Prinz Grizzley legt mit "Dear Leftovers" sein drittes Album vor. © PiaPiaPia
Silvia Thurner · 21. Dez 2014 · Musik

Ohrwürmer, Klangsinnliches und Humorvolles – Die Schurken und Kurt Sternik gaben ein stimmungsvolles Adventkonzert

Die Schurken stimmten in der voll besetzten Klosterkapelle St. Josef in Lauterach viele kleine und große KonzertbesucherInnen auf Weihnachten ein. Zusammen mit Kurt Sternik und einer bunten Musikauswahl boten sie eine besinnliche und zugleich humorvolle Unterhaltung. Vor allem die Weihnachtsweisen und eher ruhigen Stücke gaben den vier Musikern Stefan Dünser (Flügelhorn, Trompete), Martin Schelling (Klarinette), Goran Kovacevic (Akkordeon) und Martin Deuring (Kontrabass) auch die Gelegenheit, ihren so typischen und hervorragend ausbalancierten Klang nach Herzenslust zu zelebrieren.

Gleich zu Beginn illustrierten die Schurken, wie sie Musik verstehen. Den Rahmen bildeten zwei bekannte Weihnachtslieder. In einem Arrangement von Martin Schelling erklangen zuerst in sich kreisende chromatische Linien, die eine große Erwartungshaltung aufbauten und daraus kristallisierte sich „Kommet ihr Hirten“ mit einem großen Aufforderungscharakter heraus. Zum Abschluss erklang „Es wird scho glei dumpa“ und dazwischen entfaltete sich ein abwechslungsreiches und bilderreiches Weihnachtskonzert.

Musiker und Sänger


Farbenreich arrangiert erklangen die Arien „Die Seele ruht in Gottes Händen“ und „Wir eilen mit schwachen, doch eiligen Schritten“ von Johann Sebastian Bach. Besonders in diesem Stück war die Rollenverteilung zwischen der starken Basslinie und den vorwärts treibenden Melodielinien schön nachvollziehbar. Auch in Purcells Werken aus „The fairy Queen“ kam die ausgeklügelte Spielart der Schurken gut zum Ausdruck. Die Klangfarben mischten sich hervorragend, so dass die Musik mit Esprit ihre Wirkung entfaltete. Dass die Schurken Humor und auch gute Stimmen besitzen, war im „Himmelhendlzweifachen“ von Martin Schelling zu erleben, in dem sie inbrünstig das „Halleluja“ sangen.

„Der Andachtsjodler“, Ravels „Pavane pour une infante defunte“ und das „Nachtgedicht“ von Albin Brun gaben den vier Musikern die Gelegenheit, ihre Liebe zum schönen, in sich belebten Klang zu zelebrieren. Weitere musikalische Fassetten brachten sie in Eric Saties „Gnossienne“ und Manuel de Fallas „Nana“ mit jüdischen und jazzigen Anklängen ins Spiel. Abgerundet wurde das stimmungsvolle Konzert im schönen Ambiente der Klosterkapelle durch die Einladung zum gemeinsamen Singen.

Gute Textauswahl


Die von Kurt Sternik vorgetragenen Gedichte und Texte bereicherten das Konzert. Es war schön, wieder einmal traditionelle Gedichte zur Weihnachtszeit wie Theodor Stroms „Knecht Rupprecht“ oder Eichendorffs „Weihnachten“ zu hören. Zum Lachen war der amüsante Bericht eines phantasievollen Jungen, der herzerfrischend von der Krippe zuhause erzählte und wie anstatt der Nüsse, der Vater mit Goldstaub veredelt wurde. „Die vier Kerzen“ und andere Texte gaben den Zuhörenden auch Nachdenkliches mit auf den Weg.