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01.01.2010 |  Peter Füssl

Helge Sunde Ensemble Denada: Finding Nymo

Norwegen, das Land, wo künftig Musiker lyrische Schwermut und meditative Ruhe schon mit der Muttermilch einsaugen? Von wegen! Der Posaunist und Big Band-Leader Helge Sunde geht da ganz andere Wege.

Lustvoll und ungemein abwechslungsreich, voller Humor und manchmal auch treffsicher ironisch sind die Kompositionen, die er seinem Ensemble Denada auf den Leib geschrieben hat. Über weite Strecken verarbeitet Sunde auf vielschichtige Art und Weise die Eindrücke einer Europatournee – Österreich ist mit einem quicklebendigen „Obstler“ verewigt – und Erinnerungen an seine Kindheit, die er in einen mit dezenter aber wirkungsvoller Elektronik angereicherten modernen Bigband-Sound verpackt. Das Titelstück „Finding Nymo“ spielt natürlich auf „Finding Nemo“ an, ist aber eigentlich den bei Denada Saxophon spielenden Brüdern Frode (Sopran-Sax) und Atle Nymo (Tenor-Sax) gewidmet, „Bryk“ heißt Lärm (über den beschwerte sich Großmutter, wenn klein Helge im Wohnzimmer Posaune übte) und das letzte Stück „Lullaby Of Broltesia“ ist einem Phantasieland gewidmet „wo alle Leute Bigband-Jazz hören, Flugtickets gratis an Musiker verteilt werden und Künstler keine Steuern bezahlen müssen“. Nur einige Beispiele für höchst unterhaltsame 53 Minuten und 10 Sekunden, vollgestopft mit einer Flut an musikalischen Ideen. Der intelligente Spaß endet schließlich mit rhythmischen Schnarchgeräuschen – so klingt wohl der Schlaf der Gerechten nach gut getaner Arbeit. Gratulation, Herr Sunde!
(ACT 9492-2/Vertrieb: edel)

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