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28.10.2010 |  Peter Füssl

Norma Winstone: Stories Yet To Tell

Für „Distances“, Norma Winstones vor zwei Jahren erschienene Debut-CD mit ihrem neuen Trio, ist die ausdrucksstarke englische Sängerin mit Preisen überhäuft und für einen Grammy nominiert worden. Da ist die Latte für das Nachfolge-Album natürlich entsprechend hoch gelegt, aber „Stories Yet To Tell“ ist ein wirklich makellos schönes Album geworden, das den Erstling noch toppen könnte.

Winstone ist ja in Sachen Chamber-Jazz durchaus geeicht, und man erinnert sich gern an das in den 70er Jahren erfolgreiche Trio „Azimuth“ mit Kenny Wheeler und John Taylor. Jene Harmonie, die sie nun aber im Zusammenklang mit dem italienischen Pianisten Glauco Venier und dem deutschen Sopransaxophonisten und Bassklarinettisten Klaus Gesing erreicht, ist nahezu überirdisch. Dementsprechend klingt dieses atmosphärisch dichte Balladenalbum wie aus einem Guss, obwohl die Kompositionen höchst unterschiedlichen Ursprungs sind – vom armenischen Wiegenlied, komponiert von Komitas Vardapet und Tigran Mansurian, zum Troubadour-Song aus dem 13. Jhdt, und vom Volkslied aus dem Friaul des 16. Jhdts. zu Kompositionen von Wayne Shorter oder der Bigband-Spezialistin Maria Schneider. Auch Gesing und Venier haben einige Titel beigesteuert und den Großteil des Materials arrangiert, während Norma Winstone für die Lyriks sorgte. Ein durch und durch stimmiges Produkt und: Nie hat Melancholie schöner geklungen!
(ECM/Vertrieb: www.lotusrecords.at)

Konzerttipp: Das Trio spielt am 14. Nov. im Rahmen des Trans4JAZZ-Festivals in der St. Jodok Kirche in Ravensburg.

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