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23.11.2009 |  Peter Füssl

Rebekka Bakken: Morning Hours

Bekannt geworden ist die in Wien lebende norwegische Sängerin Rebekka Bakken mit „Daily Mirror“ und „Beloved“, Projekten mit ihrem damaligen Lebensgefährten, dem Gitarristen Wolfgang Muthspiel. Ihre Solo-Karriere startete sie 2003 mit der hervorragenden CD „The Art of How to Fall“, darauf folgen zwei gute, aber nicht unbedingt umwerfende Produktionen. Nun legt sie mit „Morning Hours“ wieder eine sehr schöne Scheibe vor.

Natürlich kommt bei Rebekka Bakken auch das nordische Elemente zum Tragen, aber sie entspricht absolut nicht den Klischeevorstellungen, die man sich von der nordischen Musik landläufig macht. Vielmehr verband sie als brillante Singer-Songwriterin schon immer Elemente aus Jazz, Folk und Pop zu wunderbaren, vielfältig schillernden und emotional berührenden Songperlen, denen sie mit ihrer charismatischen Stimme Leben einhauchte. Nun legt sie ihr erstes „amerikanisches“ Album vor, in der Nähe von Woodstock mit Craig Street aufgenommen, der auch schon  Norah Jones und Cassandra Wilson produziert hat. Und tatsächlich läuft „Morning Hours“ über weite Strecken sehr stark auf der Americana-Schiene, schon beim Opener fühlt man sich auf angenehme Weise an Joni Mitchell in ihren besten Jahren erinnert. Aber natürlich bleibt Bakken unverkennbar Bakken. Stimmlich ist sie in absoluter Topform, hat sogar noch an Farbigkeit und Differenzierungsmöglichkeiten gewonnen. Und sie hat auch ihr gutes Händchen für Musiker behalten, die sich wie sie dem üblichen Schubladendenken konsequent entziehen: mit dabei sind unter anderem die Gitarristen Marc Ribot und Christopher Bruce oder der Bassist David Piltch. Ein starkes Album, das ihr den amerikanischen Markt öffnen könnte und auch uns Europäern wunderbar ins Ohr hinein geht.

(Emarcy/Universal 271280-3)

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