Tobias Grabher, die Camerata Musica Reno und Michael Köhlmeier bescherten dem Publikum ein „österliches Cineastenfest“.
Peter Füssl · 16. Okt 2009 · CD-Tipp

múm: Sing Along To Songs You Don’t Know

Willkommen in der wundersamen Welt des zauberhaften Klingklangs und Singsangs! Entworfen haben diese musikalischen Kaleidoskoplandschaften Örvar Þóreyjarson Smárason und Gunnar Örn Tynes, auf den Silberling gebannt haben sie diese seltsamen Klänge mit Hilfe eines guten Dutzends anderer Frauen und Männer mit zum Teil noch unaussprechbareren Namen.

Ja, richtig – wir befinden uns in Island, der Weltmetropole für geniale musikalische Querdenker. Zu Beginn ihrer fünften CD machen múm, – begleitet auf Ukulele, Slidegitarre, Rasseln, Vibraphon und Glockenspiel – aus Tim Hardins Klassiker „If I Were A Carpenter“ die Nordmeer-Variante „If I Were A Fish And You Were a Seashell“. Diese köstliche, psychedelisch angehauchte Persiflage entpuppt sich aber nur als kleiner Vorgeschmack auf ein Sammelsurium an Schrägheiten, zu deren Realisierung man sich gerne auch eines Streicherensembles und eines Chores bedient hat. Natürlich blubbern auch Laptop-Klänge munter vor sich hin – aus dieser Ecke ist das seltsame Kollektiv aus Reykjavik vor rund einem Jahrzehnt ja auch aufgetaucht. Melancholisches, Dramatisches, Skurriles – alles ist auf diesen Soundcollagen vertreten, nicht selten sogar im selben Stück. Ein nettes, unangestrengtes musikalisches Experiment, das beim Einspielen sicherlich gleich viel Spaß gemacht hat wie beim Zuhören.

(Morr Music mm092)