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12.10.2009 |  Peter Füssl

Mike Stern: Big Neighborhood

Mike Stern, von Miles Davis in den gitarristischen Adelsstand erhoben, behauptet sich seit Jahren höchst erfolgreich im Jazz-Rock-Bereich und hat – oftmals mit Hilfe prominenter Gastmusiker – rund ein Dutzend CDs unter eigenem Namen herausgebracht. Dennoch darf man überrascht sein, wer sich dieses Mal so alles in der musikalischen „Nachbarschaft“ getummelt hat.

Da geht bereits im Titelstück die Rock-Post ab, dass einem vielleicht das Sehen, aber niemals das Hören vergeht – kein Wunder, ist doch hier der geniale Steve Vai am Werk, den Frank Zappa dereinst für „Strat-Abuse“ und „impossible guitar parts“ angestellt hatte. Vai veredelt auch das orientalisch angehauchte „Moroccan Roll“, und der nicht minder begabte Texaner Eric Johnson gibt ebenfalls  auf zwei Titeln den gitarristischen Widerpart zu Stern. In schönem Konstrast dazu stehen der von der Kontrabassistin Esperanza Spalding auch gesanglich geprägte, sehr melodiöse „Song for Pepper“ und die wunderschöne Ballade „Bird Blue“, bei der sich ihre Stimme und Mike Sterns Gitarre wunderbar vereinen. Mitreißend boppig  führt „Coupe de ville“ zu den jazzigen Wurzeln Mike Sterns, während die beiden mit Medeski, Martin & Wood eingespielten Titel überraschenderweise eher farblos erscheinen. An beachtlichen Drummern mangelt es nicht in Sterns „Nachbarschaft“ – Dave Weckl, Lionel Cordew, Terri Lyne Carrington und Cindy Blackman sorgen für den passenden Beat, und die Bläserparts übernehmen die hervorragenden Saxophonisten Bob Franceschini und Bob Malach, sowie auf einem Stück Randy Brecker an der Trompete. Und damit sind noch lange nicht alle Nachbarn aufgezählt, die zu diesem überaus bunten, aber letztlich in sich stimmigen Fleckerlteppich beitragen. Eine Feierstunde – nicht nur, aber vor allem – für Stern-Fans!

(Heads-Up HUCD 3157)

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