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06.10.2016 |  Peter Füssl

Jack White: Acoustic Recordings 1998-2016

Vermutlich hat sich John Anthony Gillis, der Pop/Rock-Gemeinde besser unter dem Namen Jack White bekannt, anlässlich seines Vierzigers gedacht, dass es hoch an der Zeit für eine umfassende Compilation wäre – dabei geht es aber offensichtlich nicht um die „Greatest Hits“, sondern um Songs, die ihm selber besonders wichtig sind.

Chronologisch aneinandergereiht finden sich White Stripe-Songs von allen sechs Studio-Alben des mit seinem minimalistisch rumpelnden, unglaublich eingängigen und mitreißenden Garage Rock erfolgreichen Duos, das Jack White mit seiner angeblichen Schwester und tatsächlichen Ehefrau Mag White von 1997 an für gute zehn Jahre betrieb. Exemplarische Songs seiner beiden Solo-Alben „Blunderbuss“ und „Lazaretto“ sind ebenso vertreten wie zwei Titel, die White mit Brendan Benson als Songwriting-Partner und dem gemeinsamen Projekt „The Raconteurs“ aufgenommen hat. Auch Entlegeneres findet sich auf diesem Doppel-Album, etwa „Never Far Away“, das Jack White 2003 für den Film „Could Mountain“ geschrieben hat, oder „Love Is The Truth“, mit dem Coca Cola verkaufsfördernd unter ein junges Indie-Rock-Publikum gebracht werden sollte – dafür hätte wahrscheinlich auch der bislang unveröffentlichte White Stripes-Song „City Lights“ getaugt. Nur seine aktuelle Rockband „The Dead Weather“ geht leer aus, vermutlich weil er dort vorwiegend am Schlagzeug sitzt. Die 26 Songs aus 17 Jahren machen deutlich, dass Jack White kein Neuerer ist, sondern tief in der Rock-, Folk- und Blues-Tradition wurzelt und als genialer Eklektiker zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Genau so, wie er als Labelchef und Tonstudiobesitzer an vorderster Front das Vinyl-Revival auf den Weg brachte. Jack White ist weder ein genialer Sänger, noch ein genialer Gitarrist (auch wenn ihn der „Rolling Stone“ unter die Top-100 der besten Gitarristen aller Zeiten reihte), das Geheimnis seines Erfolges liegt in der Authentizität und in der unverstellten Emotionalität, die er vermittelt, was ihn zuweilen auch gemeinsam auf eine Bühne mit den Rolling Stones oder in einen Gitarrenfilm mit Jimmy Page und The Edge bringt.

(Third Man Records/XL Recordings)

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