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06.01.2010 |  Peter Füssl

Ralph Towner/Paolo Fresu: Chiaroscuro

Der bald einmal siebzigjährige amerikanische Gitarrist hat vor allem mit dem legendären Acoustic-Jazz-Ensemble „Oregon“ Jazz-Geschichte geschrieben und gilt zurecht als einer der absolut perfekten Gitarristen der Gegenwart.

Vom Pianisten Bill Evans beeinflusst, hat Towner auf der Klassischen Gitarre, auf der Zwölfsaitigen und auf der Baritongitarre ein alle stilistischen Grenzen sprengendes Universum aus Klangfarben und melodischen Raffinessen kreiert, in dem sich Elemente aus Jazz, Lateinamerikanischem, Asiatischem, aber auch aus Klassik und Alter Musik wiederfinden. Und Ralph Towner liebte immer schon ausgefallene Duo-Kombinationen, man denke nur an seine epochale Zusammenarbeit mit dem Vibraphonisten Gary Burton oder an sein Album mit Keith Jarrett. Nun hat Towner im aus Sardinien stammenden und in Paris lebenden Trompeter Paolo Fresu ein weiteres Mal einen kongenialen Duo-Partner gefunden, dessen lyrisch-eleganten Linien auf Trompete und Flügelhorn wunderbar in seinen musikalischen Kosmos passen. Der Titel „Chiaroscuro“ bedeutet „helldunkel“ und weist darauf hin, dass es hier auf Feinheiten, auf Nuancen und Schattierungen ankommt. Alle großteils eher ruhigen Kompositionen stammen von Ralph Towner – dessen Vater übrigens Trompeter war und der als Kind ebenfalls auf diesem Instrument ausgebildet wurde – mit einer einzigen Ausnahme, dem Miles Davis/Bill Evans-Klassiker „Blue In Green“. Diese Wahl verwundert wenig, wenn man weiß, dass Paolo Fresu immer wieder mit dem jungen Miles Davis verglichen wird. „Chiaroscuro“ ist Ralph Towners 22. Album bei ECM – und ein absolut hörenswertes.
(ECM 2085 1797510/Vertrieb: Lotus)

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