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14.03.2019 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (15.3. - 21.3. 2019)

Am Spielboden Dornbirn findet diese Woche das 3rd Human Vision film festival statt. Beim Filmforum Bregenz steht dagegen in Kooperation mit dem Kunsthaus Bregenz ebenso wie im Kunstmuseum Liechtenstein Spike Jonzes melancholische Liebeskomödie „Her“ auf dem Programm.

3rd Human Vision film festival: Nicht nur Filme, sondern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Workshops und einem Vortrag bietet das Human Vision film festival. Eröffnet wird am Dienstag, den 19. März, mit der Vernissage der Ausstellungen „Too Tall to Overlook“, „artGIRLSculture“ und „BlackBox“, einem Auftritt des Kontaktchors zusammen mit dem Spielbodenchor sowie Germinal Roaux´ Spielfilm „Fortuna“.
Wie in „Fortuna“, der von einem 14-jährigen äthiopischen Mädchen erzählt, das nach seiner Flucht in der Schweiz in einem Kloster Aufnahme findet, stehen in mehreren Filmen Jugendliche im Mittelpunkt. So erzählt die Kenianerin Wanuri Kahiu in „Rafiki“ von einer im ostafrikanischen Land mit Gefängnis bestraften lesbischen Liebe zwischen zwei Teenagern, während sich Giselle Portenier in „In the Name of Your Daughter“ am Beispiel eines zwölfjährigen Mädchens mit der Genitalbeschneidung in Tansania auseinandersetzt.
Hautnah einer 52-jährigen Frau, die über Jahren in Ungarn von ihrer Arbeitgeberin wie eine Sklavin gehalten wurde, folgt dagegen Bernadett Tuza-Ritter in ihrem Dokumentarfilm „A Woman Captured“ und die Österreicherin Burgl Czeitschner befasst sich in „Let´s Keep It“ mit der Restitution „arisierter“ Liegenschaften in Österreich nach 1945.
Zwei Filme setzen sich mit den Möglichkeiten und den Gefahren des Internets auseinander. Während Stefan Wolner in „Mabacher - #ungebrochen“ zeigt, wie der an der Glasknochenkrankheit leidende Martin Habacher mittels youtube auf sich und sein Schicksal aufmerksam machen und für Toleranz plädieren konnte, decken Hans Block und Moritz Riesewieck in „The Cleaners“ auf, wie in Manila das Internet von zehntausenden Angestellten sauber gemacht bzw. zensuriert wird.
Mit dem Road-Movie „Auf Rädern“ wird ein Film auch speziell für Kinder angeboten und auch Schulvorstellungen von „Welcome to Sodom“, „In the Name of Your Daughter“ und – englisch untertitelt – „Oleg and the War“, in dessen Mittelpunkt der zehnjährige Oleg steht, der im ukrainischen Kriegsgebiet lebt, können gebucht werden.
Spielboden Dornbirn: Di 19.3. bis Sa 23.3.

Her: Als Theodore (Joacquin Phoenix) die Stimme von Samantha hört, ist sein Interesse geweckt und bald entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Doch es muss bei der Stimme bleiben, denn Samantha ist das neue personalisierte Betriebssystem von Theodores Computer.
Ganz selbstverständlich erzählt Spike Jonze in seiner melancholischen Liebeskomödie von dieser ungewöhnlichen Beziehung und spürt dem Wesen der Liebe im digitalen Zeitalter nach. Die Melancholie, die Theo umgibt, wird vorzüglich vom Soundtrack der kanadischen Indie-Rockband Arcade Fire, unterstützt. Das Gefühl der Einsamkeit und Verlorenheit breitet sich aber auch durch die Kameraarbeit von Hoyte van Hoytema aus. Hell sind die Bilder des niederländischen Kameramannes zwar, sanft die Farben, doch in ihrer Aufgeräumtheit und durch die Betonung der Glas-, Stahl- und Betonarchitektur eines leicht futuristischen Los Angeles auch kühl.
Meisterhaft spielt Spike Jonze bei diesem Film, der ganz entscheidend von seiner Atmosphäre lebt, so auf allen formalen Ebenen mit dem Spannungsfeld zwischen Verlorenheit und Sehnsucht nach emotionaler Beziehung. Nicht im Großen, sondern in der Liebe zum Detail – und letztlich auch in der Liebe zu dem von Joacquin Phoenix wunderbar zurückhaltend gespielten Protagonisten und den Menschen im Allgemeinen - liegt die Stärke dieses eigenwilligen Filmjuwels bis hin zum wunderbaren Schlussbild, in dem Theo und seine Bekannte Amy (Amy Adams), Schulter an Schulter auf der Dachterrasse sitzend über das nächtliche Los Angeles blicken.
Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz (in Kooperation mit dem Kunsthaus Bregenz): Mi 20.3., 20 Uhr
Kunstmuseum Liechtenstein: Do 21.3., 18 Uhr

 

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