E-Paper.