Ein musikalisch erzähltes Abenteuer mit Herz und Humor
Guntram Simma und Karl Markovics bringen Babar, den Elefanten nach Bizau
Selten haben Kinder die Gelegenheit, im Rahmen eines Familienkonzertes ein Orchester in großer Besetzung zu hören. Das Collegium Instrumentale Dornbirn und Guntram Simma machten dies mit dem musikalischen Märchen „Babar, der Elefant“ von Francis Poulenc und Karl Markovics als Erzähler möglich. Seit Jahrzehnten verströmt dieses Werk einen unwiderstehlichen Charme.
Guntram Simma ist mit seinem Collegium Instrumentale Dornbirn schon einige Male in diese Geschichte eingetaucht und hat sie mit Karl Markovics als Erzähler zum Leben erweckt. In der farbenreichen Orchestrierung von Jean Françaix zog das musikalische Märchen im Gebhard-Wölfle-Saal in Bizau die kleinen und großen Besucher:innen in seinen Bann. Die schwungvoll interpretierte, mit zahlreichen originellen Einfällen gespickte Musik sowie die Präsentation mit dem herausragenden Karl Markovics bereiteten großes Vergnügen. Bereichert wurde die Vorstellung durch Elenor Ouschan, die als Babar die Kinder und Erwachsenen zur Gymnastik und zum Mittanzen motivierte.
Familienkonzerte haben einen besonderen Reiz, weil stets eine ungezwungene Atmosphäre herrscht und sehr rasch der Kontakt zwischen den Ausführenden auf der Bühne und den Zuhörenden im Auditorium hergestellt ist. Nachdem die Orchestermusiker:innen mit dem pastoralen Einleitungsstück die Zuhörenden in die Natur und den Lebensraum des kleinen Elefanten Babar geführt hatten, stellte Guntram Simma die wichtigsten musikalischen Themen des musikalischen Märchens vor. Danach gab es, mit großer Beteiligung der Kinder, einen Einblick in das Instrumentarium des Orchesters, von der Piccolo bis zur Tuba und von den Streichern über die Holzbläser bis zur Harfe. Dann kam Karl Markovics als Erzähler auf die Bühne, und die Geschichte von Jean de Brunhoff, verbunden mit Francis Poulencs charakterisierender und illustrativer Musik, zog das Publikum in seinen Bann.
Das Collegium Instrumentale Dornbirn versammelt interessante Persönlichkeiten. Viele Musiker:innen, die schon lange im Land etabliert und auch als Musikpädagog:innen tätig sind, teilen mit Studierenden, die am Beginn ihrer Karriere stehen, die Notenpulte. Guntram Simma dirigierte aufmerksam, er gab den orchestralen Wohlklängen Raum und verdichtete die dramatischen Geschehnisse durch eine gut gesetzte Linienführung und rhythmische Prägnanz.
Die Musik zu Babar, dem Elefanten, formte das Orchester plastisch, und die Musiker:innen übersetzten die erzählten emotionalen Ereignisse mit viel Gespür für die klangfarblichen Schattierungen. Zwar wirkte der Beginn etwas verhalten, und alle gemeinsam mussten sich zunächst finden, doch bald entwickelten die zahlreichen tänzerischen und verspielten Themen eine große Sogwirkung. Wie eine Filmmusik setzte das Orchester die Leitfiguren in Szene und deutete dabei die unterschiedlichsten Gefühlswelten eindrucksvoll aus. Musikalisch spannend wirkten überdies die chromatischen Durchgänge, die dramatische Ereignisse schilderten. Die Musiker:innen brachten die rhythmischen Passagen und das sich aufhellende feierliche Finale mit Esprit zur Geltung, und einige solistische Passagen aus den Reihen des Orchesters ließen aufhorchen.
Grandios belebte Karl Markovics die Geschichte von Babar: wie er seine Mutter durch einen Jäger verliert, die Umtriebigkeit in der Stadt erlebt, den Wohlstand bei der alten Dame auskostet, seine Sehnsucht nach der Heimat, die Freude des Wiedersehens mit seinen Cousinen Celeste und Arthur sowie den feierlichen Schluss. Musikalisch eng verwoben mit dem musikalischen Geschehen entwickelten sich die Geschichte und die musikalische Illustration zu einem feinsinnig abgestuften großen Ganzen.
Die 9-jährige Elenor Ouschan, Kunstturnerin und Elevin, verkörperte den kleinen Elefanten und stellte damit eine Verbindung zwischen dem Orchester, dem Erzähler und dem Publikum her. Sie motivierte die Kinder, der Geschichte folgend, zur Morgengymnastik und zum abschließenden Tanz bei der Krönung des Elefanten. Die Stimmung im Saal war unbeschwert und fröhlich, vor allem auch deshalb, weil Karl Markovics mit vollem Körpereinsatz mitmachte.