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07.03.2009 |  Silvia Thurner

Hochspannung - Konzentration - Freude und Frust

Der Landeswettbewerb „Prima la musica“ ist für viele MusikschülerInnen ein Fixtermin, auf den sie lange hin arbeiten und dem großen Auftritt entgegen fiebern. Die knisternde Anspannung, weniger bei den jungen SolistInnen als viel mehr den begleitenden Eltern, liegt auch dieses Jahr im Landeskonservatorium förmlich in der Luft. Zum ersten Mal wurde auch die Kategorie „Ensembles für Neue Musik“ eingerichtet. Die Leistung, die neben anderen das „New TonArt“ Ensemble mit Werkdeutungen von Karlheinz Stockhausen und Terry Riley sowie einer Uraufführung von Gerald Futscher erbrachte, war überaus beeindruckend.

Konzentriert hörten die jugendlichen Ensemblemitglieder aufeinander und interpretierten dabei Stockhausens „Tierkreis“ in einem gut ausgewogenen Wechselspiel zueinander. Plastisch formten die MusikerInnen die charakteristischen Themen. Bemerkenswert war dabei die Diktion von Heinz-Peter Linshalm, der das Ensemble der „Tonart Musikschule Mittleres Rheintal“ leitete.

Werkdeutungen auf professionellem Niveau

Der motivierende Zuspruch der Ensembleleiter bzw. Musikschullehrer Heinz-Peter Linshalm und Petra Stump wirkten auch auf die Deutung des Werkes „Qui glissent les unes derrière le autres“, das im Rahmen des ‚prima la musica’ Auftrittes, uraufgeführt wurde. Dosen, Becher, Schläuche, Triangel und andere Klangkörper bildeten das Instrumentarium für dieses Werk, das die Jugendlichen mit einem guten Verständnis für die zugrunde liegenden musikalischen Verläufe zum Leben erweckten. Sie bedienten die außergewöhnlichen Klangerzeuger mit derselben Ernsthaftigkeit wie die eigenen, traditionellen, Instrumente. Auf diese Weise gestalteten sie ein originelles Werk und bündelten eine große Vielfalt von Klangereignissen in einen musikalisch stringenten Sinnzusammenhang. Die minimalistisch ineinander geschachtelten Pattern in Terry Rileys „In C“ spielte das Ensemble derart kraftvoll, dass sich ein mitreißender ‚Groove’ einstellte. Auch die Jury war angetan von der hervorragenden Leistung des „NewTonArt“ Ensemble und vergab einen „ersten Preis mit Auszeichnung“. Herzliche Gratulation!

Welchen Sinn hat „prima la musica?“

Über die Sinnhaftigkeit des Wettbewerbes „prima la musica“ lässt sich vortrefflich diskutieren. Seit nunmehr fünfzehn Jahren wird der Musikschulwettbewerb als Nachfolgemodell von „Jugend musiziert“ in Vorarlberg ausgetragen. Etwa 280 MusikschülerInnen treten jedes Jahr zur Leistungsschau an. Dabei übernehmen vor allem die MusikschullehrerInnen eine große Verantwortung, denn das Niveau ist in den vergangenen Jahren ständig gestiegen. Frustrationen sind unvermeidbar, denn wie bei jedem Wettbewerb können nicht alle SiegerInnen sein. Auch der Umgang mit Lampenfieber muss geübt werden, und nur wer ein gutes Nervenkostüm besitzt, wird sich später auf dem Podium wohl fühlen. Doch der Weg zum Ziel und nicht die virtuose Musikdarbietung alleine muss im Vordergrund stehen, dann hat „prima la musica“ einen Sinn und bringt alle TeilnehmerInnen unabhängig vom Ergebnis einen großen Schritt weiter in der Beziehung zu ihrem eigenen Instrument.

"NewTonArt Ensemble" überzeugte die Juroren

"NewTonArt Ensemble" überzeugte die Juroren

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