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04.09.2014 |  Gunnar Landsgesell

Erlöse uns von dem Bösen

US-amerikanische Soldaten reißen in einer Höhle im Irak einen Dämon aus dem Schlaf. Ein Unglück, begleitet er die nunmehr von ihm Besessenen zurück nach New York - und damit auch uns in diesem Film, der dem Teufel in die Augen blicken will, aber vor allem profanen Schrecken findet.

Eine Serie verstörender Gewalttaten erschüttert die New Yorker Bronx. Auf einer der Überwachungskameras des Zoos ist in unscharfen, flackernden Bildern zu sehen, wie eine Mutter ihr Baby den Löwen zum Fraß vorwerfen möchte. Der Polizist Sarchie (Eric Bana) zeigt sich einigermaßen ratlos, findet er in der Irrationalität der Geschehnisse doch keine Anhaltspunkte für seine Ermittlungen. Eine zufällige Begegnung mit dem Priester Mendoza (gespielt von Edgar Ramirez, bekannt als Olivier Assayas’ Super-Terrorist Carlos) leitet den Polizisten auf eine aberwitzige Spur: ein Dämon soll in die Täter gefahren und nun in New York am Werk sein.

Die Teufel des Krieges

Regisseur Scott Derrickson positioniert sich nach „The Exorcism of Emily Rose“ einmal mehr als Spezialist für Teufelsaustreibungen. Subtil geht das diesmal allerdings nicht vonstatten. Verrenkte Körper, fürchterliche Entstellungen zählen auch hier zu den Standards des Dämonischen. Üble Kräfte gehen von einer rätselhaften Zeichenanordnung aus, die an der Wohnzimmerwand eines der Besessenen aufgemalt wurde. Dass Derrickson das Subgenre neu interpretiert oder vielleicht durch einen gewissen Realismus erweitert hätte, lässt sich aber nicht behaupten. Vielmehr legen einige Szenen nahe, dass die Mutter aller Exorzismus-Filme, William Friedkins „The Exorcist“ auch hier noch als Impulsgeber zurate gezogen wurde. Tatsächlich erreicht „Deliver Us from Evil“ aber nie die glasklare Struktur und unverstellte Härte, mit der etwa Friedkin vor 40 Jahren sein Publikum zu schockieren vermochte. Derrickson flüchtet sich in vielfach dunkle Bilder und nebulose dramaturgische Abzweigungen, findet kaum Begriffe, in denen sich die emotionale Abspaltung von seiner Frau und kleinen Tochter formulieren ließe. Während sich der skeptische Polizist zum Dämonenjäger verwandelt, gerät seine Familie zusehends in Gefahr. Wie so oft in Geisterfilmen öffnen sich die Abgründe des Bösen, um die Angehörigen jener Person, die ihnen den Garaus machen wollen, zu verschlucken. Dabei lässt sich der Ursprung von „Deliver Us from Evil“ nicht schlecht an. Der Film öffnet mit einer Gruppe US-amerikanischer Soldaten, die ihren Gegnern in eine Höhle im Irak folgen. Der Dämon, der dort auf sie wartet, ließe sich auch als posttraumatische Belastungsstörung verstehen, der die Heimkehrer noch aus dem Schattenreich weiter terrorisiert. Die Versuchung, den Teufel aber lieber leibhaftig auf die Leinwand zu werfen, war aber offenbar größer.

Der Körper eines Besessenen: von den Dämonen des Irak-Krieges gezeichnet.

Der Körper eines Besessenen: von den Dämonen des Irak-Krieges gezeichnet.

Fremde Zeichen: Der Teufel steckt im Detail, was in diesem Film aber gar nicht so wichtig ist.

Fremde Zeichen: Der Teufel steckt im Detail, was in diesem Film aber gar nicht so wichtig ist.

Echt jetzt: Wie schon Derricksons "The Exorcism of Emily Rose" geht auch dieser Film auf eine "wahre" Begebenheit zurück.

Echt jetzt: Wie schon Derricksons "The Exorcism of Emily Rose" geht auch dieser Film auf eine "wahre" Begebenheit zurück.

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  • Der Körper eines Besessenen: von den Dämonen des Irak-Krieges gezeichnet. Der Körper eines Besessenen: von den Dämonen des Irak-Krieges gezeichnet.
  • Fremde Zeichen: Der Teufel steckt im Detail, was in diesem Film aber gar nicht so wichtig ist. Fremde Zeichen: Der Teufel steckt im Detail, was in diesem Film aber gar nicht so wichtig ist.
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