María Esperanza, die einst gefeierte kolumbianische Bolero-Sängerin, begeistert auch mit 93 Jahren noch mit ihrer Stimme und ihrer Lebensfreude. (Foto: Bastian Innfeld)
Martina Nachbaur · 28. Apr 2026 · Kinder

Große Clownerie für kleines Publikum

Herbert und Mimi mit zwei Stücken für Kinder ab drei Jahren in Vorarlberg

Am ersten Maiwochenende ist das Clownduo Herbert und Mimi mit zwei Produktionen in Vorarlberg zu erleben: „Träumeland“ am 2. Mai im TIK Dornbirn und „Die Jukebox“ am 3. Mai in der Kammgarn Hard. Beide Stücke richten sich an Kinder ab drei Jahren und dauern rund 50 Minuten.

Sie brauchen keine große Bühne und kein aufwendiges Bühnenbild – genau darin liegt ihre besondere Qualität. Manfred Unterluggauer und Helga Jud sind als Herbert und Mimi seit vielen Jahren unterwegs und zeigen, wie unmittelbar und lebendig Theater sein kann. Ihre Figuren sind fein gezeichnet, leicht schräg und stets bereit, aus dem Moment heraus Geschichten entstehen zu lassen. Aus alltäglichen Situationen entwickeln sie ihr Spiel: ein Einschlafen, das nicht gelingen will, oder eine Kiste voller unerwarteter Dinge. Daraus wachsen kleine Abenteuer, die sich Schritt für Schritt entfalten – gemeinsam mit dem Publikum.

Zwei Stücke – zwischen Alltag und Fantasie 

Mit „Träumeland“ greifen Herbert und Mimi ein Thema auf, das jedes Kind kennt: das Schlafengehen. Doch kaum wird das Licht ausgeschaltet, beginnt eine Reise, die alles andere als ruhig ist. Herbert und Mimi wollen schlafen – aber statt Ruhe entfaltet sich eine Welt, in der alles möglich scheint. Zwischen Bett und Traum geraten die beiden in immer neue Situationen, stolpern von einer Szene in die nächste, verlieren sich in Bildern und Einfällen und landen schließlich in einem nächtlichen Abenteuer, das alles andere als erholsam ist. Ein Stück über das Wachsein im Schlaf – und über den Mut, sich auf das Unbekannte einzulassen.
Ganz anders setzt „Die Jukebox“ an: Ausgangspunkt ist eine große Kiste, aus der nicht nur Musik kommt, sondern auch Spiele, Zaubertricks und allerlei überraschende Dinge. Wann immer Herbert und Mimi Freund:innen besuchen, wird diese Box zum Mittelpunkt des Geschehens. Doch je mehr daraus hervorgeholt wird, desto weniger lässt sich kontrollieren, was passiert. Die Dinge entwickeln ihre eigene Dynamik, und aus scheinbar einfachen Ideen entsteht ein lebendiges, oft überraschendes Bühnengeschehen. Als Mimi schließlich stolz ein Geschenk präsentieren möchte, nimmt die Situation eine unerwartete Wendung – ein Spiel voller Tempo, Humor und feiner Irritationen.

Theater, das im Moment entsteht

Herbert und Mimi brauchen kaum Requisiten. Eine rote Nase, eine Ukulele, ein paar wenige Gegenstände – mehr ist es nicht. Und doch entsteht daraus eine ganze Welt. Im Zentrum steht das Spiel: offen, spontan und ganz im Hier und Jetzt. Gefühl, Bewegung und Stimme sind ihre wichtigsten Werkzeuge. Oft genügt ein Blick, eine Geste oder ein scheinbares Missgeschick, und schon entsteht eine neue Szene.
Wie im kindlichen Spiel kann sich alles verwandeln. Dinge wechseln ihre Bedeutung, Situationen kippen und eröffnen neue Möglichkeiten. Herbert und Mimi folgen dabei keinem starren Ablauf: Ihre Szenen entstehen im Tun – aus Impulsen, Missverständnissen und spontanen Einfällen. Musik, Bewegung und clowneske Logik greifen ineinander, das Publikum wird ganz selbstverständlich Teil des Geschehens.
Gerade diese Offenheit prägt ihre Arbeit. Sie erzählen keine fertigen Geschichten, sondern lassen sie im Augenblick wachsen. So entstehen Räume, in denen Fantasie Platz hat. Vieles bleibt angedeutet statt erklärt – und genau darin liegt die besondere Nähe zur kindlichen Wahrnehmung.
Das Zusammenspiel aus Präzision und Spontanität verleiht ihren Stücken eine eigene Dynamik: mal laut und verspielt, dann wieder ruhig und poetisch. Ein Theater, das leicht wirkt und zugleich lange nachklingt – für Kinder ebenso wie für Erwachsene.

Zwei Künstler, ein Duo

Was mühelos erscheint, basiert auf langjähriger Erfahrung. Helga Jud und Manfred Unterluggauer fanden 1999 zum Clownduo zusammen und stehen seither als Herbert und Mimi auf der Bühne. Beide verfügen über vielfältige Ausbildungen im Bereich Clownerie, Körperarbeit und Theaterpädagogik und geben ihr Wissen auch in Workshops weiter. Seit vielen Jahren sind sie zudem Teil der Rote Nasen Clowndoctors, wo sie ihre Fähigkeit geschärft haben, mit minimalen Mitteln unmittelbare Wirkung zu erzielen.
Ihre gemeinsame Arbeit hat eine eigene Form der Bühnenkunst hervorgebracht. Die Figuren bleiben bewusst schlicht, die Mittel reduziert. Alles entsteht aus dem Moment heraus – im Zusammenspiel der beiden und in unmittelbarer Reaktion auf ihr Publikum.

Herbert & Mimi: „Träumeland“
Fr, 2.5., 15 Uhr
TIK Dornbirn

ab 3 Jahren
Dauer: ca. 50 Minuten

Herbert & Mimi: „Die Jukebox“ 
Sa, 3.5., 15 Uhr
Kammgarn Hard

ab 3 Jahren
Dauer: ca. 50 Minuten

www.herbertundmimi.at