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04.03.2009 |  Peter Füssl

Ivo Papasov: Dance of the Falcon

In Bulgarien wird Ivo Papasov als legendärer „König der Hochzeitsmusik“ verehrt, obwohl er als türkischsprechender Roma sozusagen gleich zwei wenig geliebten Minderheiten angehört. Seiner unglaublichen musikalischen Präsenz kann sich eben niemand entziehen, und nachdem Ivo Papasov im Jahr 2005 den BBC World Music Award erhalten hatte, geriet der Teufelsklarinettist auch weltweit wieder mehr ins Rampenlicht des Musikfeuilletons. Mit „Dance of the Falcon“ legt Papasov nun ein sehr persönliches Album vor, auf dem er sich vorwiegend Melodien widmet, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und die er immer schon mal aufnehmen wollte. Längst hat er den Hochzeitsgesellschaften den Rücken gekehrt, aber die Tanzbarkeit ist nach wie vor ein grundlegendes Element seiner Musik, wenngleich vielleicht zum 9/8-Takt nicht jedermanns Lieblingstanzschritt passt. Papasov lädt die komplizierten Rhythmen und wunderbaren Melodien seiner thrakischen Heimat mit dem brodelnden Groove der Roma-Tradition auf und veredelt das den Bewegungsdrang entfachende Gemisch mit Swing- und Oriental-Elementen. Aber im Gegensatz zu vielen Balkanmusikern ist er kein Geschwindigkeitsfanatiker, sondern versteht es auch, wunderbare Klangbilder zu malen – etwa das melancholische „Sunrise“ oder das auf einer kleinasiatischen Melodie basierende „Hubava si Moya Goro (Beautiful Forest)“, das als Papasov’sches „Familienerbstück“ von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Und Ivo Papasov beweist auch Humor: Seine Variante von Henry Mancinis „Pink Panther“ ist schlicht und einfach zum Abbrechen. (worldvillage 450004 / harmonia mundi/Lotus)

Konzerttipp: Ivo Papasov & His Wedding Band, Spielboden Dornbirn, 19.3.2009, 20.30 Uhr

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