Tanz ist Festival (Foto: Stefan Hauer)
Michael Löbl · 08. Mai 2026 · Musik

On The Road To Eisenstadt

Konzert mit Preisträger:innen des Vorarlberger Landeswettbewerbs prima la musica 2026 im ORF-Landesstudio Dornbirn

In einer knappen Stunde konnte man am Donnerstagabend einige der jungen Musikerinnen und Musiker kennenlernen, die im Rahmen von prima la musica die Auszeichnung „1. Preis mit Berechtigung zur Teilnahme am Bundeswettbewerb“ erhalten haben.

Was auf dem Papier glamourös klingt – prima la musica Preisträger:innen geben ein Konzert im ORF-Landesstudio – war eher kurz und schmerzlos. Ein Großteil des Programms musste ja in der knapp einstündigen Kultursendung um kurz nach 20 Uhr Platz finden. Auch der Publikumsandrang hielt sich sehr in Grenzen. Trotz der knappen Zeit von 60 Minuten bekamen die Zuhörenden am Donnerstagabend 21 junge Musikerinnen und Musiker aus ganz unterschiedlichen Sparten zu hören. Ebenso unterschiedlich war das Niveau der einzelnen Programmbeiträge.

Originelle Programmzusammenstellung

Über 300 Musiker:innen im Alter von fünf bis zwanzig Jahren nahmen im Februar am Landeswettbewerb in Feldkirch teil, 88 Auserwählte werden Vorarlberg beim Bundeswettbewerb Ende Mai in Eisenstadt vertreten. Einige von ihnen konnte man an diesem Abend kennenlernen.
Das Programm war bunt durchmischt, vom Quintett bis zum Klaviersolo war alles dabei. Originell auch die Zusammenstellung eher unbekannter Komponisten, nur Tschaikowsky und Johann Strauss konnte man dem Mainstream des Klassischen Repertoires zurechnen. Am überzeugendsten waren die Ensembles. Das Hornquartett „Drei Ländle“ aus der Klasse Michael Pescolderung an der Stella Musikhochschule eröffnete den Abend mit einer Fanfare aus der Feder der Hornistin Maria Senoner, die selbst Mitglied dieses Quartetts ist. Man genoss einen wunderbaren Hornklang, gut ausbalanciert und strahlend – aber leider viel zu kurz. Nach weniger als zwei Minuten mussten die vier Bläser schon wieder Platz machen für die kommenden Programmpunkte.

Groove aus dem Leiblachtal

Die Schlagzeuger des Trios „Threeplay“ aus der Klasse Markus Lässer von der Musikschule Leiblachtal hatten ein wenig mehr Zeit und mit „Fiesta Colores“ von Nils Rohwer auch das perfekte Finalstück für dieses Konzert ausgewählt. Schlagzeuger haben – wie auch Pianisten – ein Problem nicht, mit dem sich fast alle anderen Musiker:innen ein Leben lang herumschlagen müssen: die Intonation. Ein Xylophon, Vibraphon, eine Marimba oder kleine Trommel klingt, wie sie gebaut ist, auf die Tonhöhe haben die Spieler:innen keinen Einfluss und daher auch ausreichend Zeit, um sich zu 100 Prozent auf die Themen Technik, Rhythmus und Zusammenspiel zu konzentrieren. Darum klingen Schlagzeugensembles immer irgendwie spektakulär und kommen beim Publikum bestens an. So war es auch diesmal.
Dazwischen mussten sich die Besucher:innen blitzschnell auf so Unterschiedliches wie eine Polka mit drei Klarinetten, Steirischer Harmonika und Kontrabass, eine Romanze für Cello von Johann Strauss oder ein Stück für Hackbrett und Gitarre von Robert Morandell einstellen. Vom brillanten Fagotttrio „Bosco Sonoro“ aus der Hochschulklasse Heidrun Wirth-Metzler hätte man gerne etwas Anderes gehört als die seltsame „Serenade à Strawinsky“ von Etienne Rolin, dasselbe gilt für die Mezzosopranistin Marianna Khudyk und das etwas eintönige „Lied der Zigeunerin“ von P. I. Tschaikowsky. Im Gegenzug präsentierte die Geigerin Coletta Mader ein wunderschönes Nocturne der französischen Komponistin Lili Boulanger.
Martina Köberle führte souverän durch den Abend, interviewte Mathias Lang, den Geschäftsführer des Vorarlberger Musikschulwerks und einige der Ausführenden.
Zugegeben: Der Weg von Vorarlberg nach Eisenstadt ist wirklich weit, aber für Fans des heimischen Musikernachwuchses dürfte er sich lohnen. 

Das Konzert zum Nachhören:
sound.orf.at

Weitere Infos:
musikderjugend.at (Landeswettbewerb Vorarlberg)
musikderjugend.at (Bundeswettbewerb)