Das SOV und das JOV gemeinsam im Bregenzer Festspielhaus auf der Bühne. (Foto: mathis fotografie)
Silvia Thurner · 21. Dez 2024 · Musik

Der Freude Ausdruck verliehen

Das Barbershop Quartett Five Gold Rings brachte gute Laune ins Saumarkttheater

Einen fröhlichen und musikalisch inspirierenden Konzertabend bescherten die Five Gold Rings den Konzertbesucher:innen im bis auf den letzten Platz besetzten Saumarkttheater in Feldkirch. Unter dem Motto „Barbershöple“ präsentierten David Lins, Ralph Gisinger, Jakob Peböck und Lukas Müller zuerst Reise- und dann Weihnachtslieder. Die Mischung aus Humor, herausragender Vokalkunst und dem sympathischen Kontakt zum Publikum ließ den Funken der Begeisterung zwischen den Sängern und den Zuhörenden sofort überspringen.

Die Kunst des Barbershop-Singens fasziniert die Mitglieder des Vokalquartetts Five Gold Rings seit sie vor ein paar Jahren im Rahmen eines Konzertes beim Landesjugendchor Voices diese spezielle Gesangstechnik kennengelernt haben. Kontinuierlich entwickelt sich seither das Ensemble und erweitert sein Wissen und Können. Die beiden Tenöre David Lins und Ralph Gisinger sowie der Bariton Jakob Peböck und der Bassist Lukas Müller singen alle hervorragend intoniert und mit individuellem Timbre. Die hohe Kunst des Barbershopgesanges ist es, klanglich möglichst homogen und mit einer ausbalancierten Stimmgebung die harmonisch eng gesetzten Melodielinien auszuformen. Mit einer bewundernswerten Flexibilität modellierten die Five Gold Rings die vierstimmigen Gesänge und entfalteten mit höchstem Vergnügen die für diese Gesangskunst typischen Schlussphrasen der Lieder. 

Gute Laune

Barbershop-Lieder verbreiten ganz spontan gute Laune. Genau dieses Wesensmerkmal macht diese Art der Konzerte so amüsant. Die Anstrengungen und die Konzentration waren den vier Solisten David Lins, Ralph Gisinger, Jakob Peböck und Lukas Müller wenig anzumerken. Nach außen hin wirkten die Sänger locker, doch den musikalischen Schwung erhielten die Darbietungen durch die große Präzision und den präzisen musikalischen Kontakt zueinander.
Zuerst gingen die Five Gold Rings auf Reise. Sie starteten mit dem Klassiker „New York, New York“ von John Kander und Fred Ebb. Den ersten Höhepunkt fanden die Darbietungen mit dem originellen Arrangement des allseits bekannten Hits „Oho Vorarlberg“ von Köhlmeier/Bilgeri. Mit dem „Wälderbähnle“ demonstrierte das Quartett die Unterschiede zwischen traditionellem Gesang und dem von Lukas Müller im Barbershop-Style arrangierten Lied. Vergnüglich sangen sie die Melodie in einem überzogen langsamen Tempo, sodass das „Wälderbähnle“ wirkte, als fahre es mit angezogener Bremse. 
Mit feinsinnigem Humor kam Elvis Presleys Song „All shook up“ über die Rampe, und in „Jazz me blues“ von Tom Delaney nahmen die vier Sänger ihre Rollen innerhalb des Quartetts aufs Korn. Passend dazu verfasste der Bassist Lukas Müller ein reizvolles Arrangement.

Weihnachtsstimmung

In der zweiten Hälfte wendeten sich die „Five Gold Rings“ der Vorweihnachtszeit zu. Zuerst präsentierten sie das Lustenauer Lied „Ir hoaliga Nacht“ von Erich Hollenstein. Aufhorchen ließ das schöne Arrangement des Liedes „Es wird scho glei dumpa“ von David Lins. Danach widmete sich das Quartett ausgiebig der Geschichte von Santa Claus und Rudolph the red Nosed Reindeer. Ihr Spiel mit Tempi, Rhythmen und Bewegung kam in diesen Liedern gut zur Geltung. Die ebenmäßige Klangbalance des Vokalquartetts beeindruckte im traditionellen Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“ von Michael Prätorius.
Begeisterung löste überdies das mit viel Humor dargebotene Weihnachtslied „Twelve Days of Christmas“. Denn die kabarettistische Spielfreude des Quartetts amüsierte unter anderem in diesem Lied und besonders in „Spanische Nächte“ von Ernst Fischer.
Mit jubelndem Applaus dankten die Besucher:innen für den amüsanten und musikalisch imponierenden Konzertabend. Auf die weitere Entwicklung der Five Gold Rings dürfen wir uns freuen.

https://fivegoldringsquartet.com/