Die Sopranistin Emma Kajander und die beiden Komponistinnen Ethel Smyth sowie Elizabeth Maconchy verliehen dem vielschichtigen Orchesterkonzert des SOV mit Leo McFall am Pult eine besondere Strahlkraft. (Foto: Christian Lins)
Christina Moosbrugger · 03. Jun 2012 · Musik

Ein Multitalent begeistert sein Publikum - Hubert von Goisern

Der Künstler des Jahres 2012 sorgte am Samstagabend für Begeisterung. Nie zuvor lockte ein Event so viele Besucher auf den Rankweiler Marktplatz.

Jeder kennt seinen Namen, doch wer weiß, was Hubert Achleitner, wie Hubert von Goisern mit bürgerlichem Namen heißt, schon alles gemacht hat? Ein kunterbuntes und umtriebiges Leben als Schauspieler, Filmmusik-Schreiber, Autor und Designer zweier Modekollektionen prägt seine Biografie. Anfang der 90er Jahre gelingt ihm mit den Alpinkatzen der Durchbruch und fortan ist er aus der österreichischen Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken. Gerade ein Monat ist es her, dass ihm bei den Amadeus Austrian Music Awards zwei der begehrten Trophäen überreicht wurden.

Ausverkauft

Massen von Menschen strömten auf das ausverkaufte Konzertgelände, um den Künstler live zu erleben. Der Abend hätte traumhafter nicht sein können, um ein Open-Air Konzert über die Bühne gehen zu lassen. Spürbar gerührt als Vorband spielen zu dürfen, eröffnete das Ski-Schuh-Tennis Orchestra den Abend. Gekonnt wusste die junge Vorarlberger Band die Bühne für sich einzunehmen. Mit ihrem Enthusiasmus hielt sie das Publikum eine Stunde bei Laune, bis dann kurz nach 20 Uhr Hubert von Goisern die Bühne betritt.

Multiinstrumentalist

Selten schafft es ein Künstler ein so facettenreiches Publikum anzusprechen. Manch einer, bemüht um Authentizität, schmiss sich für den Musiker aus dem Salzkammergut ins Trachtenoutfit. Mit einem schlichten gestischen Salut eröffnet Hubert von Goisern sein Programm und legte mit seiner vierköpfigen Band, die aus einem Schlagzeuger, einem Bassisten sowie einem Gitarristen besteht, direkt los. Von Anfang an zeigte das Multitalent, was es kann. Während des ganzen Konzerts wechselte er immer wieder das Instrument. Mit Ziehharmonika, Maultrommel, Glocken, Gitarre, E-Piano oder der Lap-Steel-Gitarre, die er sitzend auf seinen Oberschenkeln spielte, bewies er sein Können und sein weitreichendes musikalisches Repertoire. So bunt wie sein Publikum war auch sein Auftritt. Ein Streifzug durch verschiedenste Genres, doch immer unverkennbar und unüberhörbar - Hubert von Goisern.

Vollblutmusiker

Als alter Hase im Geschäft weiß der mittlerweile fast 60-jährige, wie er sein Publikum souverän in den Griff bekommt. Anfangs noch recht verhalten, hatte es der Vollblutmusiker nach einem kurzen Break schon in seinen Bann gezogen. Gekonnt mischte er nun Vertrautes und Neues. Als er die ersten Takte seiner vergangenen Hits wie „Weit, Weit Weg" oder „Koa Hiatamadl" performte, waren die Hände, nicht erst auf Aufforderung des Gitarristen, in der Höhe und rissen das Publikum mit. Bei der Darbietung seines aktuellen Hits „Brenna tuats guat" fing auch die Menschenmenge an zu brennen. Als krönenden Abschluss bot von Goisern noch einmal einen seiner größten Hits - „Heast as ned". Nach der letzten Zugabe, einem a cappella Jodler der kompletten Band, bedankte er sich mit einem schlichten „Donksche" und verabschiedete sich mit den Worten „schaut auf euch und aufeinander".