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26.09.2015 |  Thorsten Bayer

Die eleganten Elefanten

Sehr spielfreudig zeigten sich am gestrigen Freitagabend zwei Indierock-Bands am Spielboden Dornbirn. Life in Film aus London stellten ihr heuer erschienenes Debütalbum „Here it comes“ vor. Den noch etwas stärkeren Eindruck hinterließ die Vorband, Like Elephants aus Oberösterreich.

Wer möglicherweise zunächst mit der Zuschreibung „Dream Pop“ für den Stil von Like Elephants nicht viel anfangen konnte, ist bereits nach wenigen Takten schlauer: Zwei E-Gitarren mit viel Hall und ein Keyboard tragen die melodischen, schwebenden Songs des Quintetts. Ein Drumcomputer ergänzt bei den ersten Songs die Arbeit von Schlagzeuger Christian Luger. Die Österreicher spielen gefälligen, eleganten Pop, der durch die vorwärtstreibenden Bassläufe von  Roland Gugerbauer gut geerdet ist. Ein zurückgenommener Auftritt ohne aufgesetztes Posing, stattdessen eine sympathisch unprätentiöse Show.
Die Jungs klingen eher nach Brooklyn als nach ihrer Heimatstadt Grieskirchen. Mit seiner Jacke in grellen Grün- und Lilatönen läge Keyboarder Manuel Hauer auch auf jeder denkbaren 80er-Revival-Party richtig. Dennoch geht es hier nicht um bemühtes Hipstertum (die Quote an Hornbrillen und Vollbärten fällt deutlich unterdurchschnittlich aus). Noch ist diese Band ein weitgehend unbeschriebenes Blatt, doch einen kleinen Fanclub haben sie auch nach Dornbirn mitgebracht. Drei Mädels am rechten Bühnenrand sind auffällig textsicher. „It´s just a daydream“, singt Viktor Koch in einem Song mehrfach – und bringt damit das Gefühl, das er mit seinen Kollegen auf der Bühne verbreitet, auf den Punkt.

Gutes Timing

Luftig bleibt der Gitarrensound bei der folgenden Band, allerdings kommen Life in Film deutlich rotziger daher – ganz in der Art von The Kooks, The Rifles, The Vaccines oder Kings of Leon, mit denen die Briten oft verglichen werden. Nach einem ganz entspannten Start ziehen die vier, angeführt von Samuel Fry an Mikro und Gitarre, das Tempo deutlich an. Unterdessen haben Like Elephants sich unter das Volk im Zuschauerraum gemischt und verfolgen den zweiten Teil des Abends gebannt.
Ihren Nachfolgern gelingt eine unangestrengt rockige Show, die nicht zuletzt vom guten Gespür für das richtige Timing der Musiker profitiert. Dabei ist besonders der Drummer hervorzuheben, zumal er eigentlich einen anderen Job hat – nämlich den des Tourmanagers. Micky Osment, der etatmäßige Schlagzeuger, musste nach der US-Tour mit einem Blinddarmriss im Krankenhaus bleiben. Seit den fünf Terminen in Deutschland ist der Wechsel am Schlagzeug vollzogen. Von einer Notlösung kann angesichts dieser Leistung wahrlich keine Rede sein. Ihre Mischung aus intensiven Balladen und mitreißenden Gute-Laune-Songs wie dem bekanntesten Stück „Get Closer“ kommt im Spielboden-Saal bestens an.

 

Einige Highlights aus dem Spielboden-Programm der nächsten Wochen:
Sa, 26.9. 8th SCOTTISH COLOURS-Tour
Fr, 2.10. Ebony Bones
Sa. 3.10. Jazz & KICKS: Philipp Gropper Quartett
Do, 15.10. The Intersphere

www.spielboden.at

Im Zentrum bei Life in Film steht Sänger Samuel Fry, flankiert von Gitarrist Edward Ibbotson und Dominic Sennet am Bass (Foto: Andreas Mäser/Spielboden).

Im Zentrum bei Life in Film steht Sänger Samuel Fry, flankiert von Gitarrist Edward Ibbotson und Dominic Sennet am Bass (Foto: Andreas Mäser/Spielboden).

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  • Im Zentrum bei Life in Film steht Sänger Samuel Fry, flankiert von Gitarrist Edward Ibbotson und Dominic Sennet am Bass (Foto: Andreas Mäser/Spielboden). Im Zentrum bei Life in Film steht Sänger Samuel Fry, flankiert von Gitarrist Edward Ibbotson und Dominic Sennet am Bass (Foto: Andreas Mäser/Spielboden).