Magnus Öström: Searching For Jupiter
Den Himmelsvater Jupiter riefen die verzweifelten Römer um Hilfe an, wenn die Schicksalsgöttinnen ungut in ihr Leben eingriffen. Dem schwedischen Drummer Magnus Öström passierte das, als sein Kindheitsfreund, der Pianist Esbjörn Svensson, mit dem er 18 Jahre lang im epochalen e.s.t. Trio gespielt hatte, im Juni 2008 beim Tauchen in den Stockholmer Schären tödlich verunglückte. Nach diesem Schock zog sich Öström zwei Jahre völlig zurück, ehe er seinem Freund mit dem Album „Thread of Life“ ein in der Jazzwelt begeistert aufgenommenes Denkmal setzte.
Das Gefühl des Verlustes zieht sich auch als durchgängiges Thema durch das neue Album, für das sich Öström wieder den Gitarristen Andreas Hourdakis und den Bassisten Thobias Gabrielson holte, neu dazugekommenen ist der „Oddjob“-Pianist Daniel Karlsson. Aber „Searching For Jupiter“ ist deutlich weniger durch düster-melancholische Stimmungsbilder geprägt als sein Vorgänger, vielmehr setzt Magnus Öström in seinen neun Kompositionen vermehrt auf eingängige Melodien und Dur-Akkorde, was diese unglaublich mitreißende Mischung aus Jazzrock, Progressive Rock und Elektronik-Elementen nochmals enorm bereichert. Mit seinem äußerst präzisen und dennoch groovenden Schlagzeugspiel ist Magnus Öström buchstäblich die treibende Kraft, die das musikalische Geschehen einfallsreich und druckvoll vorantreibt – ein Beweis mehr, dass der Schwede ein echter Weltklasse-Drummer ist. Jupiter hat ein wohlwollendes Auge auf ihn geworfen.
(ACT)