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26.04.2018 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (27.4. – 3.5. 2018)

Zwei Dokumentarfilme laufen diese Woche im FKC Dornbirn und am Spielboden Dornbirn. Während beim Antonin Svoboda in „Nicht von schlechten Eltern“ (FKC) feinfühlig Einblick in therapeutische Möglichkeiten bei schwierigen Beziehungen zwischen Eltern und ihren Babys bietet, begleiten Petra Lataster-Czischs und Peter Latasters in „Miss Kiet´s Children“ (Spielboden) eine niederländische Lehrerin und ihre aus Flüchtlingskindern bestehende Volksschulklasse durch ein Schuljahr auf dem langsamen Weg der Integration.

Nicht von schlechten Eltern: Sehr behutsam und geduldig begleitet Antonin Svoboda in seinen Dokumentarfilm drei Paare mit ihren neugeborenen Babys und Kleinkindern, die aufgrund von Schwangerschaft und Geburt Probleme im Leben haben, diese aber noch nicht sprachlich ausdrücken können, über ein Jahr mit der Kamera bei der Psychotherapie.
Berichten zunächst die Mütter im Voice-over über die schwere Geburt und ihre fehlende emotionale Bindung zum Kind, lässt sich der Film anschließend viel Zeit für die ruhige Beobachtung der Arbeit des Therapeuten Thomas Harms mit den Eltern und ihren Kindern und macht dabei die Probleme und Belastungen in der Eltern-Kind-Beziehung, aber auch langsame Fortschritte sichtbar.
Ergänzt werden diese Szenen durch Interviews mit Experten, die erläutern, wie traumatisch eine Geburt auch für ein Kind sein kann, Achtsamkeit gegenüber dem kindlichen Verhalten fordern und die Frage nach der Mutter- und Vaterrolle in der heutigen Zeit aufwerfen.
Im Anschluss an beide Vorstellungen wird die Psychotherapeutin Daniela Mittermayr-Zech zur Diskussion zur Verfügung stehen.
FKC Dornbirn im Cinema Dornbirn:
Mi 2.5., 18 Uhr + Do 3.5. 19.30 Uhr


Miss Kiet´s Children:
Der Spielboden Dornbirn zeigt in Kooperation mit dem Linzer Filmfestival Crossing Europe mit Jakob Lass´ Spielfilm „Blind & Hässlich“ einen Film aus dem heurigen und mit Petra Lataster-Czischs und Peter Latasters Dokumentarfilm „Miss Kiet´s Childern“ einen aus dem letztjährigen Festivalprogramm.
In klassischem Direct-Cinema-Stil begleiten die Latasters in ihrem Dokumentarfilm eine Volksschulklasse mit Flüchtlingskinder in einem niederländischen Dorf durch ein Schuljahr.  Auf jeden Kommentar und jede Filmmusik wird verzichtet, ganz auf die geduldige Beobachtung vertraut das Regieduo.
Höchstens beiläufig erfährt man etwas über Herkunft und Schicksal der Kinder, der Fokus liegt ganz auf ihrem Schulalltag. Sieht man am Beginn noch die Lehrerin bei der Vorbereitung der Klasse, tritt diese bald in den Hintergrund. Nur wenn es Konflikte zu schlichten gilt und Arbeitsaufträge zu verteilen, wird sie aktiv und gibt klare Anweisungen. Nie verlässt der Film die Schule, sondern dokumentiert in ruhiger Beobachtung, bei der jeder Szene die Zeit gelassen wird, die sie benötigt, wie sich die Flüchtlingskinder langsam in der niederländischen Kultur einfinden, wie ein traumatisierter Junge aufgemuntert und ein quirliges und aufgewecktes Mädchen in die Schranken gewiesen werden muss. – Ein Glücksfall des Dokumentarfilms ist „Miss Kiet´s Children“ nicht nur, weil hier von geglückter Integration erzählt wird, sondern auch weil wieder einmal bewusst gemacht wird, welche Bedeutung der filmische Blick, in dem auch die empathische Haltung der Regisseure spürbar wird, für das Gelingen eines Films hat.
Spielboden Dornbirn: Do 3.5., 19.30 Uhr

 

Nicht von schlechten Eltern

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Miss Kiet´s Children

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