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13.10.2010 |  Peter Füssl

Judith Berkson: Oylam

Die 33-jährige Sängerin und Pianistin Judith Berkson zählt zu den vielversprechendsten Neuentdeckungen im offenbar unerschöpflichen Kreativ-Pool des ECM-Labels – und das mag schon etwas heißen.

Mit welcher Selbstverständlichkeit und Unverblümtheit die New Yorkerin Standards von Cole Porter und den Gershwins, ein jüdisches Kantorenlied (sie ist selbst Kantorin) oder ein Lied aus Schuberts „Winterreise“ hernimmt und auf äußerst eigenwillige Weise interpretiert, sodass sie sich nahtlos in die Reihe ihrer höchst unkonventionellen Eigenkompositionen einfügen, ist schon verblüffend. Je nach Stimmung begleitet sie ihren ausgefallenen Gesang an Piano, Wurlitzer, Fender Rhodes oder Hammondorgel, kontrastiert Single-Notes mit wuchtigen Akkorden, führt Piano und Stimme durch schwindelerregende Unisonopassagen, verblüfft mit markanten Breaks, mikrotonalen Dissonanzen oder energievollen Scat-Einlagen. Sie verfügt über ein breites Repertoire an extravaganten kompositorischen Einfällen, die aber nie aufgesetzt oder verstiegen wirken, sondern ganz natürlich daher kommen. Judith Berkson ist eine echte Entdeckung – nicht nur für Freunde exzentrischen Singer-Songwritings, und man glaubt es ihr gern, dass sie nach jahrelangen, wenig zufriedenstellenden Versuchen in Pop- und Jazz-Formationen zum Schluss gekommen ist, dass sie sich selbst die beste Band ist.
(ECM/Vertrieb: www.lotusrecords.at)

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