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31.01.2019 |  Peter Füssl

Paolo Fresu - Richard Galliano - Jan Lundgren: Mare Nostrum III

Brillante Virtuosität mit musikantischer Spielfreude und emotionalem Tiefgang gepaart – das sind die wichtigsten Zutaten zum Erfolgsrezept des gefeierten Mare Nostrum-Trios. Zwar ist jeder der drei Protagonisten mit zahlreichen spannenden Bandprojekten unterwegs, aber dermaßen hemmungslos schwelgen Trompeter/Flügelhornist Paolo Fresu, Akkordeonist Richard Galliano und Pianist Jan Lundgren sonst nirgendwo in warmem Wohlklang, süffigen Melodien und farbenfrohen Soundmalereien.

„Mare Nostrum I“ wurde 2007 in Udine, das zweite Album 2016 in Südfrankreich und das dritte letztes Jahr in Göteborg aufgenommen – bei den sardisch-französisch-schwedischen Brüdern im Geiste kommt jeder zum Zug und es herrscht spannungsfreie, aber nicht unspannende Ausgewogenheit. So steuerte auch dieses Mal wieder jeder der Klangpoeten vier mit dem musikalischen Lokalkolorit der jeweiligen Heimat gespickte Eigenkompositionen bei und schlug eine Fremdkomposition vor. Ausnahmslos ganz großes Gefühlskino wird in den 15 Stück geboten – voller wogender, duftiger und luftiger, auch mal dramatischer Akkordeonwolken, lyrisch-gedämpfter Trompetenmelodien und lässig expressiver Pianopassagen. Alles passt sich perfekt in den wunderbar harmonischen Gruppenklang ein: Der traumverlorene „Blues sur Seine“ und das spannungsgeladene, dem verstorbenen Freund Didier Lockwood gewidmete „Le Jardin des Fées“ aus Gallianos Feder, Fresus ergreifendes „Human Requiem“ und das nachdenkliche „Perfetta“, oder Lundgrens fröhlich beschwingte, volksliedhafte Stücke „Love Land“ und „Ronneby“. Das gilt aber auch für das von Quincy Jones für Sam Peckinpahs 1972-er Neo-noir-Klassiker „The Getaway“ komponierte „Love Theme“ und für eine Ballade des neapolitanischen „O sole mio“-Schöpfers Eduardo Di Capua. Selbst Michel Legrands wirklich schon unzählige Male gecoverter Filmmusik-Klassiker „The Windmills of Your Mind“ wirkt, als hätte man ihn diesem famosen Trio extra auf den Leib geschrieben. Alles atmet Schönheit und es wird voller Leidenschaft musiziert – der ideale Soundtrack für den kommenden Frühling und der perfekte Abschluss einer exzellenten Trilogie. (ACT)

Konzert-Tipp: Am 1.4. gastiert das Trio in der Tonhalle Maag in Zürich.

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