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15.02.2010 |  Peter Füssl

SALM SomethingALaMode

Normalerweise stellt sich bei mir schon beim bloßen Gedanken an Pop goes Klassik oder umgekehrt ein tiefes Schlafbedürfnis ein, umso überraschender fuhr der Erstling der studierten Klassiker Thomas Roussel an der Violine und Yannick Grandjean am Cello auf durchaus angenehme Weise in die Gehörgänge und mitunter auch in die Beine.

Ausnahmsweise ist das marktschreierische Etikett „La nouvelle sensation electro!“ einmal durchaus angebracht, werkeln die beiden doch höchst gekonnt nicht nur af ihren klassisch konnotierten Streichinstrumenten, sondern auch an einer erquicklichen Zahl von Reglern und Knöpfchen an alten Synthesizern – schließlich wurden sie ja auch in ihrer Jugend in einem der angesagtesten Electro-Clubs Frankreichs, dem „l’an-fer“ in Dijon von Techno- und House-Göttern wie Jeff Mills, Laurten Garnier oder Daft Punk musikalisch sozialisiert. Mittlerweile beschallen SALM selbst die größten Tempel, sind aber auch eng mit der französischen Modeszene verbunden, liefern den Sound für Chanel-Modeschauen und lassen Karl Lagerfeld  auf der Eröffnungsnummer über den Zusammenhang von Musik und Mode philosophieren. Die eingängigen Melodien werden mit saftigen Grooves kombiniert, angenehm Extravagantes trifft auf massentauglich Innovatives, Tanzbares auf durchaus Hörenswertes. Da wird sogar die dustere Endzeitvision „Dies Irae“ zum Hoffnungsträger – endlich mal ein Electro-Klassik-Techno-Clash für musikalisch Fortgeschrittene! (Yellow Productions)

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