„weltbewegt“ – Eine Ausstellung über Entwicklung und globale Zusammenarbeit
Daniel Furxer · 15. Aug 2026 · Musik

Kleines Chaos im disziplinierten Konzert

Die britische Band Babyshambles mit Frontmann Pete Doherty lieferte am Freitag, den 14. August, in der Feldkircher Poolbar einen gekonnten Mix aus englischem Pop, Punk und Indie-Sound ab.

Leadsänger Pete Doherty betrat gut gelaunt und mit Baskenmütze die Open-Air-Bühne, quatschte nicht lange herum und legte mit seinen Babyshambles los. Nach seinen wilden Jahren voller Drogensucht und privater Eskapaden feierte die Band letztes Jahr pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum ihre Wiedervereinigung. Der frühe Tod des erst 46-jährigen Gitarristen Patrick Walden, der ebenfalls in das Jahr 2025 fiel, gab für die Bandmitglieder endgültig den Ausschlag, ihre Songs nach über zehnjähriger Pause wieder live auf die Bühne zu bringen.
Mit ihrem zweiten Lied wurde die Stimmung im Publikum gleich sehr ausgelassen. Sie spielten ihren Hit „Delivery“, eine Nummer, die an den 60er-Jahre-Britpop anknüpft und sehr melodisch straff daherkam. Doherty schaffte es, seine Songs locker und unbeschwert zu präsentieren und wie ein großer Erzähler die Zuhörer:innen mit Folk- und Gypsy-Elementen in den Bann zu ziehen. Sein Spazierstock, den er schwang, wenn er gerade nicht Rhythmusgitarre spielte, tat sein Übriges. Herausragend war auch Gitarrist Mick Whitnall, der auf der Leadgitarre allerhand meisterhafte Einlagen zum Besten gab.

Punk, ja bitte

Das kleine Chaos, wie der Bandname übersetzt werden kann, trat bei zwei, drei Punkstücken wirklich zutage. Mit raueren Gitarren, schnellem Rhythmus und Pfeffer am Bass erreichten sie musikalische Ausgelassenheit und richtiges Aufbegehren. „Fuck Forever“ markierte als letzter Song des regulären Programms die harte Schlagseite dieser Band, die auch den Punk heraushängen ließ. Mit dem durch die Beatles bekannt gemachten Stück „Twist and Shout“ verabschiedeten sich die Babyshambles very British. Die Pete-Doherty-Eskapaden, die er oft auch auf der Bühne auslebte, sind wohl endgültig der Vergangenheit zuzurechnen. Die Band wirkte stellenweise fast zu brav und diszipliniert. Aber umso besser: Dem Sound hat es sehr gutgetan.

Support: Oskar Haag

Der Wahlwiener Oskar Haag, seines Zeichens Singer-Songwriter, betrat solo die Bühne und spielte sowohl auf der akustischen Gitarre als auch auf dem Keyboard. Obwohl er sein Publikum teilweise gut abholen konnte, war für ein Open-Air leider zu wenig Druck dahinter. Seine romantischen, filigranen Songs kommen in einem Club sicher besser zur Geltung.