"Mit einem Tiger schlafen": Anja Salomonowitz‘ Spielfilm über die Künstlerin Maria Lassnig derzeit in den Vorarlberger Kinos (Foto: Stadtkino Wien Filmverleih)
Christina Porod · 17. Mai 2017 · Literatur

Der 5. Hohenemser Literaturpreis geht an Selim Özdogan

Am 24. Juni wird der „Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autor/innen nichtdeutscher Muttersprache“, den die Stadt Hohenems seit 2009 alle zwei Jahre international ausschreibt, erneut verliehen: Unter den zahlreichen unveröffentlichten Prosatexten, die anonym zur Bewertung vorlagen, wurde die Erzählung „Geschichte ohne Papier“ von Selim Özdogan aus insgesamt 162 Einsendungen für den mit 7.000 Euro dotierten Preis ausgewählt.

Der bekannte Kölner Autor folgt Preisträgerin Que Du Luu nach, die den Preis 2015 erhielt: Gleich mit seinem Debütroman „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“ hatte sich der 1971 geborene Autor Mitte der 90er-Jahre in der Literaturszene einen Namen gemacht und ein Werk geschaffen, das rasch als „Kultbuch“ bezeichnet wurde. Seitdem arbeitet Özdogan als freier Schriftsteller: Sorgfältige Figurenzeichnungen und ein Gespür für Wortwitz sollten auch seine zahlreichen weiteren, regelmäßigen Veröffentlichungen auszeichnen, die wiederholt auch vom Autor selbst als Hörbücher eingesprochen wurden. Sein jüngster Roman „Wieso Heimat, ich wohne zur Miete“ ist 2016 im Haymon Verlag erschienen; im selben Jahr wurde Özdogan zum Bachmann-Preis eingeladen. 

Verleihung mit Begleitprogramm


Der Preis wird am Samstag, den 24. Juni 2017, um 19 Uhr im Salomon-Sulzer-Saal, verliehen: In einer Lesung wird Selim Özdogan seine Erzählung vorstellen. Die Autorin Anna Mitgutsch, die zusammen mit Sudabeh Mohafez und Zafer Senocak die Jury 2017 bildete, wird im Rahmen des Festaktes zum Thema „Leben und Schreiben in verschiedenen Sprachen“ sprechen.
Am Vorabend der Preisverleihung findet der erste „Emser Slam“ statt: Ebenfalls im Salomon-Sulzer-Saal werden sich am 23. Juni ab 19 Uhr Poetry-Slammer und Slammerinnen präsentieren, deren Muttersprache – wie auch beim Literaturpreis selbst – nicht die deutsche ist.
Bereits zuvor wird der Hohenemser Literaturpreis auch im öffentlichen Raum Gestalt annehmen: Der Künstler und Schriftgestalter Günter Bucher appliziert großformatig Zitate bisheriger Siegertexte rund um den Veranstaltungsort im Herzen der Stadt Hohenems.

 

Weitere Informationen unter:
www.hohenems.at/literaturpreis
www.selimoezdogan.de