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13.09.2015 |  Silvia Thurner

Fantastische Musiker bei der Schubertiade – Jubel für den Cellisten Kian Soltani und seine Freunde

Kian Soltani lud einige seiner Freunde und musikalischen Weggefährten zum gemeinsamen Musizieren bei der Schubertiade Hohenems ein und bot den Zuhörerinnen und Zuhörern ein mitreißendes musikalisches Fest. Vom ersten Ton an war die ausgelassene Freude an der musikalischen Gestaltung von Petrit Ceku (Gitarre), Marc Bouchkov (Violine), Chatharina Chen (Violine), Adrien Boisseau (Viola), Timothy Ridout (Viola), Kian Soltani (Violoncello) und Laurène Durantel (Kontrabass) mitzuerleben. Darüber hinaus machte die Werkkombination diesen Abend zu einem Konzert der Superlative. Zuerst nahmen Kompositionen von Schubert und Boccherini Mozarts „Kleine Nachtmusik“ in die Mitte, danach verströmten ein „Fandango“ und Musik von Mario Castelnuovo-Tedescos spanisches Flair.

Schuberts Streichtrio D 581 spielten Marc Bouchkov, Adrien Boisseau und Kian Soltani ganz seinem Charakter entsprechend mit spritzigen Phrasierungen im klassischen Stil. Den Höhepunkt bildete das feinsinnig musizierte Andante, in dem die melodischen Linien mit einem federnden Duktus und fein nuancierten Klangfarben erklangen. Die Zerrissenheit des Satzes betonten die Musiker besonders im mittleren Abschnitt, wo sie eine obertonarme und fahle Tongebung anstimmten. Das Rondo erklang wunderbar transparent musiziert mit dem tänzerischen Hauptthema und den genüsslich ausgekosteten Couplets.

Ein musikalischer Spaß


Mozarts „Kleine Nachtmusik“ stellte einen Angelpunkt innerhalb des Konzertabends dar, denn das ziemlich abgenutzte Werk wirkte in der Interpretation von Marc Bouchkov und Catharina Chen (Violine), Adrien Boisseau, Kian Soltani und Laurène Durantel (Kontrabass) sehr erfrischend und humorvoll. Den besonderen Drive erhielt der erste Satz durch die Tonrepetitionen der Geigen und der Bratsche und den Groove vom Cello und dem Kontrabass. Romantisch gesungen erklang der langsame Abschnitt. Im Menuett agierten die tiefen Streicher wie ein Basso Continuo und das Trio wurde mit einem schwungvoll betonten 3er-Takt belebt. Etwas überdreht wirkte die erste Violine im Finale, das voller Esprit erstrahlte und in einem flotten Tempo den musikalischen Spaß voll zur Geltung brachte.

Spanische Temperament


Die zweite Konzerthälfte war geprägt vom ebenso quirligen wie eleganten Gitarristen Petrit Ceku. Dabei war es ein Hochgenuss, dem Quintett (mit dem Bratschisten Timothy Ridout) nicht nur zuhören, sondern auch zusehen zu können. Selten habe ich Musiker in einem so guten und freudigen Kontakt zu- und miteinander spielen erlebt. Luigi Boccherinis Quintett für Gitarre und Streichquartett in D-Dur, G 448 - das sogenannte „Fandango-Quintett“ - war wie geschaffen für diese fünf Musiker und ermöglichte Kian Soltani einige brillante Szenen. Kantig akzentuiert erklangen die Themen im majestätischen Eröffnungssatz. In der Pastorale nahmen die vier mit Dämpfer musizierenden Streicher die Gitarre in ihre Mitte. Faszinierend war im Finale unter anderem die herausragende Bogentechnik von Kian Soltani erlebbar. Nach dieser aufregenden Werkdeutung jubelte das Publikum im Markus-Sittikus-Saal vor Begeisterung.

Spanisches Feeling


Eine ganz andere Farbe verströmte das Quintett für Gitarre und Streichquartett in F-Dur, op. 143 von Mario Castelnuovo-Tedesco. Das im spätromantischen Stil komponierte Werk, in dem über weite Strecken die Gitarre im Zentrum stand, verströmte eine emotionsgeladene Atmosphäre. Gegenseitig gaben sich die Musiker viel Raum, so dass im Andante die emotionsgeladenen Kantilenen voll zur Geltung kamen. Kauzig und amüsant modellierten die Musiker das Scherzo, in dem sie einander in einem anregenden Ping-Pong Spiel die Themen zuspielten. Brillant ausformuliert erklang der Finalsatz.

Der Applaus am Ende des zweiten Abends der dreiteiligen Konzertreihe mit „Kian Soltani und seinen Freunden“ war enthusiastisch. Noch lange hätte man den sympathischen und virtuosen Musikerinnen und Musikern zuhören mögen. Bleibt nur die Hoffnung und Vorfreude auf ein baldiges Wiederhören.

 

Radio-Übertragung
Sonntag, 20. September 2015, 19:30 Uhr
Ö1

"Kian Soltani und seine Freunde" - hier mit Marc Bouchkov, Catharina Chen, Petrit Ceku, Timothy Ridout und Kian Soltani gestalteten im Rahmen der Schubertiade Hohenems einen mitreißenden Kammermusikabend und ließen die Zuhörenden an ihrem anregenden Musizieren Anteil nehmen.

"Kian Soltani und seine Freunde" - hier mit Marc Bouchkov, Catharina Chen, Petrit Ceku, Timothy Ridout und Kian Soltani gestalteten im Rahmen der Schubertiade Hohenems einen mitreißenden Kammermusikabend und ließen die Zuhörenden an ihrem anregenden Musizieren Anteil nehmen.

Unglaublich aber wahr - Mozarts überstrapazierte "Kleine Nachtmusik" hatte in der Interpretation von Marc Bouchkov, Catharina Chen, Adrien Boisseau, Kian Soltani und Laurène Durantel einen echten Groove. (Fotos: Schubertiade)

Unglaublich aber wahr - Mozarts überstrapazierte "Kleine Nachtmusik" hatte in der Interpretation von Marc Bouchkov, Catharina Chen, Adrien Boisseau, Kian Soltani und Laurène Durantel einen echten Groove. (Fotos: Schubertiade)

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  • "Kian Soltani und seine Freunde" - hier mit Marc Bouchkov, Catharina Chen, Petrit Ceku, Timothy Ridout und Kian Soltani gestalteten im Rahmen der Schubertiade Hohenems einen mitreißenden Kammermusikabend und ließen die Zuhörenden an ihrem anregenden Musizieren Anteil nehmen. "Kian Soltani und seine Freunde" - hier mit Marc Bouchkov, Catharina Chen, Petrit Ceku, Timothy Ridout und Kian Soltani gestalteten im Rahmen der Schubertiade Hohenems einen mitreißenden Kammermusikabend und ließen die Zuhörenden an ihrem anregenden Musizieren Anteil nehmen.
  • Unglaublich aber wahr - Mozarts überstrapazierte "Kleine Nachtmusik" hatte in der Interpretation von Marc Bouchkov, Catharina Chen, Adrien Boisseau, Kian Soltani und Laurène Durantel einen echten Groove. (Fotos: Schubertiade) Unglaublich aber wahr - Mozarts überstrapazierte "Kleine Nachtmusik" hatte in der Interpretation von Marc Bouchkov, Catharina Chen, Adrien Boisseau, Kian Soltani und Laurène Durantel einen echten Groove. (Fotos: Schubertiade)